Holzbildhauer
Wie mit der Motorsäge Skulpturen entstehen
Hobby-Holzbildhauer Bernd Schmidt aus Ruppach arbeitet mit Motorsägen
3,80 Meter hoch ist der Schneemann aus Holz, sagen die Brüder Bernd und Stefan Schmidt (von links).
Helmut Will
F-Signet von Helmut Will Fränkischer Tag
Ruppach – Schneemänner sind eine derzeit ausgestorbene Gattung. Die Brüder Schmidt aus Ruppach haben einen aus Holz erschaffen. Sie sind Künstler mit der Säge.

Vor einiger Zeit stand am Brunnen in der Ortsmitte von Ruppach ein riesiger Kürbis aus Holz, der in der Nacht leuchtete. Jetzt steht ein 3,80 Meter hoher Holzschneemann in der Ortsmitte. Die imposante Skulptur ist das Werk des 25-jährigen Bernd Schmidt aus Ruppach, einem Ortsteil der Stadt Ebern.

Diese wuchtigen und massiven Sachen aus Holz sieht man nicht alle Tage

Nähert man sich dem Anwesen Schmidt in Ruppach, wird schon deutlich, dass Holz hier eine große Rolle spielt. Im Hof steht eine massive Holzbank, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Im Hobbyraum von Bernd Schmidt steht ein wuchtiger Holztisch, an dem gut und gerne 20 Personen Platz nehmen können, auch ein Werk der Brüder Bernd und Stefan Schmidt.

Hobby-Holzbildhauer Bernd Schmidt aus Ruppach arbeitet mit Motorsägen
Noch nicht ganz fertig sind diese Teile, die zum Trocknen im Hobbyraum der Schmidts aufgestellt sind.
Helmut Will

Ein Holzofen heizt den Raum auf, weil dort Exponate, die Schmidt mit Motorsägen kreiert, getrocknet werden. Viele Werkzeuge liegen herum, die zur Bearbeitung der Exponate benötigt werden. Auf einem Grundstück hinter der Scheune steht eine Vielzahl von Skulpturen, die teilweise fertig sind, teilweise noch den letzten Schliff brauchen. Weiter hinten türmen sich starke Holzstämme, aus denen noch Holz-Werke geschaffen werden sollen, sowie ein Stoß starker Bretter, die ebenfalls noch auf Bearbeitung warten.

Kettensägen zum Schnitzen nutzt Bernd Schmidt seit etwa einem Jahr

Bernd Schmidt sitzt in seinem Hobbyraum, seine Kopf- und Barthaare sowie seine Kleidung sind übersät mit Holzspänen.

Hobby-Holzbildhauer Bernd Schmidt aus Ruppach arbeitet mit Motorsägen
Bernd Schmidt: „Mittlerweile habe ich elf Kettensägen mit verschiedenen Schneidgarnituren.“
Helmut Will

Der 25-jährige gelernte Schreiner hat sich dem Metier Holzbearbeitung verschrieben, schon seit vielen Jahren. „Anfangs, so ab dem Jahr 2015, habe ich gedrechselt, denn Holz hat mich schon in frühen Jahren und auch während meiner Lehrzeit als Schreiner begleitet“, sagt Bernd.

Das Rohmaterial stammt aus dem eigenen Wald – und dem Internet

Seit etwa einem Jahr, so erzählt er, schnitze er mit Kettensägen. Er setze freilich mehrere ein. Er lehnt sich zurück und sagt: „Mittlerweile habe ich elf Kettensägen mit verschiedenen Schneidgarnituren.“ Wie entsteht ein Exponat? Erst müsse man sich das geeignete Holz, was Stärke und Länge betrifft, besorgen. „Stämme bis zu einem Durchmesser von etwa 50 Zentimetern können wir aus unserem eigenen Wald holen“, erklärt Bernd Schmidt. Größere Stämme habe er sich schon über Internetplattformen gekauft.

Hobby-Holzbildhauer Bernd Schmidt aus Ruppach arbeitet mit Motorsägen
Einige Exponate, mit Motorsägen bearbeitet.
Helmut Will

Der Pappelstamm, aus dem der 3,80 Meter hohe Schneemann entstanden ist, hat Bernd Schmidt in Lohr an der Baunach von einem Landwirt gekauft. Abgerechnet wird nach Kubikmeter. „Für mein Holz zahle ich je nach Größe und Qualität zwischen 50 und 400 Euro pro Kubikmeter“, erklärt Schmidt. Kleinere Stämme werden mit dem eigenen Pkw-Anhänger transportiert, größere mit einem Tieflader, der auch zum „Holzteam Schmidt“ gehört.

Hobby-Holzbildhauer Bernd Schmidt aus Ruppach arbeitet mit Motorsägen
Diese Stämme warten bei den Schmidts auf Bearbeitung. Was daraus entsteht, ist noch nicht klar.
Helmut Will

An Arbeitszeit hat er gut 30 Stunden in den Riesenschneemann gesteckt. „Gestoppt habe ich die Zeit natürlich nicht.“

Die grobe Form der künftigen Holzfigur muss er schon zuvor im Kopf haben

Wie geht er vor, wenn er etwas kreieren möchte? „Na ja, die grobe Form von dem, was du machen möchtest, musst du im Kopf haben und dann darauf hinarbeiten“, erklärt Schmidt. Mit der großen Kettensäge wird das sogenannte „Ausblocken“ vorgenommen. Weiter geht es mit kleineren Kettensägen, deren Schneidgarnituren vorne dünner sind. Damit kann Bernd Schmidt kontrollierter schneiden, damit erfolgen die Feinarbeiten.

Hobby-Holzbildhauer Bernd Schmidt aus Ruppach arbeitet mit Motorsägen
Stefan Schmidt: „Ja, auch mir macht die Bearbeitung von Holz Spaß.“
Helmut Will

Und jetzt kommt Bruder Stefan Schmidt ins Spiel. Dieser arbeitet als Gärtner und unterstützt in seiner Freizeit die Motorsägenkunst, indem er den Exponaten den Feinschliff gibt. „Ja, auch mir macht die Bearbeitung von Holz Spaß“, sagt Stefan Schmidt.

Man kann die Schmidtsche Holzkunst kaufen, vor Ort oder im Internet

Beide Brüder sind zufrieden und stolz, wenn ein Werk gelungen ist. Sie verkaufen ihre Holzskulpturen auch. Außerdem bieten sie ihre Sachen auf Internetplattformen an.

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