Ehrenamt
Mit Einsatzfreude und spritzigen Ideen
Als erwachsene Feuerwehrleute werden sie womöglich mit gleicher Ausrüstung Schlamm aus Hochwassergebieten beseitigen müssen. Da war das Reinigen des Löschteichs mit dem Strahlrohr eine gute Übung für den Feuerwehrnachwuchs.
Als erwachsene Feuerwehrleute werden sie womöglich mit gleicher Ausrüstung Schlamm aus Hochwassergebieten beseitigen müssen. Da war das Reinigen des Löschteichs mit dem Strahlrohr eine gute Übung für den Feuerwehrnachwuchs.
Foto: Alexander Precht
Ebern – Das Vereinsheim und die Vereinsspitze sind neu, die Jugendarbeit macht Hoffnung. Jetzt fehlt nur noch ein neues Feuerwehrauto.

Die Feuerwehr in Bramberg startet durch. Sanierung und Umbau der alten Schule liegen in den letzten Zügen. Sie dient künftig als Vereinsheim und dort stehen dann neben dem großen Versammlungsraum unter anderem auch getrennte Umkleiden für die Feuerwehraktiven zur Verfügung.

Auch der Umbau der Vereinsspitze steht kurz vor seiner Vollendung. Nachdem die Floriansjünger bei der Hauptversammlung am 10. Juli bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden noch auf dem Schlauch gestanden hatten, hat sich inzwischen ein Kandidat für die Nachfolge von Alois Precht gefunden. Dieser war nach 18 Jahren an der Spitze des Vereins nicht mehr zur Wahl angetreten. Zuvor war er 18 Jahre lang Kassier gewesen. Ihn wollen die aktuell fast 100 Vereinsmitglieder demnächst zum Ehrenvorsitzenden ernennen.

Die Personalie ist inzwischen geklärt: Bei einem Nachholtermin am Freitag, 6. August, soll Jürgen Schauer, bisher einer der Beisitzer, zum Vorsitzenden gewählt werden.

Starke Jugendgruppe

Stolz sind Kommandant Christian Kuhn und sein Stellvertreter Alexander Precht vor allem auf die starke Jugendgruppe, die beide gemeinsam mit Tobias Ankenbrand leiten. Sie will nach der Corona-Flaute wieder Gas geben und lässt die Floriansjünger im westlichsten Stadtteil hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Sieben Mädchen und drei Jungen zwischen zwölf und 17 Jahren wollen sich unter dem Motto Retten, Löschen, Bergen, Schützen für ihre Mitmenschen einsetzen.

Davor steht jede Menge Übung, wie die Großen immer wieder zeigen. Dass das Ganze spielerisch und trotzdem hilfreich abgehen kann, erlebten die jungen Leute bei einem spritzigen Einsatz. Erst galt es beim Feuerwehrfußball mit zwei Schläuchen das Zielwasser zu testen. Das Match endete torlos 0:0 – was noch Trainingsbedarf beweist. Spaß gemacht hat’s trotzdem, versichern die Wettkämpfer. Das Lachen und Johlen war im halben Dorf zu hören.

Richtig mit dem Strahlrohr zur Sache ging es dann für die Jugendlichen beim Reinigen des Löschteichs. Für das Grobe waren zwei Radlader und Bagger sowie die Erwachsenen im Einsatz, aber auch die Jugendlichen packten eifrig mit an – trotz oder gerade wegen des Matschens im Schlamm. Außerdem hoffen die Jugendlichen darauf, den Löschteich in heißen Sommertagen als Badesee nutzen zu können.

Der Gruppe, die das Dorfleben für die Jugend bereichert, gehören Jasmin Brendel, Hannah Huppmann, Lea Köhler, Julia Müller, Amelie und Max Schauer, Charlotte Schineller, Luis Reitwiesner sowie Annalena und Matthias Weidner an.

Und die Großen

Während sich spontan niemand bereitfand, den Vorsitz zu übernehmen, waren die weiteren Posten bei der Hauptversammlung rasch besetzt. Zweiter Vorsitzender ist Manfred Heusinger, Julia Kuhn führt die Kasse und Stefan Pecht schreibt die Protokolle. Statt bislang drei gibt es fortan fünf Beisitzer: Chris Angermüller, Wolfgang Heppt, René Köhler, Matthias Schineller, Rainer Pfister und Matthias Schineller. Tilo Huppmann und Michael Dürr haben sich aus der Vereinsspitze verabschiedet.

Gerätewart Tobias Ankenbrand und die 31 anderen Aktiven spekulieren darauf, in absehbarer Zeit ein eigenes Feuerwehrauto in betrieb nehmen zu können. „Das wäre eine sinnvolle Investition und würde die Motivation natürlich erheblich steigern“, sagt Alexander Precht. Die Feuerwehr habe da auch schon was im Auge: ein Tragspritzenfahrzeug, Marke Ford Transit „mit Hängeraufbau hinten drauf“. Kosten von 60 000 Euro würden etwa zur Hälfte mit staatlichen Mitteln bezuschusst. An der Stadt blieben rund 30 000 Euro hängen. Ob sie das stemmen kann und will, ist noch zu klären