Feiertag
Blumen zu Ehren der Eucharistie
Die kleine Leni Kaiser bewundert den Blumenteppich in Schönbach. Dort feierte die katholische Kirchengemeinde bereits am vergangenen Sonntag ein vorgezogenen Fronleichnamsfest.
Die kleine Leni Kaiser bewundert den Blumenteppich in Schönbach. Dort feierte die katholische Kirchengemeinde bereits am vergangenen Sonntag ein vorgezogenen Fronleichnamsfest.
Foto: Kristina Kaiser
LKR Haßberge – Für viele Menschen im Landkreis ist morgen einfach nur ein freier Tag, doch die Katholiken feiern ein hohes Kirchenfest.

Schon wieder ein Feiertag. Viele Menschen im Landkreis Haßberge genießen die freie Zeit, womöglich durch einen Brückentag erweitert zum langen Wochenende. Und viele wissen dabei nicht einmal, womit sie diesen Feiertag „verdient“ haben. Es handelt sich um den Fronleichnamstag, ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche. Darin wird – in logischer Folge nach Christi Tod, Auferstehung und Himmelfahrt – gefeiert, dass er dennoch nicht gänzlich aus der Welt verschwunden ist. Es geht um die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie.

Die Katholiken feiern dies traditionell mit festlichen Prozessionen zu Altären, die mit aufwendig gestalteten Blumenteppichen geschmückt sind. In vielen Gemeinden werden Heiligenfiguren bei diesem Umzügen mitgetragen, Fahnenabordnungen marschieren mit und unter einem Himmel trägt der Geistliche die Monstranz mit einer geweihten Hostie als Symbol für die Eucharistie. Die Katholiken gehen für ihren Glauben auf die Straße. Im heutigen Sprachgebrauch kann man sagen: Die Gläubigen demonstrieren für Christus.

Der schwarze Fleck

Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der Lütticher Nonne Juliana im Jahr 1209 zurück. Die Ordensfrau hatte dabei die Kirche als Mondscheibe gesehen, bei der ein schwarzer Fleck das Fehlen eines Festes zu Ehren der heiligen Eucharistie anzeigte. Der Bischof von Lüttich führte 1246 ein solches Fest ein, das unter österlich-freudigen Vorzeichen das Abendmahlgedächtnis vom Gründonnerstag aufgriff. Aus diesem Grund wurde der Termin auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten angesetzt. Im Jahr 1264 ordnete Papst Urban IV., der frühere Archdiakon von Lüttich, den Festtag für die gesamte katholische Kirche an.

Zentrale Aussage von Fronleichnam ist, dass Jesus seinen Leib und damit sich selbst gibt. Auf diese Weise stiftet er ein fortlebendes Gedächtnismahl, in dem er selbst gegenwärtig ist. Dieses Mahl ist Zentrum des kirchlichen Lebens.

Das Fest, vor allem die Prozession, bringt zum Ausdruck, dass Jesus mit seinem Volk zieht. Dabei steht mehr die Freude an Jesu Gegenwart im Mittelpunkt als sein Leidensweg. Zwar steht das eucharistische Brot im Zentrum der Feier, seit der Neuordnung der Liturgie gilt Fronleichnam jedoch gleichzeitig als „Fest des kostbaren Blutes“, das früher am 1. Juli gefeiert wurde.

Hier wird gefeiert

Am heutigen Fronleichnamstag finden viele Gottesdienste im Freien statt, sofern das Wetter mitspielt. Im folgenden ein kleiner Rundblick im Kreis Haßberge – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Pfarreiengemeinschaft Am Weinstock Jesu Zeil/Sand:

Am Fronleichnamstag finden in Ziegelanger (8.30 Uhr), in Zeil und in Sand (jeweils 10 Uhr) Gottesdienste statt, anschließend ziehen die Gläubigen in Ziegelanger, Sand und Zeil in einer eucharistischen Prozession durch die Straßen, die festlich geschmückt sind. Jeweils zwei Altäre mit Blumenschmuck sind aufgebaut. Die Kinder können Blüten auf die Wege streuen.

Pfarreiengemeinschaft Ebern, Jesserndorf, Unterpreppach

Prozessionen finden nicht statt. In Jesserndorf (bereits am gestrigen Mittwoch) sowie am Fronleichnamstag in Reutersbrunn (10 Uhr) und in Ebern (10 Uhr) gibt es vor der Kirche Freiluftgottesdienste, der Platz mit dem Altar, der dafür aufgebaut wird, ist schön geschmückt.

Pfarreiengemeinschaft Maintal – Heilige Länder:

Freiluftgottesdienste sind in den einzelnen Pfarreien an der Kirche, Prozessionen sind nicht geplant. In Ebelsbach findet der Gottesdienst um 10 Uhr auf der Ochsenwiese gegenüber der Kirche statt. Der Freialtar wird besonders schön geschmückt. Es ist möglich, dass in einzelnen Pfarreien Altäre oder Blumenteppiche auf dem Gottesdienst-Gelände aufgebaut werden. Das hängt vom Wetter ab. In Stettfeld ist am Sonntag, 6. Juni, um 10 Uhr ein Gottesdienst zu Fronleichnam an der Kirche, zwei schön geschmückte Altäre werden aufgebaut.

Pfarreiengemeinschaft Maintal – Steigerwald (Eltmann):

Die Gottesdienste finden wie in der Gottesdienstordnung veröffentlicht statt; es gibt keine Prozessionen und keine Blumenteppiche.

Pfarreiengemeinschaft St. Kilian Haßfurt:

In Haßfurt gibt es einen Freiluftgottesdienst (9 Uhr) auf dem Marktplatz, es wird ein Blumenteppich gelegt.

Pfarrei Burgpreppach:

Es gibt einen Gottesdienst (10.30 Uhr), anschließend wird das Allerheiligste durch die Straßen getragen. Das übernimmt ein Mitglied des Pastoralteams mit einigen Ministranten. Die Burgpreppacher können den Gang der kleinen Gruppe von ihrem Grundstück aus verfolgen und sich segnen lassen. Blumen, Kreuz oder Heiligenfiguren können an den Häusern aufgestellt werden, Altäre werden nicht aufgebaut.

Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist Rauhenebrach:

Die Gottesdienste finden im Freien statt.

Pfarreiengemeinschaft Knetzgau:

Die Gottesdienste finden in der Kirche mit einer eucharistischen Anbetung statt.

Pfarreiengemeinschaft Pfarrweisach:

Es findet ein Gottesdienst in der Kirche statt (9 Uhr).

Pfarreiengemeinschaft Theres:

In Buch findet ein Gottesdienst am Brauhaus statt, dort ist auch ein Blumenteppich zu sehen (Samstag, 5. Juni, 18.30 Uhr). In Obertheres ist der Gottesdienst um 10 Uhr an der Schule im Freien am Fronleichnamstag. In Wonfurt ist der Gottesdienst um 10.30 Uhr im Pfarrhof, ein kleiner Teppich aus Blüten liegt dort.