Kommentar
Der soziale Frieden gerät in Gefahr
Es kommentiert Günter Flegel 
Es kommentiert Günter Flegel 
Foto: Fränkischer Tag
LKR Haßberge – Die neue Bundesregierung hat viel zu tun und eine besonders wichtige Aufgabe

Das Unheil nimmt in aller Stille seinen Lauf: Die Dynamik der Preissteigerungen vor allem bei Energie, aber auch bei vielen Dingen des täglichen Lebens, bringt den sozialen Frieden in eine ernste Krise.

Die Preisspirale der jüngsten Zeit, deren Ende nicht abzusehen ist, wird gerade auf dem Land viele Menschen in Existenznöte bringen. Das eigene Haus muss geheizt, die Stromrechnung bezahlt, das Auto für die Fahrt zur Arbeit betankt werden.

Wenn man sich anschaut, wie die Preise für Strom, Gas, Heizöl, Benzin und Diesel in diesem Jahr geradezu explodiert sind, muss einem schwindlig werden, denn diese Inflation zieht Kreise. Weil auch die Dinge, die man im Laden kauft, hergestellt und transportiert werden müssen, wird es Preisaufschläge geben. In letzter Konsequenz werden Firmen, für die Energie ein wichtiger Kostenfaktor ist, Probleme haben, noch wirtschaftlich zu arbeiten. Das kann die Großindustrie und die Speditionen ebenso treffen wie den Handwerksbetrieb. Eine Wirtschaftskrise droht, die Jobs kosten würde.

Nun hilft Klagen nicht. Energiepreise unterliegen den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage; staatliche Planwirtschaft will wohl niemand. Und alle Schuld auf die „grüne“ Energiewende zu schieben, ist ebenfalls nicht hilfreich und obendrein falsch.

Das Thema gehört ganz oben auf die Agenda der (künftigen) Bundesregierung. Egal in welcher Farbkombination und nicht nur, wenn die SPD den Kanzler stellt: Die Menschen müssen entlastet werden. Sonst droht ein bitterer Winter. Auch mit sozialer Kälte.