Gesellschaft
Warum Burgpreppachs Gräber immer kleiner werden
Nach Andacht, Gebet und Ansprache segnete Pfarrer Michael Thiedmann die Urnenrasengräber, die rund um die Christus-Statue entstehen sollen; unterstützt wurde er dabei von den beiden Kirchenvorsteherinnen Heike Fuchs und Vertrauensfrau Elisabeth Kö...
Nach Andacht, Gebet und Ansprache segnete Pfarrer Michael Thiedmann die Urnenrasengräber, die rund um die Christus-Statue entstehen sollen; unterstützt wurde er dabei von den beiden Kirchenvorsteherinnen Heike Fuchs und Vertrauensfrau Elisabeth Köhler (von links).
Jens Fertinger
F-Signet von Jens Fertinger Fränkischer Tag
Burgpreppach – Aufwendige Grabpflege kann oder will kaum noch jemand leisten. In Burgpreppach reagiert die Kirchengemeinde und schafft pflegearme Bestattungsformen.

Nach dem regulären Gottesdienst lud Pfarrer Michael Thiedmann am vergangenen Sonntagvormittag auf den Friedhof ein. Der Geistliche weihte dort zwei neue Begräbnisstätten ein, Urnenrasengräber und Baumgrabstätten. Trotz winterlicher Verhältnisse fanden sich eine Reihe interessierter Gemeindeglieder ein.

Die Bestattungskultur hat sich geändert

In seiner Ansprache erklärte der Geistliche, warum es diese neuen Bestattungsformen in Burgpreppach gibt. Die Bestattungskultur habe sich geändert, es würden inzwischen mehr Urnenbeisetzungen als Erdbestattungen gewünscht.

„Die Nähe zur Natur ist wichtiger geworden, aber auch gesellschaftliche Veränderungen bedingen, dass die Grabpflege immer seltener durch Angehörige zu leisten ist, weil sie andere Wohnorte haben“, sagte Thiedmann.

Die Nähe zur Natur und möglichst wenig Pflege sind den Leuten wichtig

Der Kirchenvorstand hat sich dieser Veränderungen angenommen, denn dieser Friedhof ist der einzige in der Marktgemeinde Burgpreppach, der sich in kirchlicher Trägerschaft befindet. Bestattungen sind in Wahlgrabstätten als Einzel- oder Doppelgräber oder als Urnengräber in den dafür vorgesehenen Urnenfeldern möglich.

Darüber hinaus gibt es nun auf dem Burgpreppacher Friedhof pflegefreie Grabstätten in Form von Urnenrasengräbern oder naturnahe Bestattungen in Baumgrabstätten.

Individuelle Grabanlagen und Bepflanzung sind nicht zugelassen

Bei den Urnenrasengräbern handelt es sich um sogenannte pflegefreie Gräber. Das bedeutet, dass auf der Wiese – um die Christus-Statue herum – die Urnen beigesetzt werden. Dort sollen Sträucher und Stauden wachsen, was eine individuelle Grabanlage oder Bepflanzung ausschließt.

Ausschließlich Gefäße aus biologisch abbaubarem Material

Jedoch wird an jedem Grab ein kleiner Grabstein stehen, auf dem ein Sonnenkranz eingearbeitet und der Name des/der Verstorbenen zu lesen ist. In jedem Urnenrasengrab können eine oder maximal zwei Urnen beigesetzt werden; es dürfen ausschließlich Gefäße aus biologisch abbaubarem Material verwendet werden.

An der Westmauer des Friedhofs sind die neuen Baumgrabstätten, die unter den noch jungen Maulbeerbäumen möglich sein werden.
An der Westmauer des Friedhofs sind die neuen Baumgrabstätten, die unter den noch jungen Maulbeerbäumen möglich sein werden.
Jens Fertinger

Baumgrabstätten für Urnenbestattungen sind unter den noch jungen Maulbeerbäumen an der Westseite des Friedhofs möglich. Der natürliche Umgriff der Bäume, zum Beispiel herabfallendes Laub, bleibt bei diesen Grabstätten erhalten. Vor jedem Baum werden kleine Sandsteinstelen angebracht, auf denen die Namen derer zu lesen sind, die unter dem jeweiligen Baum ruhen.

Ein Baum, sechs Baumgrabstätten mit je zwei Urnen

Pro Baum können bis zu sechs Baumgrabstätten mit je zwei Urnen vergeben werden. Auch hier ist eine individuelle Grabgestaltung nicht möglich; auch das Ablegen von Blumen, Kerzen, Kränzen oder ähnlichem Grabschmuck ist nicht gestattet.

Die beiden neuen Grabstätten weihte Pfarrer Thiedmann mit Gebet und kirchlichem Segen ein. Für die Anwesenden hatte er noch einen Flyer mitgebracht, welcher einen Überblick bezüglich der Bestattungsmöglichkeiten bietet.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: