Alarmierung
Lieferprobleme: Das Heulen lässt auf sich warten
Kreisfeuerwehrtag in Pfaffendorf
Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach. Die 26 Gemeinden des Landkreises Haßberge rüsten voraussichtlich 178 Sirenen um und errichten eine noch nicht genaue Zahl von Sirenen neu ein.
Foto: Jens Büttner, dpa
Pfaffendorf – Beim Kreisfeuerwehrtag standen neben Wahlen und Ehrungen zukünftige Probleme bei der Alarmierungs-Umstellung ganz oben auf der Tagesordnung.

Große personelle Veränderungen standen im Mittelpunkt des Kreisfeuerwehrtages, der in der Turnhalle der Dominikus-Savio-Schule in Pfaffendorf stattfand.

Es war eine Vollversammlung der Kommandanten der Kreisbrandinspektion des Landkreises Haßberge.

Kreisfeuerwehrtag in Pfaffendorf
Die Kommandanten des Landkreises und ihre Stellvertreter versammelten sich zum Kreisfeuerwehrtag in der Turnhalle der Dominikus Savio Schule in Pfaffendorf.
Foto: Christian Licha

Bei den Sachthemen war die Umrüstung der Alarmierung auf Digitalfunk ein Thema. Lukas Schneider, zuständig beim Landratsamt Haßberge für diesen Bereich, informierte über den aktuellen Stand der Dinge.

Bereits 2020 wurden mittels Bedarfsabfrage bei den Gemeinden Zahlen für die Umrüstung von analoger auf digitaler Alarmierung erhoben. So beschaffen die 26 Gemeinden des Landkreises 1720 digitale Meldeempfänger, rüsten voraussichtlich 178 Sirenen um und errichten eine bislang unbekannte Anzahl an Sirenen neu.

Lieferschwierigkeiten verzögern digitale Umrüstung

Aktuell wurden circa 970 Melder bestellt, geliefert jedoch nur 454. „Die Firma Motorola Solutions konnte auf Grund von pandemiebedingen Unterbrechungen der Lieferketten sowie Lieferschwierigkeiten von Halbleitermaterialien keine Liefertermine halten“, erklärte Schneider die Gründe.

Die im Dezember 2021 bestellten digitalen Meldeempfänger des Landratsamtes Haßberge seien zum Beispiel erst im Mai 2022 geliefert worden. „Diese Lieferschwierigkeiten werden wohl noch bis Ende 2022 andauern“, schätzt der Sachbearbeiter.

Im Landkreis Haßberge sind laut Schneider erste Bestellvorgänge für die Umrüstung der Sirenenanlagen angelaufen. „Erst wenn bei allen Gemeinden des Landkreises Haßberge die digitale Alarmierung sichergestellt ist, kann mit der Rückrüstung der analogen Funktechnik begonnen werden. Ein Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest“, sagte Schneider.

Mehrere Ehrentitel verliehen

Nach insgesamt 49 Jahren als Aktiver und davon 23 Dienstjahren als Kreisbrandinspektor im Inspektionsbezirk 4 (Maintal/Steigerwald) wurde Georg Pfrang in den Ruhestand verabschiedet. Er war zuvor auch Kreisbrandmeister und Kommandant der Feuerwehr Geusfeld.

Im Alter von 16 Jahren war Georg Pfrang 1973 der Jugendfeuerwehr in seinem Geburtsort Michelau im Steigerwald beigetreten. Kreisbrandrat Ralf Dressel verlieh Georg Pfrang den Titel „Ehren-Kreisbrandinspektor“. Diesen Ehrentitel erhielt auch Wolfgang Holzmann aus Neubrunn. 37 Jahre war er als Kreisbrandmeister im Atemschutzzentrum Knetzgau eingesetzt.

Kreisfeuerwehrtag in Pfaffendorf
Kreisbrandmeister Thomas Neeb (links) hat die Nachfolge von Kreisbrandinspektor Georg Pfrang (rechts) angetreten, der zuvor 23 Jahre dieses Ehrenamt innehatte.
Foto: Christian Licha

Als Nachfolger von Georg Pfrang wurde Thomas Neeb aus dem Eltmanner Stadtteil Weisbrunn zum Kreisbrandinspektor ernannt. Fabian Hümmer, der Kommandant der Feuerwehr Eltmann, tritt wiederum in die Stapfen von Thomas Neeb und wurde zum Kreisbrandmeister ernannt. Im Atemschutzzentrum Knetzgau ist ab sofort Elias Schlinke aus Königsberg als Kreisbrandmeister zuständig.

Das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 40 Jahre Dienst erhielten Kreisbrandrat Ralf Dressel aus Königsberg und Kreisbrandinspektor Thomas Habermann aus Unterpreppach. Mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes wurde Gerd-Peter Schmidt aus Allertshausen ausgezeichnet, der dort seit bereits 40 Jahren ohne Unterbrechung die Feuerwehr des Maroldsweisacher Ortsteils als Kommandant leitet.

Kreisfeuerwehrtag in Pfaffendorf
Im Bild von links: Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein, Kreisbrandinspektor Andreas Franz, Kreisbrandinspektor Thomas Habermann, Kommandant Gerd-Peter Schmidt (Allertshausen), Ehren-Kreisbrandmeister Wolfgang Holzmann, Ehren-Kreisbrandinspektor Georg Pfrang, stellvertretende Landrat Oskar Ebert, Kreisbrandinspektor Thomas Neeb, Kreisbrandrat Ralf Dressel, Kreisbrandmeister Tobias Hümmer, Kreisbrandmeister Elias Schlinke und Kreisbrandinspektor Ralf-Peter Schenk
Foto: Christian Licha

Stellvertretender Landrat Oskar Ebert, der den Landkreis bei der Versammlung vertrat, wurde mit der Feuerwehr-Ehrenmedaille für seine 24-jährige Tätigkeit als Bürgermeister von Rauhenebrach überrascht. „Oskar Ebert ist mit Leib und Seele den Feuerwehren verbunden und setzte sich immer für deren Belange ein“, sagte Dressel.

 

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