Kosten
Landkreis steht zum Flugplatz
Der Flugplatz ist ein fester Bestandteil der Stadt Haßfurt und des Landkreises seit mehr als 65 Jahren.
Der Flugplatz ist ein fester Bestandteil der Stadt Haßfurt und des Landkreises seit mehr als 65 Jahren.
Foto: Günther Geiling
LKR Haßberge – Um 25 000 Euro wird der jährliche Betriebskostenzuschuss erhöht. Es gab aber auch Stimmen für einen Ausstieg.

Seit mehr als 65 Jahren ist der Flugplatz ein fester Bestandteil der Stadt Haßfurt und des Landkreises und viele erinnern sich noch an die Flugtage, die alljährlich viele Gäste anzogen. Der Verkehrslandeplatz ist aber auch seit 2003 auf einen jährlichen Betriebskostenzuschuss angewiesen und dieser führt regelmäßig zu kritischen Stimmen, die auch in der Sitzung des Kreisausschusses wieder deutlich wurden.

Diese wurden wieder lauter, weil mit der Stadt Schweinfurt zum Jahresende ein Gesellschafter ausgeschieden ist. Während die einen die Frage nach der Zukunft des Flugplatzes stellten, für eine Abstufung oder gar den Ausstieg plädierten, sah die Mehrheit der Mitglieder darin eine wichtige Infrastruktureinrichtung für die Region, die es zu erhalten gelte. Letztlich einigte man sich auf eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses um 25 000 Euro auf 75 000 Euro für die Jahre bis 2023.

Finanzielle Situation ist jetzt anders

Kämmerer Marcus Fröhlich erinnerte eingangs daran, dass der Landkreis dem Verkehrslandeplatz seit 2003 einen Betriebskostenzuschuss gebe, der bis 2018 jährlich 25 000 Euro betrug. Ab 2019 sei dieser, befristet bis 2023, auf 50 000 Euro erhöht worden. Durch den Austritt der Stadt Schweinfurt Ende 2020 habe sich allerdings die finanzielle Situation der Gesellschaft verändert, da damit 50 000 Euro wegfallen. Deswegen habe die Verkehrslandeplatz GmbH einen Antrag auf Erhöhung des jährlichen Zuschusses auf 75 000 Euro bei der Stadt Haßfurt und dem Landkreis Haßberge gestellt – und dies gelte es nun zu beschließen.

Der Kreiskämmerer unterstrich, „dass der Verkehrslandeplatz eine wichtige Einrichtung für die Region darstellt. Er wird von den Haßberg-Kliniken auch als Hubschrauberlandeplatz und für den Transport von Organtransplantationen genutzt und hat damit auch für die medizinische Versorgung eine gewisse Bedeutung“. Außerdem versuche die GmbH, den Flugplatz auch für anderweitige Zwecke zu vermarkten.

Hennemann: Es darf doch nicht sein, dass Defizite auf unseren Schultern hängen bleiben

Jürgen Hennemann (SPD) erinnerte an seine Anfrage bei der Haushaltsberatung, inwieweit ein Gespräch mit dem Bayerischen Verkehrsministerium stattgefunden habe. „Wenn er so eine Bedeutung für die Region hat und vergleichbare Landeplätze anders behandelt werden, dann darf es doch nicht sein, dass Defizite auf unseren Schultern hängen bleiben. Wenn Aufwand und Nutzen für den Status F (Instrumentenflug) nicht stimmen, wäre es dann nicht an der Zeit, die Leistungen einzuschränken? Dann hätten wir eben keinen Verkehrslandeplatz mehr, sondern nur noch einen Flugplatz.“

Wie Landrat Wilhelm Schneider dazu ausführte, habe dieses Gespräch auch mit Einbeziehung von Staatssekretär Gerhard Eck stattgefunden. „Es war aber nicht erfolgreich und ich bin auch bei einem weiteren Gespräch nicht optimistisch. Trotzdem probieren wir alles, um die Einnahmesituation zu verbessern, aber auch die Ausgabenseite.“

Geschäftsführer: Es wird ja schon gespart

Der Geschäftsführer der Verkehrslandeplatz GmbH, Rolf Schneider, berichtete dann von solchen Einsparmaßnahmen. So habe man den Flugverkehr im Winter von Mitte Dezember bis Mitte Februar eingeschränkt, soweit dies möglich sei. Man habe auch einen Ruhetag eingeplant und ebenso sei es gelungen, Personalkosten einzusparen. Gravierend bei den Kosten sei derzeit aber die Einführung einer neuen EDV-Anlage. Als Haupteinnahmequellen nannte Schneider die Stellplatz- und Landegebühren, aber auch Testfahrten von Firmen auf dem Fluggelände.

Rainer Baumgärtner (ÖDP) fragte nach, ob man nicht die IHK als weiteren Partner gewinnen könne und ob in den nächsten Jahren große Investitionen anstünden. Man hadere schon seit Jahren damit, dass man immer wieder Unterstützung geben müsse. „Dabei müsste eigentlich die Schweinfurter Industrie mehr Interesse dran haben als wir in den Haßbergen. Deswegen werden wir dagegen stimmen.“

Die Landegebühren erhöhen?

Harald Kuhn (Grüne) wollte wissen, wie es langfristig weitergehen soll. „Wenn man kein Ende sieht, muss einmal Schluss sein. Wir sollten einen Beschluss fassen, und wenn Bedarf da ist, soll der Staat einspringen.“ Harald Pascher (FDP/FB) ging auf die Einsparungen ein. Wenn diese gegeben seien, sollte doch eine Erhöhung des Zuschusses gar nicht mehr nötig sein. Thomas Dietzel (Linke) kam auf die über 10 000 Flugbewegungen zu sprechen und meinte: „Warum legt man die Kosten nicht auf diese Bewegungen um? Dadurch könnten die Nutzer mehr dazu betragen, dass eine schwarze Null herauskommt.“

Günther Werner, Haßfurts Bürgermeister und damit Mitgesellschafter, lenkte den Blick auf Bayreuth, wo man für den dortigen Flugplatz jährlich 400 000 Euro ausgibt, „und wir streiten uns über 25 000 Euro“. Gerhard Zösch (CSU) meinte, dass es in all den Jahren schon immer Stimmen gegen den Flugplatz gegeben habe und „mancher wollte ihn sogar schon an die Wand fahren lassen. Der Flugplatz ist aber eine wichtige Einrichtung und manche Firma hätte sich ohne Flugplatz hier nicht angesiedelt“.

Schneider: Coburg und Bamberg bauen aus und wir diskutieren um 25 000 Euro

Ähnlich sah es Landrat Schneider. „Coburg und Bamberg bauen aus und wir diskutieren um einen Zuschuss von 25 000 Euro, weil ein Gesellschafter ausgeschieden ist.“ Man habe sich auch schon Gedanken über die Landegebühren gemacht, aber diese müssten auch mit den Nachbarlandkreisen vergleichbar sein. „Der Zuschuss ist deswegen erforderlich.“ Mit 9:4 Stimmen beschloss dann das Gremium, der Erhöhung zuzustimmen.