Fußball
Wieczoreks Traumtor reicht Sand nicht zum Sieg
Sven Wieczorek (Zweiter von links) durfte sich nach nicht einmal drei Minuten feiern lassen: Der Rückkehrer traf beim SC Feucht mit einem Schuss aus  gut 45 Metern zum zwischenzeitlichen 1:0.  André Karmann, Tim Dotterweich und Simon Götz (von links)  waren die ersten Gratulanten.
Sven Wieczorek (Zweiter von links) durfte sich nach nicht einmal drei Minuten feiern lassen: Der Rückkehrer traf beim SC Feucht mit einem Schuss aus gut 45 Metern zum zwischenzeitlichen 1:0. André Karmann, Tim Dotterweich und Simon Götz (von links) waren die ersten Gratulanten.
Foto: Ryan Evans
Feucht – Der FC Sand erwischt beim SC Feucht einen perfekten Start, muss sich aber nach 90 Minuten die Punkte teilen. Die Schlussphase war turbulent.

Florian Schlicker sollte Recht behalten: Im Vorfeld der Bayernligapartie gegen den FC Sand am Samstagnachmittag hatte Feuchts Trainer von einer „ganz ekligen und schwierigen Partie“ gesprochen, die er erwarte. Genau so kam es dann auch. Fünf gelbe Karten, einmal Gelb-Rot und einmal Rot zückte Schiedsrichter Alexander Arnold in der ruppigen Partie im Waldstadion, allesamt Karten, die ihre Berechtigung hatten.

Bayernliga, Männer

SC Feucht – FC Sand 2:2

Dabei erwischten die Gäste den besseren Start: Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als sich Sven Wieczorek ein Herz nahm und den Ball knapp hinter der Mittellinie aus rund 45 Metern über den weit vor dem Sechzehner positionierten Feuchter Torhüter Andreas Sponsel zur 1:0-Führung hob.

„Der Treffer hat uns gut getan und uns Selbstvertrauen gegeben“, sagte FC-Trainer Matthias Strätz. Sein Gegenüber sah derweil keinen Torwartfehler beim SC-Schlussmann. „Den Fehler machen wir vorher im Mittelfeld, wo alles dicht war und wir den Ball durchpressen wollten. Die Situation hätten wir besser auflösen müssen, dann wäre überhaupt nichts passiert“, sagte Schlicker.

SC Feucht: Ausgleich als Brustlöser

Die Hausherren taten sich schwer mit der robusten Gangart der Gäste und brauchten erneut einige Minuten, ehe sie besser ins Spiel fanden. Wirklich gefährlich wurde es erst in der 28. Minute: Abwehrspieler Betsi Mbetssi legte den Ball nach Rechtsaußen in den Lauf von Julian Schäf, dessen Hereingabe landete bei Marco Weber. Der legte sich den Ball auf rechts und schlenzte ihn aus rund 16 Metern überlegt ins rechte untere Eck zum 1:1-Ausgleich. Es war ein Brustlöser für die Heimmannschaft, die fortan das Geschehen diktierte und defensiv sicher stand. Im Angriff blieben weitere Chancen dennoch vorerst Mangelware.

Timm Strasser mit der erneuten Führung für Sand

Gleich nach Wiederbeginn folgte allerdings die kalte Dusche für Feucht: Nachdem die Gäste mit zwei schnellen Pässen die Feuchter Abwehr aushebelten und Timm Strasser in der 46. Minute freistehend aus fünf Metern am Tor vorbei zielte, machte es der Sander Angreifer nur wenige Sekunden danach besser. Erneut brach er über die rechte Feuchter Defensivseite durch und zwirbelte den Ball für Sponsel unhaltbar in den linken Winkel – 1:2.

„Wir waren in der zweiten Halbzeit sofort im Spiel, sind nach ersten vergebenen Chancen drangeblieben“, sagte Strätz, während SC-Trainer Schlicker mit der Tiefschlafphase seiner Mannschaft haderte. „Ich kann es mir nicht erklären, ich rätsel auch über unsere Trantütigkeit“, gesteht er.

SC Feucht wird druckvoller

Wie bereits im ersten Durchgang dauerte es erneut einige Minuten, ehe der Aufsteiger zurück ins Spiel fand und in der Folge auch druckvoller nach vorne agierte. In der 66. Minute zappelte der Ball im Sander Tor, doch der Kopfballtreffer des aufgerückten Innenverteidigers Max Hering wurde wegen eines Foulspiels zurückgepfiffen. Es war der Auftakt einer Reihe an Torgelegenheiten: Erst scheiterte Tim Ruhrseitz mit seinem Schuss am Sander Schlussmann Alessandro Burkard, dann bugsierte Angreifer Stephan König den Ball aus rund elf Metern freistehend weit am linken Torpfosten vorbei. Es dauerte bis zur 74. Minute, bis die Feuchter das 2:2 schossen.

Da können alle nur hinterherschauen, wie der Schuss des Feuchters Salim Ahmed (Nummer 7) im Torwinkel einschlägt. FC-Torwart Alessandro Burkard streckt sich vergeblich.
Da können alle nur hinterherschauen, wie der Schuss des Feuchters Salim Ahmed (Nummer 7) im Torwinkel einschlägt. FC-Torwart Alessandro Burkard streckt sich vergeblich.
Foto: Ryan Evans

Nach einem Getümmel an der Sander Strafraumgrenze schnappte sich der kurz zuvor eingewechselte Salim Ahmed den Ball und schlenzte ihn aus dem Stand aus 18 Metern unhaltbar in den linken Giebel. Den Siegtreffer auf dem Fuß hatte kurz vor Schluss der ebenfalls eingewechselte Noah Mengi, dessen Schuss jedoch am Verteidiger hängen blieb. Allerdings hätten auch die Korbmacher durch den eingewechselten Luca Zeiß in allerletzter Sekunde für den Lucky-Punch sorgen können.

Zwei Platzverweise in der Schlussphase

Die spielerisch überschaubare, aber durchaus muntere Partie hatte noch zwei Aufreger zu bieten: Erst musste der Sander Abwehrchef Johannes Bechmann (83.) mit der Ampelkarte vom Feld, zwei Minuten später folgte ihm SC-Torwart Sponsel. Der Schlussmann versuchte einen zu kurz geratenen Rückpass zu retten, konnte aber den umtriebigen Strasser nur nur noch mit einer Grätsche stoppen.

Die Statistik zum Spiel

SC Feucht: Andreas Sponsel – Julian Schäf (90.+1 Nico Wessner), Max Hering, Niculae Oltean (66. Noah Mengi), Tamino Gratz (46. Fabian Klose), Junior Betsi Mbetssi, Tim Ruhrseitz, Felix Spielbühler (69. Salim Ahmed ), Marco Weber (86. Kevin Kosuchowski), Maximilian Höhenberger, Stephan König.

FC Sand: Alessandro Burkard – Johannes Bechmann, Timm Strasser (90.+3 Frederik Kirchner), Simon Götz, Maximilian Zang, André Karmann, Jannik Kiebler (46. André Lörzer), Marc Fischer (69. Luca Zeiß), Ralph Thomann, Sven Wieczorek (46. Sebastian Wagner), Tim Dotterweich (46. Kevin Moser).

Schiedsrichter: Alexander Arnold (DJK Waldberg) / Zuschauer: 265 / Tore: 0:1 Sven Wieczorek (3.), 1:1 Marco Weber (28.), 1:2 Timm Strasser (47.), 2:2 Salim Ahmed (74.) / Rote Karte: Andreas Sponsel (85./Notbremse)/- / Gelb-Rote Karte: -/Johannes Bechmann (83.).