Motorsport
Haßberg-Rallye: Einseitiges Rennen an der Spitze
Patrik Dinkel und Tamara Lutz waren  in ihrem Mitsubishi Lancer EVO 9 RS bei der 23. ADAC-Haßberg-Rallye eine Klasse für sich.
Patrik Dinkel und Tamara Lutz waren in ihrem Mitsubishi Lancer EVO 9 RS bei der 23. ADAC-Haßberg-Rallye eine Klasse für sich.
Foto: Gerd Plietsch
Ebern – Patrik Dinkel und Tamara Lutz fahren bei der 23. ADAC-Haßberg-Rallye allen davon. Dafür war das Rennen um den zweiten Platz umso enger.

Mit einer tollen Fahrleistung gewannen der Rossacher Patrik Dinkel und seine Beifahrerin Tamara Lutz vom ADAC-Ortsclub Winnenden die 23. ADAC-Haßberg-Rallye des AC Ebern. Mit ihrem Mitsubishi Lancer Evo 9 RS fuhren sie auf den beiden, jeweils zweimal zu befahrenden Wertungsprüfungen (WP) jeweils die schnellste Zeit und distanzierten ihre Verfolger um mehr als 37 Sekunden.

Um Platz 2 duellierten sich der Gefreeser Werner Mühl und sein Beifahrer Karsten Bendig (Neustadt) im BMW E 46 und die beiden für den AMC Coburg startenden Ebensfelder Ralf Hillmann und Hans-Peter Wollner (Mitsubishi Lancer Evo 6.5). Letztere verloren das Duell mit wechselnden WP-Bestzeiten um äußerst knappe zwei Zehntel-Sekunden und mussten sich mit Rang 3 begnügen.

Engagierte Teams, auch ohne Zuschauer

Kollektives Aufatmen war rund um den ehemaligen Exerzierplatz der einstigen Balthasar-Neumann-Kaserne am Rande von Ebern zu vernehmen, als sich die 60 Teilnehmer versammelten, um nach einer Pause von mehr als einem Jahr wieder einmal eine Rallye in Angriff zu nehmen. Entsprechend engagiert gingen die einzelnen Teams zu Werke und boten zumindest den Streckenposten – da ja keine Zuschauer zugelassen waren – anspruchsvollen Motorsport.

Vom Start weg zeigte Patrik Dinkel, der noch immer amtierende ADAC-Rallye-Masters-Gewinner von 2019, wer Herr im Haßberg-Rallye-Haus ist. Er ließ seinen Mitbewerbern nicht den Hauch einer Chance und distanzierte alle anderen Teams überdeutlich. Nachdem er Hillmann/Wollner gleich auf der ersten Prüfung um mehr als fünf Sekunden enteilt war, brummte er auf der zweiten, über 10 Kilometer langen WP von Welkendorf über Weißendorf und Bühl nach Jessendorf dem BMW-Team Mühl/Bendig gleich 14 Sekunden auf und kam als souveräner Führender zurück.

Dinkel/Lutz lege noch einmal zu

Und auch im zweiten Umlauf über die beiden Wertungsprüfungen ließen Dinkel/Lutz nicht nach, erhöhten auf der WP 3 sogar noch einmal die Schlagzahl und gewannen auf den insgesamt 30,78 WP-Kilometern schließlich mit den eingangs erwähnten 37 Sekunden Vorsprung die Rallye.

Der Fight hinter ihnen begann mit einer Bestzeit für Hillmann/Wollner, bevor sich Mühl/Bendig zweimal in die Bestzeitenliste eintrugen. Den finalen Schlagabtausch gewannen zwar wieder Hillmann/Wollner, doch am Ende fehlten ganze zwei Zehntel-Sekunden um Rang 2 hinter ihrem Markenkollegen zu erreichen. Patrik Dinkels Zwillingsbruder Marcel kam als Beifahrer von Dominik Honke mit dessen Subaru Impreza auf Gesamtrang 10.

Lokalmatadoren des AC Ebern mit technischem Defekt

In der Gruppe der serienmäßigen Fahrzeuge waren die für den UMC Ulm im DMV startenden Jochen Baumhauer/Michael Knese mit ihrem Audi TTRS die Schnellsten, 15 Sekunden vor dem mehrfachen bayerischen Rallyemeister Reinhard Honke (Himmelkron) und seinem Wonseeser Beifahrer Michael Heinze im BMW M 140i x Drive.

Manuel Schmidt und Anabel Genslein bildeten das einzige Team des AC Ebern, erreichten aber nicht das Ziel.
Manuel Schmidt und Anabel Genslein bildeten das einzige Team des AC Ebern, erreichten aber nicht das Ziel.
Foto: Gerd Plietsch

Die heißen Temperaturen oder die nach über einem Jahr Pause noch nicht wieder optimal eingespielten Bewegungsabläufe sorgten für etliche Ausfälle, teils nach Ausrutschern, teils auch wegen technischer Defekte. Von den 60 gestarteten Teams aus Bayern und Süd-Thüringen erreichten lediglich 49 das Ziel. Das einzige Team des AC Ebern, Manuel Schmid und Anabel Genslein, mussten ihren Seat Ibiza bereits in der ersten WP von Höchstädten über Fischbach und Kraisdorf nach Brünn wegen eines technischen Defektes vorzeitig abstellen.

Zehn Teams bei der Retro-Rallye

Die außerdem durchgeführte 13. ADAC-Haßberg-Retro-Rallye Historic nahmen zehn Teams unter die Räder. Den Sieg holten sich Wolfgang und Fabian Michalsky (beide Schutterwald) im Alfa Romeo Giulia mit einer Abweichung von 0,33 Sekunden (auf die vom Veranstalter für die jeweilige WP vorgegebene Idealzeit) vor Max und Timo Birnbreier (Reutlingen/Pfulingen) im Toyota Celica und 0,64 Sekunden sowie Thomas und Nico Meyer (beide Frankenthal) im Porsche 911 Carrera 3.2 und einer Abweichung von 1,32 Sekunden. Das Burgebracher/Bischberger Team Frank Dennert und William Lee Förster kam mit seinem Mercedes SL 500 und einer Abweichung von 6,79 Sekunden auf Rang 8.

Weitere Informationen und alle Ergebnisse im Detail gibt es im Internet unter www.ac-ebern.de.