Frühlingserwachen
Massenandrang bei den Märkten
Korbwaren aller Art standen im Mittelpunkt des Marktes in Sand am Main.
Korbwaren aller Art standen im Mittelpunkt des Marktes in Sand am Main.
Foto: Christian Licha
LKR Haßberge – Die traditionellen Verkaufsveranstaltungen in der Fastenzeit erweisen sich als Publikumsmagneten.

Die Menschen zieht es hinaus unter andere Menschen. Und was böte sich da am Wochenende eher an als ein Besuch bei den großen Markttagen in Sand oder Hofheim?

Bei strahlenden Sonnenschein herrschte am Sonntag großer Andrang beim Sander Korbmarkt. Zwei Jahre Pandemie-Pause haben der Beliebtheit des Traditionsmarktes keinen Abbruch getan. Rund um die Pfarrkirche sowie auf der Zeiler Straße hatten die zahlreichen Marktbeschicker ihre Stände aufgebaut und präsentierten ihre Waren aller Art.

Das leibliche Wohl kam dabei auch nicht zu kurz. „Wir kommen immer nach Sand wenn ein Fest gefeiert wird, um den legendären Käskuchen und einen Schoppen Wein zu genießen", sagte zum Beispiel ein Ehepaar aus Bamberg, das den Nachmittag in der Korbmachergemeinde verbrachte.

Mit flinken Fingern

Vor dem Rathaus bestaunten die Besucher, welche Fingerfertigkeit man braucht, um einen Korb zu flechten.

Thorsten Tröster bietet  schon seit vielen Jahren auf dem Sander Korbmarkt und anderen Veranstaltungen seine Drechselarbeiten an.
Thorsten Tröster bietet schon seit vielen Jahren auf dem Sander Korbmarkt und anderen Veranstaltungen seine Drechselarbeiten an.
Foto: Christian Licha

Valentin Rippstein, der Sohn der gleichnamigen Korbflechterei, zeigte sein Können, das er sich angeeignet hat. Der 18-Jährige lernt den Beruf des Korbmachers, oder neudeutsch „Flechtwerkgestalters“, an einer spezialisierten Schule in Lichtenfels. Sie ist die einzige in Deutschland für dieses Fachgebiet und eine unter dreien in ganz Europa. Dort kann Rippstein nach der dreijährigen Ausbildung auch den Meistertitel erwerben.

Auch ein Drechsler bot seine Waren feil. „Ich komme immer wieder gerne nach Sand zum Markt", sagte Thorsten Tröster aus Lembach, der seit über 20 Jahren dieses Hobby betreibt. Neben Gewürzmühlen aus heimischen Holz und Edelhölzern fertigt der begabte Mann auch Stifte, Kugelschreiber und Holzschalen. Weiterhin gibt es an seinem Stand Dekoartikel, wie Osterhasen aus Holz oder Brotzeitbrettchen mit eingebrannten Motiven.

Der 18-jährige Valentin Rippstein zeigte den Besuchern, wie man einen Korb flechtet.
Der 18-jährige Valentin Rippstein zeigte den Besuchern, wie man einen Korb flechtet.
Foto: Christian Licha

Ein voller Erfolg war auch die Zukunftsmesse in Haßfurt, die mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden war. Auf der zur vorübergehenden Fußgängerzone umgewandelten oberen Hauptstraße flanierten die zahlreichen Besucher genauso wie auf dem Floriansplatz und dem Marktplatz. Die Geschäftswelt lockte nicht nur in der Innenstadt sondern auch im Gewerbegebiet mit ihren Angeboten.

Die smarte grüne Stadt

Vor dem alten Rathaus hatte der veranstaltende Aktionskreis Haßfurt aktiv (AHA) einen Stand, an dem Stadträte die Besucher über das Thema „Smart Green City" informierten. Ergänzt von Vorträgen in der Rathaushalle und der Stadthalle wurde den Interessierten viel Wissen vermittelt. Im Stadtlabor informierten Madlen Müller-Wuttke und ihre Mitarbeiter zum digitalen Wandel der Kreisstadt. Gleichzeitig konnte man mit einer VR-Brille und zwei Controllern in der Hand die Ritterkapelle virtuell erkunden. Mit Photogrammetrie hatten Studenten der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt um Professor Nicholas Müller das Projekt entwickelt.

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