Messner
Sein Reich ist die Kirche in Hofstetten
Messner Edgar Steinmetz kümmert sich in der Kirche St. Anna in Hofstetten um alles, was es für einen ordnungsgemäßen Gottesdienst braucht.
Messner Edgar Steinmetz kümmert sich in der Kirche St. Anna in Hofstetten um alles, was es für einen ordnungsgemäßen Gottesdienst braucht.
Helmut Will
F-Signet von Helmut Will Fränkischer Tag
Hofstetten – Zuverlässig und immer im Dienst: Seit 60 Jahren kümmert sich Edgar Steinmetz um die Messen in der Pfarrei St. Anna in seinem Heimatort. Was sind seine Aufgaben?

Seine 83 Jahre sieht man ihm nicht an. Edgar Steinmetz aus Hofstetten ist ein quirliger Mann, der rege am Leben teilnimmt, in vielen Vereinen noch aktiv ist und vor allem in der katholischen Pfarrei St. Anna seines Geburts- und Heimatortes Hofstetten. Dort füllt er seit nunmehr 60 Jahren das Amt des Messners zuverlässig aus.

Technik, Organisation und geistliches Leben

„Diesen Dienst mache ich über die Jahrzehnte hinweg und auch heute noch gerne“, sagt Edgar Steinmetz. Durch seine Arbeit als Küster oder Messner sorgt er für die äußeren Voraussetzungen des gottesdienstlichen Lebens im Alltag seiner Kirchengemeinde. Obwohl ein Großteil seiner Aufgaben technischen oder organisatorischen Charakter besitzt, kann seine Tätigkeit nicht von den geistlichen Bezügen christlichen Lebens getrennt werden.

Der gelernte Waldarbeiter hat sein Leben lang in Hofstetten verbracht

Geboren ist Steinmetz in Hofstetten, hat dort seine Kindheit und Jugendzeit verbracht und wohnt sein ganzes Leben in seinem Geburtsort. Erlernt hat er den Beruf eines Waldarbeiters, hat in Buchenbühl bei Nürnberg in der Waldarbeiterschule 1958 seine Gehilfen- und 1960 seine Waldfacharbeiterprüfung abgelegt. Insgesamt hat er 42 Jahre im Wald mit teils schwerer und gefährlicher Arbeit verbracht.

Er erzählt vom Förster Alfred Schramm, der damals das Forstrevier Hofstetten leitete, vom „Endlers Franz“, einem Arbeitskollegen, der unweit von ihm wohnte, vom Haumeister August Ankenbrand, vom „Schneiders Willi“ aus Bühl, der später selbst Förster in Königsberg war. „Schön war’s“, sagt Steinmetz, wobei ihm ein Lächeln übers Gesicht huscht.

Der lachende Dritte

Ministrant war er seit seinem neunten Lebensjahr, 1963 übernahm er das Amt des Messners. Und das habe sich so zugetragen: „Damals wollten zwei im Dorf Messner werden und haben sich um dieses Amt gestritten, sie wurden sich nicht einig und so habe ich das Amt übernommen und führe es bis heute aus.“

In den sechs Jahrzehnten hat er zehn Pfarrer erlebt und dazu noch einige Pfarrverweser. Die Stunden, in denen er Messnerdienste leistete, vermag er nicht zusammenzuzählen. „Rechnet man die normalen Kirchen, dazu Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und Rosenkränze, kommt schon einiges zusammen.“

Zu den Aufgaben des Messners Edgar Steinmetz gehört es, die Gottesdienste vorzubereiten, so auch das Anzünden der Kerzen in der Kirche St. Anna.
Zu den Aufgaben des Messners Edgar Steinmetz gehört es, die Gottesdienste vorzubereiten, so auch das Anzünden der Kerzen in der Kirche St. Anna.
Helmut Will

Was macht ein Messner? Er muss die Kirche aufsperren und zuschließen, sich um die Ministranten kümmern – früher hat Steinmetz sie noch angelernt –, die Messgewänder des Pfarrers je nach Anlass auflegen, den Klingelbeutel tragen und dafür sorgen, dass zu den Gottesdiensten oder sonstigen Anlässen alles vorbereitet ist. Auch die Gottesdienstordnung trägt er im Dorf aus. Die Glocken geläutet hat Steinmetz auch, als es noch kein automatisches Läutwerk gab.

Edgar Steinmetz vor dem Schrank, in dem die Messgewänder des Pfarrers aufbewahrt sind, die er, dem Anlass entsprechend, vor dem Gottesdienst auflegt.
Edgar Steinmetz vor dem Schrank, in dem die Messgewänder des Pfarrers aufbewahrt sind, die er, dem Anlass entsprechend, vor dem Gottesdienst auflegt.
Helmut Will

Und wenn mal kein Ministrant da war, hat er den Dienst des Kindes übernommen. Das alles natürlich pünktlich und zuverlässig. Das sei Voraussetzung für das Messneramt. Steinmetz sagt, dass er eine Stunde vor dem Gottesdienst in der Kirche ist, die Ministranten eine halbe Stunde vorher und der Pfarrer 15 Minuten vorher.

Edgar Steinmetz ist auch ein fleißiger Wallfahrer. Wallfahrtsführer ist er, wenn es zum Zeiler Käppele geht. „Da habe ich mit 80 Jahren noch die Fahne getragen“, sagt Steinmetz stolz.

Edgar Steinmetz, wie man ihn kennt. Sein Hut ist sein Markenzeichen.
Edgar Steinmetz, wie man ihn kennt. Sein Hut ist sein Markenzeichen.
Repro: Helmut Will

Langeweile kommt bei dem Rentner mit seinen vielen Aktivitäten und Interessen nicht auf. Aufgrund seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten durfte er sich in das „Goldene Buch“ der Stadt Königsberg eintragen. Auszeichnungen gab es von der Kirche für 30- und 50-jährige Tätigkeit als Messner. 30 Jahre war Steinmetz in der Kirchenverwaltung tätig, über 40 Jahre in der Waldkörperschaft als Vorsitzender und seit etwa 50 Jahren ist er auch Feldgeschworener.

Der Messner dankt dem Herrgott, dass es ihm so gut geht

Wer so viele Aufgaben wahrnehmen kann, der muss gesundheitlich auf der Höhe sein. „Ja, gesundheitlich ging es mir in meinem bisherigen Leben recht gut, ich habe nicht zu klagen und dafür bin ich meinem Herrgott dankbar“, sagt Edgar Steinmetz.

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