Sommerkonzerte
Urlaub von Corona in der Kreisstadt
Die Akteure beim letzten Sommerkonzert in Haßfurt. Am 18. August endet die Reihe der Konzerte mit den Groovekillers.
Die Akteure beim letzten Sommerkonzert in Haßfurt. Am 18. August endet die Reihe der Konzerte mit den Groovekillers.
Foto: Christian Licha
Haßfurt – Das erste Haßfurter Sommerkonzert entfiel wegen eines Unwetters, jetzt wird es am Mittwoch in Haßfurt nachgeholt: Die Groovekiller spielen.

850 - 0 - 0. Das sind die „Maße" der bisher vier Sommerkonzerte auf dem Haßfurter Marktplatz. Insgesamt 850 Besucher, Null Euro Eintritt und Null Corona-Fälle während den Veranstaltungen durch bewährte Sicherheitsvorkehrungen und Einhaltung aller Hygienevorschriften. Silke Brochloß-Gerner, die Leiterin des Kulturamtes und Christian Plott vom Stadtmarketing organisierten mit ihrem Team die Events in der Guten Stube der Kreisstadt, die ein kleiner Ersatz für das nicht stattfindende Straßenfest und das Marktplatzfest waren.

Immer mittwochs fanden die Konzerte statt, die größtenteils bei trockenem Wetter stattfanden. Einer Unwetterwarnung zum Opfer gefallen ist hingegen gleich der erste Veranstaltungstag, der nun am Mittwoch, 18. August, nachgeholt wird. Hier wird die beliebte Band Groovekiller mit Oldies, Klassiker und aktuellen Songs den Marktplatz rocken.

Die Aufbau-Crew der Stadt Haßfurt als Veranstalter ist komplett weiblich, nur in der Projektleitung unterstützen zwei Männer. Mit dieser Frauenpower wurde je Veranstaltungstag zwei Tonnen Material durch die Gegend gewuchtet. 176 Stühle, 42 Tische, vier Großtische und 140 Meter Absperrungen mussten jeden Mittwoch auf- und wieder abgebaut werden, verrät Silke Brochloß-Gerner. Das waren rund zehn Stunden Arbeitszeit für die meisten Helfer pro Abend, ergänzt Christian Plott.

Zu 80 Prozent ausgelastet

Mit einer durchschnittlichen Auslastung der Sitzplätze von über 80 Prozent ist man sehr zufrieden, so die Verantwortlichen. Im Vorfeld wurden fast 300 Telefonate zur Besucherregistrierung in der Touristinfo geführt und der Vorlauf war mit einem Vierteljahr verglichen mit dem Straßenfest (zwölf Monate) vergleichsweise gering. Als kleines "Leckerli" gab es jeweils an den Veranstaltungstagen einen Getränkegutschein, wenn man am selben Tag in einem Geschäft in der Innenstadt einkaufte und mehr als 25 Euro auf die Ladentheke legte. Einige Dutzend Zuschauer nahmen dieses Angebot begeistert an.

120 angemeldete Zuschauer und vielleicht noch einmal die Hälfte an Besuchern im benachbarten Eiscafé und auf den Straßen rings um den Marktplatz erlebten am letzten Mittwoch „play again sam – light" mit ihren besten Acoustic-Coversongs. Sebastian Hümmer und Hannes Wölfel aus dem Landkreis Ansbach zogen mit ihrer frech-fröhlichen Art die Zuhörer regelrecht in ihren Bann. Die beiden Musiker sorgten mit ihren Gitarren für gute Laune, gepaart mit handgemachter Musik. Bei den Songs von Bob Marley, den Gipsy Kings, U2 und weiteren Hits kam richtig Stimmung auf und die Gäste klatschten eifrig mit.

Sehr angetan von dem abendlichen Ambiente auf dem Marktplatz war zum Beispiel Beate Rink, die mit ihrem Ehemann Gerald am Mittwoch bereits das dritte Mal bei einem der Sommerkonzerte war. Die Haßfurterin lobte die Mühe, die sich die Helfer bei der Dekoration machten und die Künstler mit ihren musikalischen Darbietungen auf hohem Niveau. „Falls solche Veranstaltungen wieder mal stattfinden, wäre es gut, den Marktplatz für den Verkehr zu sperren", machte Beate Rink einen Verbesserungsvorschlag. Innerhalb fünf Minuten hätte sie 20 Autos gezählt, die vorbeifuhren. Weil auch viele Zuschauer außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsgeländes unterwegs waren, würde das zu mehr Sicherheit für die Leute beitragen, so Rink.

Gäste der besonderen Art sichtete unser Reporter in der Nähe der Parkplätze auf dem Marktplatz. Dort lagen sechs Hunde, von Groß bis Klein, von Jung bis Alt auf dem Gehweg und machten keinen Mucks. Mit dabei waren ein „Frauchen" und zwei „Herrchen", die Hundeführer bei der BRK-Rettungshundestaffel Haßberge sind.

Diesen Zwischenstopp habe man sich ausgesucht, um mit den Vierbeinern im Alter von 16 Wochen bis zu fast 13 Jahren eine mit der lauten Musik eher für den Alltag ungewöhnliche Geräuschkulisse zu zeigen. Die Rettungshunde ließen sich davon aber nicht beeindrucken und folgten brav den Befehlen ihrer Besitzer.