Eishockey
„Hawks“ sind trotz Niederlagen zufrieden
Knapp vorbei: Haßfurts Jakub Sramek, scheitert nach einem Alleingang am Außennetz. Schweinfurts Schlussmann Benedikt Roßberg hätte nicht mehr eingreifen können.
Knapp vorbei: Haßfurts Jakub Sramek, scheitert nach einem Alleingang am Außennetz. Schweinfurts Schlussmann Benedikt Roßberg hätte nicht mehr eingreifen können.
Foto: Ralf Naumann
Haßfurt – Die Haßfurter unterliegen dem ERV Schweinfurt mit 2:4 und Fass Berlin mit 4:8. Beide Kontrahenten spielen in höheren Ligen.

Zwei Partien vor eigenen Fans, zwei Niederlagen. Sechs Tore erzielt, zwölf kassiert. Die Bilanz des Eishockey-Landesligisten ESC Haßfurt nach seinem „Doppelheimspielpack“ fühlt sich aber nur auf den ersten Blick enttäuschend an. Immerhin standen mit den Schweinfurter Mighty Dogs, die am Freitagabend nach der Niederlage eine Woche zuvor diesmal mit 4:2 die Oberhand behielten, sowie Fass Berlin (die Hauptstädter siegten 23 Stunden später deutlich mit 8:4), zwei höherklassige Kontrahenten auf dem Eis im Stadion am Großen Anger.

ESC Haßfurt – ERV Schweinfurt 2:4 (0:1, 2:2, 0:1)

Für Martin Reichert, in seiner Funktion als „Teamchef“ wieder auf der Spielerbank der „Hawks“ aktiv, war das zweite Derby binnen sieben Tagen „im Prinzip ein ähnliches Spiel“ wie vor einer Woche. Dass die Haßfurter diesmal als Verlierer vom Eis mussten, sei jedoch kein Beinbruch. „Es kann immer für beide Seiten gut ausgehen“, sagte der Sylbacher. Er gab vielen jungen Spielern, für die die erste Mannschaft immer noch Neuland ist, viel Eiszeit. „Da muss man bestimmte Fehler auch ertragen können, ebenso, dass man so eine Partie mal verliert. Dafür ist die Vorbereitung schließlich da.“

Kleine Zwistigkeiten gehören einfach dazu: Haßfurts Dominik Tobola (links) im Clinch mit dem Schweinfurter Leonardo Ewald. Linienrichter Andreas Feist schlichtet.
Kleine Zwistigkeiten gehören einfach dazu: Haßfurts Dominik Tobola (links) im Clinch mit dem Schweinfurter Leonardo Ewald. Linienrichter Andreas Feist schlichtet.
Foto: Ralf Naumann

Immerhin sahen die diesmal 683 Zuschauer bei teils dichtem Bodennebel ein bis zum Ende offenes Derby, welches die Mannschaft von ERV-Coach Andreas Kleider durch Treffer des zurückgekehrten Bobby Hood (31./59.), Alexander Asmus (11.) sowie Christian Masel (33.) letztlich für sich entschied. Die „Hawks“ dagegen konnten Schweinfurts Schlussmann Benedict Roßberg diesmal nur zwei Mal bezwingen. Die Haßfurter Tore erzielten zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich Jakub Sramek (25.) sowie zum 2:3-Anschluss (39.) Sturmpartner Michael Stach.

Schweinfurts Kapitän Kevin Marquardt machte den Sieg auch an „vielen Kleinigkeiten“ fest, die beim ersten Aufeinandertreffen noch nicht geklappt hätten. „Wir haben heute das kleine Zeug richtig gemacht“, sagte der Angreifer. „Zweiter Mann zum Tor, Scheiben spielen, schnell spielen. Das hat heute einfach besser funktioniert und war der ausschlaggebende Punkt.“

ESC Haßfurt: Hetzel, Jung – Hora, Thebus, Stahl, Hertwich, Müller, Finzel – Stach, Düsel, Krein, Sramek, Trübenekr, Tobola, Büchner, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Finger 
ERV Schweinfurt: Hesselbach, Roßberg – Kleider, Hegenbarth, Akers – Bourne, Heckenberger, Schlick, Manger, Grüner, Bär, Asmus, Masel, Ewald, Melchior, Hood, Marquardt, Ackers 
Schiedsrichter: M. Reitz – C. Reitz/Feist 
Zuschauer: 683
Tore: 0:1 (11.) Asmus (Schlick), 1:1 (25.) Sramek (Trübenekr, Stach), 1:2 (32.) Hood (Bourne), 1:3 (33.) Masel, 2:3 (39.) Stach (Sramek, Trübenekr), 2:4 (59.) Hood (Masel) 
Strafzeiten: Haßfurt 12 / Schweinfurt 8.

Schweinfurts Doppeltorschütze Bobby Hood (Zweiter von rechts, rechts daneben Haßfurts Jan Trübenekr) streitet mit Haßfurts Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:3, Michael Stach, um den Puck. Links der Schweinfurter Joshua Bourne.
Schweinfurts Doppeltorschütze Bobby Hood (Zweiter von rechts, rechts daneben Haßfurts Jan Trübenekr) streitet mit Haßfurts Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:3, Michael Stach, um den Puck. Links der Schweinfurter Joshua Bourne.
Foto: Ralf Naumann

ESC Haßfurt – Fass Berlin 4:8 (1:0, 0:4, 3:4)

Am Samstag kamen die Gäste aus Berlin nach einem verlorenen ersten Abschnitt (das 1:0 erzielte Dominik Tobola bei doppelter Überzahl, 5.) im weiteren Verlauf immer besser in Fahrt. Nach einem für die „Hawks“ chancenlosen zweiten Drittel (die Weddinger zogen auf 4:1 davon) sahen die gut 300 Zuschauer noch ein ausgeglichenes Torfestival in den letzten 20 Minuten.

Haßfurts Neuzugang Lucas Büchner (Mitte) will sich gegen die Berliner Philipp Hermann (rechts) und dessen Teamkollegen Christian Steinbach durchsetzen.
Haßfurts Neuzugang Lucas Büchner (Mitte) will sich gegen die Berliner Philipp Hermann (rechts) und dessen Teamkollegen Christian Steinbach durchsetzen.
Foto: Ralf Naumann

Zwar musste ESC-Goalie Timo Jung in dem munteren Spiel weitere vier Mal hinter sich greifen, doch diesmal trafen auch seine Vorderleute: Jakub Sramek, Timo Zürcher und Daniel Hora sorgten für die ESC-Tore. „Wir hatten zwischendrin mal schwere Beine. Hinten raus müssen wir sicher etwas stabiler stehen. Doch am Ende haben wir Gott sei dank noch ein paar Buden gemacht und gezeigt, dass wir offensiv auch gut sein können“, lautete das Fazit von Jung, der dem „starken und cleveren Gegner“ ein Lob zollte. Am Freitag gibt es kurzfristig eine weitere Eishockeypartie in Haßfurt zu sehen. Gegner ist um 19.30 Uhr die Oberligamannschaft des Höchstadter EC.

ESC Haßfurt: Hetzel, Jung – Hora, Thebus, Stahl, Marx, Hertwich, Finzel – Stach, Düsel, Krein, Sramek, Trübenekr, Tobola, Büchner, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Finger 
Schiedsrichter: Wittmann/Feist 
Zuschauer: 291 
Tore für Haßfurt: 1:0 (5.) Tobola (Zürcher, Trübenekr), 2:6 (52.) Sramek (Trübenekr, Dietrich), 3:6 (53.) Zürcher, 4:8 (59.) Hora (Trübenekr, Sramek) / Strafzeiten: Haßfurt 10 / Berlin 16.

Berlins Nico Jentzsch (Nummer 90) zieht ab, Haßfurts Torwart Timo Jung aber kann abwehren. Haßfurts Timo Zürcher (links) versucht zuvor, den Schuss zu verhindern – vergeblich.
Berlins Nico Jentzsch (Nummer 90) zieht ab, Haßfurts Torwart Timo Jung aber kann abwehren. Haßfurts Timo Zürcher (links) versucht zuvor, den Schuss zu verhindern – vergeblich.
Foto: Ralf Naumann
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