Bürgermeisterwahlen
Matthias Zink ist der neue Kandidat der Sander SPD
Matthias Zink (Zweiter von rechts) soll nach dem Willen der Sander SPD im kommenden Jahr die Nachfolge von Bürgermeister Bernhard Ruß (Zweiter von links) antreten. Der potenzielle Nachfolger hat auch die Unterstützung der Sander Gemeinderäte, unte...
Matthias Zink (Zweiter von rechts) soll nach dem Willen der Sander SPD im kommenden Jahr die Nachfolge von Bürgermeister Bernhard Ruß (Zweiter von links) antreten. Der potenzielle Nachfolger hat auch die Unterstützung der Sander Gemeinderäte, unter Bastian (links) und Paul Hümmer (rechts).
Foto: PD Sand/Heike Scheuring
Sand am Main – Die Sander SPD schickt Matthias Zink ins Rennen. Der 49-Jährige ist in der Gemeinde kein Unbekannter und hat bereits einige Ziele formuliert.

Vom Geschäftsleiter zum Bürgermeister: Diesen Schritt möchte Matthias Zink im kommenden Jahr vollziehen. Wie aus einer Pressemitteilung der Sander SPD hervorgeht, tritt er für die Nachfolge von Bernhard Ruß für das Amt des Bürgermeisters in Sand an. Vorgeschlagen werden soll Zink von der Sander SPD und ihren Anhängern. Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins sprachen sich einstimmig dafür aus.

„Ich traue mir diese verantwortungsvolle Aufgabe zu, weil ich in den letzten vier Jahren eng mit Bürgermeister Bernhard Ruß zusammengearbeitet habe und so mit den Vorgängen in der Gemeinde bestens vertraut bin“, erklärte Zink. Beispielhaft erwähnte der Bürgermeisterkandidat die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, die Aufstellung des Bebauungsplans „Photovoltaik“ und die Entwicklung des neuen Wohngebietes. Auch die Anliegen und Sorgen Bürger gehören nach eigenen Angaben zu seinen täglichen Arbeitsaufgaben.

Gemeinde von Weltpolitik betroffen

Es seien bewegte Zeiten, die auf die Bürger zukämen. Die Gemeinde sei aber gut gerüstet, um die Anforderungen der Zukunft zu meistern. Allerdings müsse man erst einmal abwarten, wie sich das Geschehen in der Weltpolitik auf eine Gemeinde wie Sand auswirke. Betroffen sei sie jetzt schon. Das habe man bei der raschen Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge zu Beginn dieses Jahres gemerkt. „Welche Auswirkungen der Ukraine-Krieg auf die Strom- und Gasversorgung und die Wirtschaft allgemein hat, wird man aber erst so richtig realisieren können, wenn der Winter vorbei ist“, prognostiziert Zink.

Was die Nutzung regenerativer Energie in der Gemeinde betreffe, berichtete er weiter, sei ein Maßnahmenkatalog erstellt worden. Die Umsetzung bedeute jedoch eine finanzielle und organisatorische Aufgabe für die Gemeinde. Der designierte Bürgermeisterkandidat sieht es als Vorteil an, dass er vor seiner Einstellung in Sand als Leiter der Bauverwaltung in Schonungen tätig war und somit praktische Erfahrung in der Umsetzung mitbringe.

Ausbildung zum Zerspaner

Die Verbindung von Theorie und Praxis hob der Kandidat auch in seiner persönlichen Vorstellung hervor. Zink, der aus Wittershausen bei Oberthulba stammt, hatte laut Pressemitteilung zunächst eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei der Firma Sachs in Schweinfurt absolviert. Danach erfolgte eine Umschulung beim Landratsamt Bad Kissingen. Dort war er unter anderem in der Führerschein-Zulassungsstelle und in der Heimaufsicht tätig.

Nach der Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt hat er die Bauamtsleitung der Gemeinde Schonungen übernommen, bevor er 2018 die Stelle als Geschäftsleiter der Gemeinde Sand antrat. Er ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat einen 18-jährigen Sohn. Zink wohnt in Zell am Ebersberg. Bei den vielen Beziehungen zwischen Zell und Sand und der kurzen Entfernung, „spielt der Standort des Wohnhauses keine Rolle“, meinte der Kandidat. Er habe in Sand auch keine Verwandten und geschäftlichen Beziehungen. Dadurch sei eine neutrale Beurteilung der Bürgeranliegen gewährleistet.

Aktiver Fußballer und Brandbekämpfer

Matthias Zink beschreibt sich als einen Menschen, der sich in der Gemeinschaft mit anderen wohlfühlt. In seiner früheren Heimat habe er Fußball beim FC Wittershausen gespielt. Als Jugendlicher war er zusätzlich noch bei der Feuerwehr und aktives Mitglied im Musikverein. Auch in Zell habe er schnell Kontakt beim TSV Zell gefunden. Mitgearbeitet habe er in diesem Jahr auch im Orga-Komitee „Altmain-Weinfest“, nicht als Angestellter der Gemeinde, sondern in seiner Freizeit als Vertreter der „Märzenbrüder“.

Neben dem Beitrag zur Energiewende und dem Ausbau und Erhalt der Infrastruktur sieht Matthias Zink den weiteren Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder von der Kinderkrippe bis zur Mittagsbetreuung in der Grundschule als wichtige Aufgabe an. Genauso wichtig sei es allerdings, die Bedürfnisse der älteren Generation mit neuen Wohnformen und betreuten Einrichtungen vor Ort zu erfüllen.

Den hohen Wohn- und Freizeitwert, den die Winzergemeinde am Altmain von ihren Bürgern attestiert bekommt, gelte es zu erhalten und auszubauen. Dazu gehöre für ihn die Unterstützung der Vereine, an denen die Auswirkungen der Pandemie nicht spurlos vorübergegangen seien. Die Sander, das habe er feststellen können, seien aufgeschlossene, aktive, positiv denkende Leute, die auch in schwierigen Zeiten ihren Optimismus bewahren.