Glosse
Die alten jungen Wilden
Ein paar Gedanken zum Schmunzeln heute von Brigitte Krause.
Ein paar Gedanken zum Schmunzeln heute von Brigitte Krause.
Foto: Fränkischer Tag
Brigitte Krause von Brigitte Krause Fränkischer Tag
LKR Haßberge – Ja die Rente, wenn man sie denn schon erreicht hätte. Was einem dann blühen könnte…

Gerade erst wieder ist eine Kollegin in Richtung Ruhestand und Rente abgedampft, es war ein rauschendes Fest, fast wären Tränen geflossen, in einem Betrieb, in dem man nebeneinander Jahrzehnte gearbeitet, gelebt, gelacht und gelitten hat – so etwas verbindet. Und nun ist sie weg.

Bella figura

Die schlanke Jung-Rentnerin strahlte, chic in schwarz-weiß, mit Strass-Gürtelchen und High-Heels, fit und frisch, die Arthrose hält sich in Grenzen. Und daheim ist das Wohnmobil auf Hochglanz gewienert, ihr Garten wartet auf sie – und ihr lieber Mann.

Hach, da möchte man trotz ihres generös-herrlichen Abschiedsbüffets doch gerne grün anlaufen vor Neid. Was die nun alles machen kann, welche Freiheiten sie nun endlich ausschöpfen kann! Da müssen wir noch ein paar lange Monate von träumen.

Naja, halt, es kommen einem einige Dialoge in den Sinn, die man schon mit verrenteten Freundinnen geführt hat.

Und so ist es wirklich

Ihre Erfahrungen: So schön es ist, endlich daheim tun und lassen zu können, was man mag, so wahrscheinlich ist es auch, dass den wohlverdienten Frieden ein Faktor stört. Der Göttergatte. Also aus Sicht der Frau natürlich. Umgedreht bilden für den Rentner die Wünsche und Vorhaben seiner besseren Hälfte manchmal einen Störimpuls. Da gibt ein Wort das andere, schon ist man drin im schönsten Wortgefecht. Mist. So hat man sich das traute Beisammensein nicht vorgestellt. Und all die vielen Jahre des Zusammenlebens nützen nichts, der Frecker nervt halt scho widder.

Was dann halt doch immer schön ist: Das Versöhnen hat man in all den Jahren auch gelernt, und jetzt hat man endlich mal Zeit, es zu zelebrieren. Jaja, die Liebe ist eine Himmelsmacht…

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