Zuweisung
Drei Millionen Euro für die Haßbergkliniken
Seit vielen Jahren schreiben die Haßbergkliniken rote Zahlen und der Landkreis als Träger muss das Betriebskostendefizit ausgleichen; hier Blick auf das Haus in Haßfurt.
Seit vielen Jahren schreiben die Haßbergkliniken rote Zahlen und der Landkreis als Träger muss das Betriebskostendefizit ausgleichen; hier Blick auf das Haus in Haßfurt.
Foto: Günther Geiling
LKR Haßberge – Die Haßbergkliniken erhalten vom Landkreis einen Ausgleich zum Betriebskostendefizit. Warum die Lage trotzdem angespannt bleibt.

Das Kommunalunternehmen Haßbergkliniken erzielt seit dem Geschäftsjahr 2012 Verluste aus dem operativen Geschäftsbetrieb und seit dem Jahresabschluss 2017 ist das Eigenkapital aufgebraucht. Das Defizit ist auf mittlerweile drei Millionen Euro gewachsen. Die Verschuldung nimmt zu. „Ich rechne auch nicht damit, dass in den nächsten zwei Jahren, wenn überhaupt, Gewinne erzielt werden. So macht es Sinn, die Rückstellungsbeträge aufzulösen, sie zur Auszahlung zu geben und dafür zu sorgen, dass das Kommunalunternehmen liquide ist“, betonte Kreiskämmerer Marcus Fröhlich vor dem Kreisausschuss.

Der Landkreis als Träger ist jetzt zuständig

Er verwies auch auf die Investitionen in Erhalt und Ausbau der Anlagen. Der Eigenanteil finanziere das langfristige Sachanlagevermögen und deswegen sei die Eigenkapitalquote die wichtigste betriebswirtschaftliche Kennzahl. Wenn aber ein Verlustvortrag nicht ausgeglichen werden könne, sei dafür nach Ablauf von fünf Jahren der Landkreis Haßberge als Träger zuständig.

Der Landkreis habe in seinen Jahresabschlüssen ab dem Jahre 2015 Rückstellungen für die Haßbergkliniken gebildet. Bis 2019 belaufe sich die Summe auf 11,2 Millionen Euro, wovon ab 2019 teilweise Beträge ausgezahlt wurden. Die Fremdkapitalquote sei somit in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen und betrage mittlerweile circa 50 Prozent. Man stehe vor einem Liquiditätsengpass von rund drei Millionen Euro. Kämmerer Fröhlich begründete diesen unter anderem auch mit der Sars-CoV-2-Pandemie und dem Auszahlungsmodus für das neu eingeführte Pflegebudget. Bei letztrem gebe es noch offene Forderungen von zwei Millionen Euro für 2020 und 4,2 Millionen Euro bis zum Stichtag 31. Oktober 2021. Leider sei der Auszahlbetrag auch sehr stark von der Entwicklung der Pandemie und der Zahlungsfrist der Krankenkassen abhängig.

Somit beschlossen die Kreisausschussmitglieder, dem Kommunalunternehmen Haßbergkliniken für den Ausgleich von Betriebskostendefiziten aus den Jahren 2016 (350000 Euro), 2017 (1170000 Euro) und 2019 (1480000 Euro) insgesamt drei Millionen Euro zuzuweisen. Rückstellungen werden hierfür aufgelöst. 1,8 Millionen Euro werden sofort ausgezahlt. Zum 28. Dezember dieses Jahres folgen 1,2 Millionen Euro.

Risiken für die Zukunft

Bei seinem Rechenschaftsbericht zum Jahresabschluss 2020 sprach Kreiskämmerer Marcus Fröhlich auch von „Risiken für die Zukunft“ aufgrund der negativen Jahresergebnisse und der steigenden Verschuldung der Haßbergkliniken. Generell sei die Situation schwierig. Als Gründe nannte Fröhlich einen Rückgang der Umlagekraft aufgrund der Corona-Pandemie, den Fachkräftemangel, Lieferengpässe, einen hohen Finanzbedarf im Bereich Jugend und Soziales.