Ehrungen
Bürgermedaille für Flachsenberger und Mahr
Mit der Bürgermedaille 2021 zeichnete Bürgermeister Bernhard Ruß (Mitte) die Sander Bürger Hermann Mahr (links) und Günther Flachsenberbger aus.
Mit der Bürgermedaille 2021 zeichnete Bürgermeister Bernhard Ruß (Mitte) die Sander Bürger Hermann Mahr (links) und Günther Flachsenberbger aus.
Foto: Matthias Zink
Sand am Main – Im Sport, in der Gesellschaft und im kirchlichen Bereich sorgen Günther Flachsenberger und Herman Mahr für Werte. Das muss man erst mal schaffen.

Günther Flachsenberger und Herman Mahr heißen die Träger der Bürgermedaille 2021 der Gemeinde Sand. Wegen der Corona-Lage überreichte Bürgermeister Bernhard Ruß nach Mitteilung der Gemeinde die Auszeichnung nach Rücksprache mit den Preisträgern im kleinen Kreis mit Familien im Sitzungssaal der Gemeinde.

„Man weiß ja nicht wie es im neuen Jahr weitergeht und so ist es ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Geehrten“, versucht Ruß, das beste aus der Situation zu machen. Es sei bedauerlich, dass das Wirken der beiden nicht in dem großen Rahmen gewürdigt werden konnte, den ihre Aktivitäten verdienten.

Hermann Mahr, führte Bernhard Ruß aus, gehöre zu den „stillen Helden“, die weniger auffallen, aber durch ihr Wirken viel für die Allgemeinheit bewegten. Günther Flachsenberger engagierte sich in Sander Sportvereinen und im kirchlichen Bereich stark und erregte mit Aktionen und Arbeiten öffentlich Aufmerksamkeit. Er sei ein Schaffer, der sich auf verschiedenen Ebenen einbrachte, auch wenn er dabei manchmal angeeckt sei, so Ruß.

Und fuhr fort: „Hermann Mahr steht für Werte, wie sie unsere Gesellschaft braucht.“ Dass die meisten Familien Kontakt zum Turnverein 1886 Sand bekamen, sei mit das Verdienst von Hermann Mahr: „Generationen von jungen Menschen in Sand haben durch ihn erfahren, was es heißt, sich körperlich anzustrengen und dennoch Freude dabei zu haben sich in eine Gemeinschaft einzufügen und soziales Verhalten einzuüben, stolz auf ihre Erfolge zu sein, ohne überheblich zu werden.“ Gemeinschaftssinn, Disziplin, Ausdauer, aber auch Freude zu vermitteln, sei ihm wichtig. Er gewann immer wieder junge Leute als Übungsleiter. Als Oberturnwart sei Mahr über vier Jahrzehnte unermüdlich auf der Suche nach Turn- und Sportangeboten für die Bevölkerung gewesen. So rief er in den 1970er Jahren das Kleinkinderturnen sowie das Mutter- und Kind-Turnen ins Leben, im Erwachsenenbereich gründeten sich das Frauen- und Männerturngruppen. Hermann Mahr sei zudem Motor für den Präventionssport. Übungsleiter qualifizierten sich für die Wirbelsäulengymnastik.

Mit der Turngala setzte er Akzente für den TV Hinzu kamen Tischtennis- und Badmintonabteilung und mit dem Bau des Turnerheims die Tanzabteilung. Außerdem sei er selbst 60 Jahre Übungsleiter und habe zweimal wöchentlich für mehrere Stunden in der Turnhalle gestanden. Im Turngau Haßberge/Schweinfurt machten sich seine Geräteturnerinnen einen Namen, sie nahmen des Öfteren den „großen Schweinfurter Vereinen“ die ersten Plätze weg, schmunzelte der Bürgermeister.

Eine Attraktion war bis 1999 das Ebersberg-Turnfest; zog Leichtathleten und Besucher an. 1954 fanden sich 3000 Turner und Besucher auf dem Ebersberg ein. Durch seine ausgleichende Art half er dem TV auch durch stürmische Zeiten. Er war ohne Studium ein großartiger Pädagoge. Als die Gemeinde Korbmacher suchte um, den Dorfplatz mit den selbstgeflochtenen Bänken zu bestücken, half er gerne mit.

Marienkapelle bis Schafkopf

Seine ersten Meriten verdiente sich Günther Flachsenberger, der 1965 von Ermershausen wegen seiner Frau Ingrid nach Sand gezogen ist, bei den Moto-Cross-Rennen am Hermannsberg. Über 20 000 Zuschauer säumten in den 1970er Jahren zu Pfingsten die Strecke. Ruß: „Die Moto-Cross-Veranstaltungen haben unsere Heimatgemeinde in ganz Europa bekannt gemacht.“

1984 kam mit den BMX Rädern eine neue Sportart zum MSC. Günther Flachsenberger hat mit vielen Helfern eine BMX-Strecke errichtet. Hier trainierte man für Meisterschaften in Bayern, Deutschland und Europa und Flachsenberger war immer als Fahrer, Betreuer und Monteur dabei. Als Sportleiter und Zweiter Vorsitzender brachte er neue Ideen ein.

So entstand am Hermannsberg eine Vereinshalle. Eingetreten in den 1970er Jahren ist Günther Flachsenberger aus dem FC Sand nicht wegzudenken. Die ersten Landesligajahre erlebte er als Platzkassier, von dem Zuschauerandrang könne man heute in der Bayernliga nur träumen, sagte der Bürgermeister. Günther Flachsenberger brachte sich ein beim Bau der neuen Flutlichtanlage und des dritten Fußballplatzes in der Unteren Länge. Er gründete den „Fanclub Ostkurve“ 1981, ebenso den „Förderverein Ostkurve“, organisierte Saisonabschluss- und Weihnachtsfeiern und die größten Schafkopfturniere in Nordbayern – alles, um den FC finanziell zu unterstützen.

Lesen Sie dazu auch

Als FC-Bayern-Fan organisierte er ferner jahrelang Fahrten zu Heim- und großen Auswärtsspielen des FC Bayern München. Flachsenberger ist Gründungsmitglied des FC Bayern-München-Fan-Clubs „Sander Reds“. Für Sportkameraden in Not organisierte er Benefiz-Fußballspiele.

Seit über 25 Jahren ist Flachsenberger Platzwart und hält die drei Spielplätze in einem beneidenswerten Zustand. Mit Hingabe pflegt er den Kunstrasenplatz. Günther Flachsenberger hat außerdem wesentlich dazu beigetragen, dass der Sander Faschingszug zu den Großen in Unterfranken gehört. Hier fungierte er über 25 Jahre als Präsident des Faschingskomitees und baute den guten Ruf der Gemeinde als „Faschingshochburg“ aus. Weil er organisierte und Verantwortung übernahm, zollte ihm der Bürgermeister hohen Respekt.

Flachsenberger ist ja denn auch seit zwei Jahren Ehrenpräsident; sein Präsidentenamt gab er an seinen Sohn Stefan Flachsenberger weiter. Auf eigene Initiative hin übernahm Günther Flachsenberger die Sanierung des Glockenturms im Friedhof, die Gemeinde musste nur das Material zahlen.

In großer Überzeugung errichtete Günther Flachsenberger an der Limbacher Straße eine Muttergottes-Kapelle – und er und seine Familie haben hier auch die volle Verantwortung bei Schäden und Verschleiß übernommen.

Jeweils am Pfingstmontag organisiert er eine ökumenische Andacht an der Kapelle mit kleiner Bewirtung. Die bisherigen Einnahmen und Spenden (70 000 Euro) wurden immer für soziale Zwecke gestiftet. Vater und Sohn Flachsenberger stifteten auch ein Wegekreuz am Radweg nach Limbach, das die Familie pflegt.

Flachsenberger ist als Pfarrgemeinderatsmitglied sehr aktiv und stellt sich auch bei den Haßfurter Kreuzbergwallfahrten als Fahrer für die Versorgungsautos zur Verfügung.