Ausstellung
„Natur und Heimat im Lockdown“
Zu den Skulpturen von Helga Stegner gesellt sich nun in der Galerie an der Stadtmauer in Eltmann die Präsentation von Fotografien von Klaus Roth aus Ebelsbach. Seine Ausstellung nennt er „Natur und Heimat im Lockdown“.
Zu den Skulpturen von Helga Stegner gesellt sich nun in der Galerie an der Stadtmauer in Eltmann die Präsentation von Fotografien von Klaus Roth aus Ebelsbach. Seine Ausstellung nennt er „Natur und Heimat im Lockdown“.
Foto: Sabine Weinbeer
Eltmann – Hobbyfotograf Klaus Roth präsentiert in der Galerie an der Stadtmauer in Eltmann Bilder, die innerhalb eines Jahres entstanden sind.

Plötzlich war Lockdown – so viel Zeit und so viel Ruhe! Und so holte Klaus Roth die lange weggeräumte Kamera wieder hervor und fotografierte seit April 2020 Motive, die es teilweise ohne Lockdown gar nicht gegeben hätte: die Plassenburg oder den Biergarten auf der Altenburg ganz ohne Menschen beispielsweise.

„Diese Zeit hat meinen Blick in die Welt verändert“, erklärt Roth, und die Bilder, die diesen Blick zeigen, präsentiert er bis Ende Juli in der Galerie an der Stadtmauer in Eltmann unter dem Titel „Natur und Heimat im Lockdown“. Eigentlich war die Vernissage schon im April geplant, doch die Galerie darf erst jetzt wieder öffnen. Wegen der langen Schließung bleiben parallel auch die Skulpturen von Helga Stegner stehen, die sich gut mit den Fotografien des Wahl-Ebelsbachers ergänzen.

Massengräber dokumentiert

Im Hunsrück ist Klaus Roth geboren und viel in der Welt herumgekommen, unter anderem als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Dort lernte er das Fotografieren, war während der Stationierung in Sarajewo VIP-Fotograf bei hohem Besuch, doch später musste er im Kosovo Massengräber dokumentieren, „und dann habe ich die Kamera weggelegt für lange Zeit“, erzählt er von diesem tiefen Einschnitt.

Und dann kam der nächste Einschnitt: der Lockdown. „Ich war viel mit dem Hund unterwegs, und plötzlich war Zeit, Situationen wirken zu lassen. Kein Flugzeug am Himmel, kaum Autos auf Straßen und Plätzen. Viele der Motive, die sich ihm da boten, hielt er mit der Handy-Kamera fest, dann holte er auch die Kamera wieder hervor und nahm sie mit zu Foto-Streifzügen. „Hier hängt ein Jahr“, erklärt er zu den Aufnahmen, die auch mit Zeitungsartikeln ergänzt sind.

Witzig und nachdenklich stimmend

Roths Anmerkungen zu den Fotos sind manchmal witzig, manchmal gehen sie auch unter die Haut – oder sie regen einfach zum Nachdenken an: der durch wunderschönes Schmiedeeisen versperrte Biergarten als Symbol für die geschlossene Gastronomie, der traurige hölzerne Kopf vom Skulpturenpfad in Theinheim für den ersten Corona-Toten im Landkreis oder das Bild vom Frachtschiff „Bavaria 80“, das auf dem Main durch die erwachende Natur fährt. „Das hat mich ein bisschen an unseren Ministerpräsidenten und die Staatsregierung erinnert“, erzählt Roth. Deshalb heißt das Bild auch „Der bayerische Weg durch Corona“.

Das Symbolbild seiner ganzen Ausstellung

Viele herrliche Naturaufnahmen sind entstanden, oft mit einem Spannungsbogen zwischen Tod und Leben, Werden und Vergehen, aber auch Motive wie „Keller aufräumen“ oder die vier Stühle mit Ausblick. Auf die stieß Roth vor Schloss Craheim – eigentlich eine Begegnungsstätte, aber ebenfalls geschlossen und menschenleer. Und dort standen mit Blick über das Tal die vier leeren Stühle.

Für Roth ist diese Aufnahme eigentlich das Symbolbild seiner ganzen Ausstellung, seiner ersten Ausstellung überhaupt. Bisher zeigte er seine Aufnahmen im Internet mit großer Resonanz aus dem Familien- und Freundeskreis, und so ließ er sich ermutigen und fand in der Familie Jakob auch die passende Galerie.

Gerold Jakob würde gerne, wenn es die Regeln zulassen, noch im Juli eine Veranstaltung zu dieser Ausstellung machen „und gerne auch eine Finissage am 31. Juli, aber das müssen wir sehen“.

Die Ausstellungen von Roth und Stegner sind während der üblichen Öffnungszeiten der Galerie donnerstags, freitags und samstags von 16 bis 22 Uhr zu sehen. Besucher können sich auf Papier, aber auch über die Corona-Warn-App registrieren.

Spendensammlung

Mit der Ausstellung möchte Roth auch Spenden sammeln für die Soonwaldstiftung „Hilfe für Kinder in Not“, die sich um Kinder von ehemaligen Bundeswehrsoldaten kümmert, die unverschuldet in Not geraten sind (www.bundeswehrkinder.de, IBAN DE54 5605 0180 0010 1501 00 BIC MALADE51KRE).