Fußball
FC Sand wankt beim Schlusslicht, fällt aber nicht
Grund zum Jubel hat der FC Sand: Beim SV Seligenporten gelang der Mannschaft von Trainer Matthias Strätz der erste Saisonsieg.
Grund zum Jubel hat der FC Sand: Beim SV Seligenporten gelang der Mannschaft von Trainer Matthias Strätz der erste Saisonsieg.
Foto: Sportfoto Zink
Seligenporten – Es ist geschafft: Der FC Sand holt erstmals in dieser Bayernliga-Saison drei Punkte. Matchwinner war Timm Strasser mit einem Doppelpack.

Der FC Sand landet beim SV Seligenporten den ersehnten ersten Saisonsieg. Wegbereiter war Tim Strasser mit einem Doppelpack. Dabei lieferten die Unterfranken gegen den Tabellenletzten keineswegs eine sonderlich gute Leistung ab, erwiesen sich aber letztlich als cleverer. Trainer Matthias Strätz schenkte dem selbem Team, das am Mittwoch 1:1 gegen Bayern Hof spielte, das Vertrauen.

Bayernliga

SV Seligenporten – FC Sand 1:2

Weil der noch immer komplett ohne Zähler dastehende SVS auf Ballkontrolle bedacht war und auch der FC Sand nicht unbedingt den Weg nach vorne suchte, waren gefährliche Aktionen Mangelware. Immerhin strahlten die Hausherren zumindest bei einem Eckball, den Giuliano Nyary am Tor vorbeiköpfte (7.), etwas Gefahr aus.

Sand brauchte seinerseits eine Viertelstunde, bevor Marc Fischer mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern ein Ausrufezeichen setzte. Diese zaghafte Vorgehensweise missfiel FC-Coach Matthias Strätz, der deshalb mehr Engagement einforderte.

Simon Götz legt für Timm Strasser auf

Seine Kicker gehorchten alsbald und verstärkten ihren Druck nach vorne. Es war aber keine herausgespielte Gelegenheit, welche die Gäste in Führung bringen sollte, sondern ein leichtsinniger Ballverlust der Klosterer im defensiven Mittelfeld. Simon Götz erfasste die Situation blitzschnell, nahm den Ball an sich, um den auf dem rechten Flügel durchstartenden Timm Strasser in Szene zu setzen, der per Schrägschuss zum 1:0 (32.) einnetzte.

Tim Dotterweich vom FC Sand (rechts) hat gegen Fatih Boynuegrioglu alle Hände voll zu tun.
Tim Dotterweich vom FC Sand (rechts) hat gegen Fatih Boynuegrioglu alle Hände voll zu tun.
Foto: Sportfoto Zink

Wenig später wäre der Weg des für den verletzten Fischer ins Spiel gekommenen Christopher Gonnert zum 2:0 frei gewesen, doch weil das Zuspiel von Tim Dotterweich nur dessen Ferse touchierte, sprang der Ball unkontrolliert davon.

SV Seligenporten kommt druckvoll aus der Pause

Obwohl die Sander die Halbzeitpause etwa fünf Minuten früher beendeten und somit auf den Kontrahenten warteten, hatte es den Anschein, als wären sie beim Wiederanpfiff des sehr souverän leidenden Schiedsrichters Yannick Eberhard so gar nicht am Platz. Denn der SV Seligenporten übernahm sofort das Heft des Handelns. So verpasste Nyary nur ganz knapp eine Flanke von Josip Bajic (50.), und FC-Keeper Markus Geier musste all seine Klasse aufwenden, um einen Knaller von Leon Rukiqi noch so eben an den Pfosten zu lenken (52.).

Wenig später tanzte Manfred Strobel mit einem Solo mehrere Kontrahenten aus, mangels Anspielstation blieb seine Darbietung jedoch unbelohnt. Etwas zielstrebiger machte es David Vidovic bei seinem Lauf in Richtung Tor, legte sich allerdings den Ball zu weit vor (58.).

FC Sand zeigt sich kaltschnäuzig

Nun also gehörig unter Druck, zeigte Sand alsbald Kaltschnäuzigkeit und nutzte einen erneuten Abspielfehler des SVS so konsequent wie auch gekonnt. Ralph Thomann und Gonnert kombinierten sich auf dem rechten Flügel nach vorne, bevor der am Fünfer lauernde Strasser eiskalt vollstreckte – 2:0 (62.).

SV Seligenporten zeigt eine Reaktion

Dieses mittlerweile schon 17. Gegentor löste bei den Klosterern eine bemerkenswerte Reaktion aus. Statt klein beizugeben, ging ein Ruck durch das Team, der sich nur drei Minuten später auszahlen sollte, als Drazen Misic eine Vorlage von Bajic aufnahm und aus 25 Meter den sichtlich überraschten Geier zum 1:2-Anschlusstreffer überwand. Weil Sand um den schon fast sicher geglaubten Erfolg bangte und der SVS unbedingt den Ausgleich wollte, legte die Begegnung in der Schlussphase einen Zahn zu.

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Hatte Gonnert Pech, dass er knapp danebenschoss (70.), fehlte auch Rukiqi auf der Gegenseite das Schussglück (72.). Kurz danach rettete Vidovic in höchster Bedrängnis gegen den nie in den Griff zu bekommenden Gonnert. Die letzte Aktion ging auf das Konto der Hausherren, als Rukiqi einen Freistoß durch die Mauer schickte, aber Geier zur Stelle war.

Das sagen die Trainer

Matthias Strätz, Trainer des FC Sand: „Wir haben in der ersten Halbzeit oft den letzten Ball schlampig gespielt. Nach der Führung haben wir uns zurückgelehnt und waren von der Rolle. Auch das 2:0 hat keine Ruhe gebracht. Trotzdem aber war der Sieg wichtig für die Moral.“

Gerd Klaus, Trainer des SV Seligenporten: „Beiden Tore gingen Fehlpässe voraus. Insgesamt aber haben wir ganz gut gespielt, es fehlt noch immer an Kleinigkeiten. Allerdings klebt uns auch ein wenig das Pech an den Füßen.“

Die Statistik zum Spiel

SV Seligenporten: Herbert Schötterl – David Vidovic, Fabio Deuerlein (46. Leon Rukiqi), Aristotelis Dougalis (46. Fatih Boynügrioglu) – Josip Bajic, Justin Kussmann, Damyan Opcin (84. Timucin Turgut) – Manfred Strobel, Sascha Luft (78. Reisig), Christian Knorr – Giuliano Nyary (63. Drazen Misic).

FC Sand: Markus Geier – Ralph Thomann, Maximilian Zang, Johannes Bechmann, Tim Dotterweich (86. Kevin Moser) – Simon Götz (74. Luca Zeiß), André Karmann – Marc Fischer (27. Christopher Gonnert), Sven Wieczorek, Jannik Kiebler (65. André Lörzer) – Timm Strasser (67. Sebastian Wagner).

Schiedsrichter: Yannick Eberhardt (Burgberg) / Zuschauer: 185 / Tore: 0:1, 0:2 Timm Strasser (32., 62.), 1:2 Drazen Misic (65.).

Udo Weller