Sammlung
„Kripperles Stübla“ öffnet seine Tür
Bruno Steger baut seit Jahren Weihnachtskrippen und sammelt Krippen aus aller Welt. Im Setzkasten zeigt er Miniaturkrippen.
Bruno Steger baut seit Jahren Weihnachtskrippen und sammelt Krippen aus aller Welt. Im Setzkasten zeigt er Miniaturkrippen.
Foto: Mößlein
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Gerolzhofen – Krippen in allen Variationen zeigen in der Vorweihnachtszeit die Eheleute Steger in ihrem Wohnhaus in Gerolzhofen. Wer sie sehen will, muss sich anmelden.

Nach zwei Jahren mit eingeschränkter Öffnung lädt das „Kripperles Stübla“ in Gerolzhofen wieder zum Besuch ein. „Lassen Sie sich vom Glanz und Licht der Krippe auf die Weihnachtszeit einstimmen“, sagt der Krippenbauer Bruno Steger. Mit seiner Frau Gisela zeigt er in seinem Haus in der Saarstraße 7 etwa 30 große und kleine Krippen. Alle sind sie selbst gebaut, meist im fränkischen Stil. Die Kleidung für die Figuren fertigt seine Frau in liebevoller Arbeit. Die Stegers laden zum „Krippenschaun“ ein, ohne Trubel und Hektik, vielmehr als Auszeit vom Alltag in Ruhe und Beschaulichkeit. Geöffnet ist von Sonntag, 27. November (erster Advent), bis Maria Lichtmess, Donnerstag, 2. Februar (Besichtigung nach telefonischer Anmeldung, 09382/8889).

Deko oder Brauch?

Eine Krippe gehört für viele Menschen fest zu Weihnachten. Manche betrachten eine Krippe in erster Linie als Deko-Artikel. Für Bruno Steger aus Gerolzhofen sind Krippen ein Zeugnis des christlichen Glaubens. Er als passionierter Krippenbauer liebt es, Krippenszenen im Lokalen zu verorten. Er verlegt den Stall von Bethlehem ins Fränkische.

Ohne den Glauben an die Geburt Christi und die damit verbundenen biblischen Erzählungen wäre für den 73-Jährigen sein Hobby nicht denkbar.

Die zentralen Krippen der Ausstellung hat Steger selbst gebaut. Der pensionierte Berufsschullehrer, hat Bauzeichner gelernt und Bautechnik studiert, in der Coronazeit wuchs seine Sammlung deutlich an. Wie viele er besitzt? „Mehrere Hundert werden es schon sein“, meint er. Der absolute Großteil der Krippen lagern bei ihm in Schränken und Regalen. Manche davon stellt er auch immer wieder mal in die Vitrinen.

Neben den selbst gebastelten Krippen gehören zu den Ausstellungsstücken auch solche, die Steger aus Urlauben in aller Herren Länder mitgebracht hat, oder solche, die ihm Freunde geschenkt haben.

Eine Krippe nach Naturvorbild.
Eine Krippe nach Naturvorbild.
Foto: Bruno Steger

Das Basteln von Papierkrippen, bei denen die gedruckten Figuren ausgeschnitten und teilweise auf Unterlagen aufgeklebt werden, bezeichnet er als „Unterhobby“. Papierkrippen sind schneller fertiggestellt als beispielsweise eine, die er vor einem Jahr herstellte mit dem Titel „Einschreibung in die Steuerlisten“. Diese zeigt Maria und Josef in der Gerolzhöfer Brunnengasse, vor der kleinen Treppe zum Seiteneingang zum Hof der Verwaltungsgemeinschaft. Auf der Treppe steht ein Amtmann mit einer Steuerliste in der Hand.

Figuren aus dem Kloster Lülsfeld

Ein Blickfang der kleinen Krippen-Ausstellung in Stegers Privathaus sind die fünf großen Figuren, die er von den ehemaligen Schwestern aus dem Kloster Lülsfeld erhalten hat, als diese ausgezogen sind. Steger stellt die Figuren seit mehreren Jahren aus, alle zwei Jahre in einem neuen biblischen Kontext. Die sparsam gewählte Ausstattung der Krippe und der darauf abgestimmte schlichte graue Hintergrund rücken die sorgfältig und bunt gekleideten Figuren in den Mittelpunkt.

Das Bild zeigt Figuren einer Krippe, die einst die Schwestern des Klosters Lülsfeld bei sich in deren Wohnzimmer aufgestellt hatten.
Das Bild zeigt Figuren einer Krippe, die einst die Schwestern des Klosters Lülsfeld bei sich in deren Wohnzimmer aufgestellt hatten.
Foto: Michael Mößlein

Von Kreativität zeugt auch die Krippe, die nur die dreiköpfige Heilige Familie als alpenländische Figuren in einem alten Apothekerschränkchen aus Holz zeigt. Das Glastürchen verschließt die dort eingebaute Krippe. Gegenüber an der Wand hängt ein Setzkasten mit den kleinsten Krippen des „Kripperles-Stübla“. Die kleinste der Miniaturkrippen hat in etwa die Größe einer Walnuss und dreht sich.

Als Kind, erzählt er, habe er in den 1950er-Jahren Krippen gebaut. Doch dann verlor sich sein Interesse daran, bis er im Jahr 1996 den Bamberger Krippenweg besuchte.

Der Bibraturm ist die Vorlage für diese Krippe.
Der Bibraturm ist die Vorlage für diese Krippe.
Foto: Bruno Steger


In einem früheren Gespräch mit dieser Redaktion hat Steger betont, dass er sich nicht als Künstler betrachtet. Als „biederen Bastler und Handwerker“ hat er sich damals selbst bezeichnet. Bescheidenheit ist für ihn eine Grundvoraussetzung, um das eigentliche Wesen einer Krippe zu verstehen. Denn die Geschichte von der Menschwerdung Christi sei schließlich selbst ein Musterbeispiel für Bescheidenheit. 
In einer Krippe tritt diese Einstellung besonders augenfällig zutage: In einem Stück eines alten Eichenbalkens stecken drei Eisenzangen, die Maria, Josef und das Jesus-Kind symbolisieren. Darüber steckt das Kreuz – ebenfalls geformt aus Teilen einer ausgedienten Kohlenzange. Schlichter und intensiver ist der Kern der Weihnachtsgeschichte kaum darstellbar.

Das Bild zeigt eine moderne Krippe, die Steger aus ausgedienten Zangen gebastelt hat.
Das Bild zeigt eine moderne Krippe, die Steger aus ausgedienten Zangen gebastelt hat.
Foto: Michael Mößlein

Etwa 150 bis 180 Menschen besuchen laut Bruno und Gisela Steger jedes Jahr ihr „Kripperles-Stübla“ in der Saarstraße.

In einem früheren Gespräch mit dieser Redaktion hat Steger betont, dass er sich nicht als Künstler betrachtet. Als „biederen Bastler und Handwerker“ hat er sich damals selbst bezeichnet. Bescheidenheit ist für ihn eine Grundvoraussetzung, um das eigentliche Wesen einer Krippe zu verstehen. Denn die Geschichte von der Menschwerdung Christi sei schließlich selbst ein Musterbeispiel für Bescheidenheit. 
In einer Krippe tritt diese Einstellung besonders augenfällig zutage: In einem Stück eines alten Eichenbalkens stecken drei Eisenzangen, die Maria, Josef und das Jesus-Kind symbolisieren. Darüber steckt das Kreuz – ebenfalls geformt aus Teilen einer ausgedienten Kohlenzange. Schlichter und intensiver ist der Kern der Weihnachtsgeschichte kaum darstellbar.

 

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