Abschied
Neue Liebe, neues Leben, neue Pfarrstelle
Rügheim – Warum Dekan Jürgen Blechschmidt den Landkreis Haßberge verlässt und in den Landkreis Coburg wechselt.
Pfarrer Jürgen Blechschmidt mit Geschenken, die er zu seinem Verabschiedung aus Rügheim erhalten hat. Die Ruhebank kann er vor allem in drei Jahren benutzen, wenn er in den Ruhestand geht. Martin Schweiger
Pfarrer Jürgen Blechschmidt mit Geschenken, die er zu seinem Verabschiedung aus Rügheim erhalten hat. Die Ruhebank kann er vor allem in drei Jahren benutzen, wenn er in den Ruhestand geht. Foto: Martin Schweiger
Foto: Martin Schweiger

In seiner Predigt während der Verabschiedungsandacht am Samstag in der Dekanatskirche in Rügheim betonte Pfarrer Jürgen Blechschmidt, dass Gott auch angeschlagene Steine für den Bau seines Tempels benutzt habe. Er bedankte sich bei allen, die ihm geholfen hätten. „Es war eine schöne Zeit mit guten Erinnerungen“, blickte er zurück. Teilweise habe er sich wie ein Hilfsarbeiter auf einer Baustelle gefühlt, sagte er und bat um „Verzeihung, wenn ich Bauschutt hinterlasse“.

Pfarrer Jürgen Blechschmidt bei seiner Abschiedspredigt in Rügheim.
Pfarrer Jürgen Blechschmidt bei seiner Abschiedspredigt in Rügheim.
Foto: Martin Schweiger

Nach 14 Jahren verlässt Jürgen Blechschmidt Rügheim, wo er als Dekan unter anderem 40 evangelisch-lutherische Kirchengemeinden mit 20 Pfarrerinnen und Pfarrer betreut hat. Der verheiratete Geistliche ging eine neue Beziehung ein, wodurch er sich veranlasst sah, sein Amt in Rügheim niederzulegen. Mit seiner neuen Lebenspartnerin wechselt er nach Neustadt bei Coburg in eine für ihn neue Pfarrstelle.

Er war zuständig für viele Kirchengemeinden und Mitarbeiter

Regionalbischöfin Dorothea Greiner würdigte Blechschmidt während des Gottesdienstes am Samstagnachmittag in der Marienkirche in Königsberg als „einen Pfarrer, der zupackt, einem dem die ureigensten Rechte der Gemeinden, ihre Eigenständigkeit und Freiheit, am Herzen lagen“.

Blechschmidt wirkte von 1996 bis 2007 als Pfarrer in Altenstein, bevor er als Dekan nach Rügheim wechselte. Neben den 40 Kirchengemeinden hatte er die Aufsicht über die Leitung des Diakonischen Werks mit 60 Mitarbeitenden sowie über die Jugend- und Behindertenhilfe. Als Höhepunkte seiner Amtszeit nannte die Bischöfin die Dekanatskirchentage und die große Feier zu 1200 Jahre Rügheim im Jahr 2014. Sein Augenmerk habe auch auf der weltweiten Kirche gelegen, wie beispielsweise die Behindertenarbeit in Beit Jalah.

Der scheidende Dekan gestaltete die Abschiedsandacht in Rügheim auch musikalisch mit.
Der scheidende Dekan gestaltete die Abschiedsandacht in Rügheim auch musikalisch mit.
Foto: Martin Schweiger

Die Regionalbischöfin ehrte in ihrer Rede auch Blechschmidts Frau Petra. Sie habe den Frauentreff in Rügheim mit organisiert und sich im Wortgottesteam und beim Seniorennachmittag engagiert. Für die neue Lebensphase mit seiner neuen Partnerin wünschte Greiner: „Möge euer Leben gelingen.“

Hofheims Dritte Bürgermeisterin Julitta Ott bedankte sich für das „harmonische Miteinander“ und gab dem gebürtigen Oberfranken Blechschmidt augenzwinkernd mit auf den Weg: „Man muss dem Herrn für alles danken, auch für einen Oberfranken.“

„Ich habe einen neuen Freund gefunden“

Riedbachs Bürgermeister Bernd Fischer übergab seinem Brauvereinskollegen Blechschmidt einen Bierkrug und verabschiedete ihn mit den Worten: „Ich verliere keinen Freund, sondern habe einen neuen gefunden.“

Vereinsvertreter Rainer Huth ging in seinem Gedicht auf die neue Lebenssituation des künftigen Ex-Dekans ein: „Neue Liebesglut forderte ihren Tribut“, reimte er und fügte hinzu: „Wer glücklich sein will, braucht Mut, neue Wege zu gehen.“ Der Vertreter der Kirchenvorstände, Thomas Link, sagte, er habe die pragmatische Art des scheidenden Dekans geschätzt und man habe von seiner Erfahrung profitiert. Den Gottesdiensten schloss sich jeweils ein Empfang in Rügheim und in Königsberg an.

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