Kunst muss mitreden
Was Mao mit einem Schaf zu tun hat
Ernst J. Herlet macht aus seiner Abneigung gegenüber autoritärem Verhalten keinen Hehl. Zu sehen in einem seiner großen Werke: „Der große Vorsitzende und die Volksabgeordnete Do-Ly“.
Ernst J. Herlet macht aus seiner Abneigung gegenüber autoritärem Verhalten keinen Hehl. Zu sehen in einem seiner großen Werke: „Der große Vorsitzende und die Volksabgeordnete Do-Ly“.
Foto: Christiane Reuther
Oberschwappach – Die aktuellen politischen Entwicklungen und Verwerfungen weltweit spiegeln sich in den Werken von Ernst J. Herlet – zu sehen in Oberschwappach.

Im Kaminzimmer von Schloss Oberschwappach hängt ein großformatiges Portrait Mao Zedongs. Der ehemalige Staatspräsident der Volksrepublik China hält ein Schaf auf dem Arm. Das Gemälde trägt den Titel: „Der große Vorsitzende und die Volksabgeordnete Do-Ly“. Das Bild nimmt Bezug auf das geklonte Schaf Dolly. Geschaffen hat das Werk der Schweinfurter Künstler Ernst J. Herlet. Er will mit seinem Werk seine Abneigung gegenüber autoritärem Verhalten verdeutlichen.

Endlich wieder eine Vernissage mit vielen Gästen

„Die Ausstellung ist eröffnet“: Darüber freute sich am Samstagabend nicht nur Ernst J. Herlet, der am Samstagabend im Mittelpunkt der Vernissage in den Räumen von Schloss Oberschwappach stand. Strahlende Gesichter gab es auch beim Galeristen Egon Stumpf von der Galerie im Saal (Eschenau) und beim Hausherrn, dem Knetzgauer Bürgermeister Stefan Paulus. Letzterer erinnerte an die längere coronabedingten Auszeit und freute sich, dass er nun wieder zahlreiche Besucher im Spiegelsaal des Schlosses begrüßen konnte.

„EndeLegende“ fertigte der Künstler in diesem Jahr.
„EndeLegende“ fertigte der Künstler in diesem Jahr.
Foto: Christiane Reuther

„Die Ausstellung sollte eigentlich im letzten Jahr zu Herlets 75. Geburtstag stattfinden“, erzählte Egon Stumpf, bevor er detailliert auf die einzelnen Werke und ihre inhaltlichen Zusammenhänge einging. So könne man laut Stumpf die Verzögerung durchaus mit einem lachenden Auge betrachten. Nur so sei „EndeLegende“, eine sehr wichtige Arbeit von Herlet, nach Fertigstellung in diesem Jahr dem Betrachter im Kaminzimmer des Schlosses zugänglich.

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„Gefängniszelle für minderjährige vom Klerus als Hexen denunzierte Mädchen“ lautet der Titel dieses Bildes.
„Gefängniszelle für minderjährige vom Klerus als Hexen denunzierte Mädchen“ lautet der Titel dieses Bildes.
Foto: Christiane Reuther

Ernst Herlet hat unter anderem auch Eindrücke aus Reisen nach Asien und Südamerika in seinen Bildern festgehalten, die bis 29. Mai sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 09527/810501 zu sehen sind.

„Globus“ lautet der Titel dieses Bildes von Ernst J. Herlet.
„Globus“ lautet der Titel dieses Bildes von Ernst J. Herlet.
Foto: Christiane Reuther