Corona-Maßnahme
Wieder keine große Knallerei an Silvester
Große Feuerwerke, wie hier über Königsberg,  solle es auch zum Jahreswechsel 2021/22 nicht geben.
Große Feuerwerke, wie hier über Königsberg, solle es auch zum Jahreswechsel 2021/22 nicht geben.
Foto: Archiv/Snater
LKR Haßberge – Die Gemeinden und Städte sind sich einig:. Auch zum Jahreswechsel 2021/22 sollen keine Raketen und Böller in den Nachthimmel gejagt werden.

Auch der Jahreswechsel 2021/22 dürfte im Landkreis Haßberge wieder still und ohne große Knallerei verlaufen. Schuld ist, wie bereits im vergangenen Jahr, die Corona-Lage. Nachdem öffentlich immer lauter über Böllerverbote zu Silvester und sogar einen möglichen Lockdown zu nach Weihnachten diskutiert wird, meldet sich nun der Gemeindetag zu Wort: Die Bürgermeister der 26 Kommunen des Landkreises rufen gemeinsam dazu auf, keine Böller und Raketen in den Nachthimmel zu schießen.

Sie stellen in einem vom Vorsitzenden Dieter Möhrig versandten Nachricht klar: Neuerlich müssen Silvesterfeierlichkeiten auf öffentlichen Plätzen aufgrund der Corona-Lage zum Silvesterabend 2020 untersagt werden.

Zur Erinnerung: Zum Jahreswechsel 2020/2021 hatte es wegen der Pandemie ein deutschlandweites Verkaufsverbot für Feuerwerk gegeben. Zugleich galt überall ein An- und Versammlungsverbot für Silvester und Neujahr. Obendrein richteten viele Städte und Gemeinden Bereiche ein, in denen das Zünden von Feuerwerk grundsätzlich untersagt war. Neben der Sorge um die Infektionsgefahr ging es auch darum, eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser durch Böllerunfälle zu vermeiden.

Möhring erinnert an den Appell vor zwölf Monaten, als es hieß: „Das Corona-Jahr endlich laut und bunt zu verabschieden wäre sicherlich für uns alle ein wahrhaftiger Grund zum Feiern und ein tolles Feuerwerk wert gewesen.“

Die mangelnde Konsequenz

Dass sich diese Bekanntmachung nun wiederholen werde, „hätten wir in der Tat wohl alle nicht geglaubt“. Ob es an zu wenig Vorsicht bei den Sozialkontakten oder dem Umgang mit Gastronomie und Veranstaltungen liegt, sei dahingestellt, schreiben die Bürgermeister, aber „sehr wahrscheinlich hätte eine höhere Anzahl von Geimpften und die konsequente Einhaltung von Kontaktbestimmungen die sehr rasche Ausbreitung des Corona-Virus verhindert“.

Aufgrund der aktuell sehr hohen Fallzahlen jedenfalls müsse neuerlich das Abbrennen von Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern an Silvester 2021 und Neujahr 2022 auf allen kommunalen Plätzen und Straßen untersagt werden. „Das fällt uns sicherlich nicht leicht“, erklärt der Aidhäuser namens aller Bürgermeister im Landkreis, „aber wir stehen in der Pflicht, die Verantwortung für alle Bürger zu tragen und zu übernehmen.“

Es gehe um die Vermeidung größerer Menschenansammlungen und um die möglicher Verletzungen beim Zünden der feuerwerke. „Das Personal in den Krankenhäusern ist bereits vollkommen überlastet und eine Entspannung ist diesbezüglich leider nicht in Sicht.“ Auch daher appellieren die Bürgermeister an die Bevölkerung, die Angebote zur Impfung zu nutzen und Kontakte einzuschränken.

Auch die Polizei warnt

Wegen der erneut steigenden Corona-Infektionszahlen hatten sich kürzlich auch Polizeigewerkschaften für grundsätzliche Böllerverbote an Silvester ausgesprochen, um die Corona-Risiken zu reduzieren. Sinnvoller noch als private Böllerfeiern wären aus Polizeisicht kontrollierte Feuerwerke an zentralen Plätzen, weil die Situation dort überwachbar wäre.

Städte wie Nürnberg und München planen Verbote, fordern aber eine verbindliche Rechtsgrundlage, denn nach der Aufhebung der „Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ müssen Regeln auf Landesebene neu gefasst werden.

Der Verzicht auf Feuerwerk bedeutet den Bruch mit einer Tradition, passt aber nebenher bemerkt in eine Zeit in der Umwelt- und Klimaschutz großgeschrieben werden. Neben Müllmengen und Lärm wird so auch der gesundheitsgefährdender Feinstaub reduziert .