Fußball
Schnüdel feiern: Jabiri ist zu viel für Bayreuth
SpVgg-Kapitän Anton Makarenko geht nach der 0:4-Niederlage enttäuscht vom Platz, während die Schweinfurter jubeln durften. Die Unterfranken sind Meister der Regionalliga Bayern.
SpVgg-Kapitän Anton Makarenko geht nach der 0:4-Niederlage enttäuscht vom Platz, während die Schweinfurter jubeln durften. Die Unterfranken sind Meister der Regionalliga Bayern.
Foto: Peter Mularczyk
Bayreuth – Das war deutlich: Die SpVgg Bayreuth kommt gegen den FC Schweinfurt 05 mit 0:4 unter die Räder. Damit ist der Traum von der 3. Liga ausgeträumt.

Das entscheidende Spiel der Regionalliga-Play-offs war eine eindeutige Angelegenheit. Der FC Schweinfurt 05 sicherte sich mit einem deutlichen 4:0-Sieg bei der SpVgg Bayreuth vorzeitig die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga. Während sich die Unterfranken als abgezockte Mannschaft präsentierten, zeigten die Bayreuther eine schwache Vorstellung. Da nützten auch die 500 zugelassenen Zuschauer im Hans-Walter-Wild-Stadion nichts.

Timo Rost überrascht mit Dennis Lippert

SpVgg-Trainer Timo Rost wechselte im Vergleich zum Spiel gegen Aschaffenburg zweimal. Steffen Eder ersetzte den verletzten Tobias Weber, für Alexander Piller begann Dennis Lippert. Rosts Gegenüber Tobias Strobl setzte wieder auf seine erste Elf, nachdem er bei der 0:2-Pokalniederlage in Eichstätt einige Akteure geschont hatte.

Die Bayreuther begannen das dritte Play-off-Spiel besser als die ersten beiden. Sie wirkten wach und attackierten früh. Doch das war nur von kurzer Dauer. Es folgte eine einseitige Begegnung, in der die Schweinfurter stets Herren der Lage waren. FC-Angreifer Adam Jabiri hatte die erste gute Chance. Seinen Schuss aus der Drehung parierte SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe zunächst noch (6.). Kurz darauf bekam der Schweinfurter dann Mithilfe vom Keeper. Kolbe klärte eine Flanke von Daniel Adlung vor die Füße von Jabiri, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (13.).

Der Treffer zeigte Wirkung bei den Altstädtern. Die Hintermannschaft zeigte sich unsicher. Die Unterfranken hätten schnell den zweiten Treffer nachlegen können, Kevin Fery (14.) und Amar Suljic (14.) hatten gute Gelegenheiten.

Bayreuth mit wenig Offensivaktionen

Auf der Gegenseite ging kaum etwas nach vorne. Die Bayreuther verzettelten sich jedes Mal, bevor es gefährlich Richtung Tor gehen konnte. Da war das Schweinfurter Spiel effektiver. Sie suchten in der Spitze Jabiri, den die Altstädter Hintermannschaft nicht in den Griff bekam. So war es erneut der FC-Angreifer, der das 2:0 erzielte – und wieder halfen die Bayreuther mit. Jabiri kam im Strafraum an den Ball, nachdem Steffen Eder diesen nach einem kurz ausgeführten Abstoß verlor.

Fast hätte Jabiri den Dreierpack in der ersten Halbzeit geschnürt. Nach einer Ecke kam er frei zum Abschluss (31.). Dann scheiterte er an Kolbe, nachdem dieser einen Schuss von Suljic nach vorne prallen ließ (38.).

Die Schweinfurter waren die meiste Zeit oben auf. Hier setzen sich Thomas Haase (links) und Kevin Fery gegen SpVgg-Kapitän Anton Makarenko durch.
Die Schweinfurter waren die meiste Zeit oben auf. Hier setzen sich Thomas Haase (links) und Kevin Fery gegen SpVgg-Kapitän Anton Makarenko durch.
Foto: Peter Mularczyk

Die Altstadt brachte dagegen weiter wenig zustande. Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe der Ball überhaupt einmal in Richtung Schweinfurter Tor flog. Erstmals eingreifen musste der FC-Schlussmann Luis Zwick kurz vor der Pause, als er einen harmlosen Schuss von Markus Ziereis hielt.

Schweinfurt entscheidet die Partie früh

Die Altstadt brauchte in Halbzeit 2 ein mittelgroßes Fußballwunder. Dafür stellte Rost auf Dreierkette um. Die Altstadt musste ins Risiko gehen. Und sie hatte gleich gute Gelegenheiten. Tim Danhof kam im Strafraum zum Abschluss (46.), Marcel Götz zielte zu hoch (48.). Es nützte jedoch nichts. Die Schweinfurter spielten einen Freistoß clever aus, David Grözinger flankte von links, und in der Mitte grätschte Götz den Ball ins eigene Tor (53.). Damit war die Partie frühzeitig entschieden.

Großer Jubel nach dem 3:0. FC-Torwart Luis Zwick freut sich mit den Ersatzspielern.
Großer Jubel nach dem 3:0. FC-Torwart Luis Zwick freut sich mit den Ersatzspielern.
Foto: Peter Mularczyk

Es gab auch noch Positives aus Bayreuther Sicht: Ex-Altstädter Sascha Marinkovic verschoss einen Elfmeter, nachdem er zuvor von SpVgg-Schlussmann Kolbe gefoult wurde (69.).

SpVgg-Torwart hielt den Elfmeter von Sascha Marinkovic.
SpVgg-Torwart hielt den Elfmeter von Sascha Marinkovic.
Foto: Peter Mularczyk

Hilfreich war das aber nicht. Zwei Minuten später rettete der Pfosten für die SpVgg, als Jabiri aus 16 Metern abzog. Noch bitterer für Bayreuth wurde es in der 79. Minute. Jabiri traf nur das Lattenkreuz, aber Marinkovic staubte ab – 4:0 für Schweinfurt. So konnten die Unterfranken früh die Feierlichkeiten einläuten.

Das Team von Tobias Strobl war den Bayreuthern an diesem Tag in allen Belangen überlegen. Am 12. und 19 Juni geht es dann gegen den TSV Havelse um den Aufstieg in die 3. Liga.

Für Bayreuth geht es am Dienstag im Ligapokal-Halbfinale weiter. Dann heißt der Gegner FV Illertissen, ehe das nun unbedeutende Play-off-Spiel in Aschaffenburg ansteht.

Die Statistik zum Spiel

SpVgg Bayreuth: Sebastian Kolbe – Philip Messingschlager, Edwin Schwarz, Steffen Eder (46. Nico Moos), Marcel Götz (74. Cemal Kaymaz), Chris Wolf, Dennis Lippert (60. Anton Makarenko), Tim Danhof, Ivan Knezevic (60. Patrick Weimar), Stefan Maderer (46. Alexander Nollenberger), Markus Ziereis.

FC Schweinfurt 05: Luis Zwick – Thomas Haas, Nico Rinderknecht, Lukas Billick, David Grözinger (87. Lamar Yarborough), Kevin Fery (87. Amar Cekic), Kristian Böhnlein, Daniel Adlung (80. Philipp Maier), Martin Thomann, Amar, Suljic (66. Sascha Marinkovic), Adam Jabiri (80. Benedict Laverty).

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang) / Zuschauer: 500 / Tore: 0:1, 0:2 Jabiri (13., 26.), 0:3 Götz (53., Eigentor), 0:4 Marinkovic (79.) / Gelbe Karten: Maderer, Knezevic, Weimar / Haas

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