Datenerhebung
Der Zensus 2022 steht vor der Tür
Die Zensus-Erhebungsstelle im Landkreis Haßberge ist im Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes in der Zwerchmaingasse  in Haßfurt untergebracht. Bei Leiterin Monika Ortner (Mitte) und ihrer Mitarbeiterin Alisa Dütsch laufen die Fäden der Befragung zusammen. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Landrat Wilhelm Schneider.
Die Zensus-Erhebungsstelle im Landkreis Haßberge ist im Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes in der Zwerchmaingasse in Haßfurt untergebracht. Bei Leiterin Monika Ortner (Mitte) und ihrer Mitarbeiterin Alisa Dütsch laufen die Fäden der Befragung zusammen. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Landrat Wilhelm Schneider.
Foto: Moni Göhr/Landratsamt Haßberge
Haßfurt – 22 000 Bürger aus dem Landkreis Haßberge werden im nächsten Jahr befragt. Das Landratsamt sucht Interviewer.

Nach elf Jahren ist es wieder so weit: Der Zensus, der europaweit alle zehn Jahre stattfindet, steht (pandemiebedingt um ein Jahr verschoben) am 15. Mai 2022 wieder vor der Tür. In Deutschland ist der Zensus 2022 eine registergestützte Bevölkerungszählung, die mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wird, wie aus einer Mitteilung des Landratsamtes in Haßfurt hervorgeht.

Auch Daten aus der Verwaltung

Für die Bevölkerungszählung werden in erster Linie Daten aus Verwallungsregistern genutzt, so dass die Mehrheit der Bevölkerung keine Auskunft leisten muss. Diese registergestützte Bevölkerungszählung wird um eine Stichprobe ergänzt. Hierbei werden von Mai bis Juli 2022 allein im Kreis Haßberge knapp 22 000 Einwohner zu verschiedenen Daten wie beispielsweise ihrem Alter, ihrer Herkunft oder ihrem Geschlecht befragt. Ziel des Zensus ist es, neue verlässliche Daten zu sammeln und die Lücken in den Melderegistern zu schließen. Diese dienen als Fundament für zukünftige Planungen in Bereichen der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Außerdem sind verlässliche Einwohnerzahlen eine wichtige Grundlage für rechtliche Regelungen wie Ausgleichzahlungen, die Einteilung der Wahlkreise oder die Stimmverteilung im Bundesrat.

Erhebungsstelle in Haßfurt

Um diese große organisatorische Aufgabe zu meistern, hat das Landratsamt Haßberge eine Erhebungsstelle unter der Leitung von Monika Ortner eingerichtet, deren Aufgabe unter anderem darin besteht, den Zensus zu planen und zu verwalten sowie die Daten zu sammeln.

Die größte Aufgabe der Erhebungsstelle ist aktuell die Interviewer-Rekrutierung, damit der Zensus überhaupt durchgeführt werden kann. „Bitte unterstützen Sie uns hierbei“, appelliert Landrat Wilhelm Schneider an die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. Das Landratsamt Haßberge sucht ab sofort Interviewer, die im Zeitraum von Mai bis Juli 2022 in freier Zeiteinteilung persönliche Befragungen durchführen. Alle Interviewer erhalten eine eintägige Schulung. Im Anschluss daran sind die Haushalte nach vorheriger Terminankündigung aufzusuchen, die Daten auf vom Landesamt zur Verfügung gestellten Tablets zu speichern und an die Erhebungsstelle abzugeben. Als steuerfreie Aufwandsentschädigung erhalten die Interviewer durchschnittlich rund 800 Euro. Zudem werden Auslagen erstattet und Fahrtkosten zurückgezahlt.

Bewerben können sich volljährige, zuverlässige und verantwortungsbewusste Bürger, die mobil sind und gute Deutschkenntnisse vorweisen. Wer Interesse hat, kann sich ab sofort per E-Mail zensus@hassberge.de direkt als Interviewer bei der Erhebungsstelle des Landkreises Haßberge bewerben. Für weitere Fragen steht das Team telefonisch unter der Rufnummer 09521/27795 zur Verfügung.

Erläuterungen

Zum Hintergrund: In Deutschland gibt es kein einheitliches Verwaltungsregister, das den Bestand an Wohnungen und Gebäuden flächendeckend erfasst. Daher ist eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) Bestandteil des Zensus 2022. Bei dieser Befragung werden alle Eigentümer und Verwalter von Wohnraum postalisch angeschrieben und zu ihren jeweiligen Gebäuden und Wohnungen befragt.

Ziel der GWZ ist die flächendeckende und vollzählige Erfassung aller am Erhebungsstichtag bestehenden Gebäude mit Wohnraum, bewohnten Unterkünfte sowie der darin befindlichen Wohnungen. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für wohnungspolitische Entscheidungen und Maßnahmen.

Zur Unterscheidung: Die Gebäude- und Wohnungszählung wird durch die statistischen Landesämter und nicht durch das Landratsamt durchgeführt, und es handelt sich um eine Vollerhebung, das heißt, alle Eigentümer und Verwalter von Wohnraum sind zur Auskunft verpflichtet. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Auskunftspflichtigen angeschrieben werden und es keine persönlichen Interviews gibt. Der Stichtag 15. Mai 2022 ist jedoch gleich. Derzeit laufen Vorbefragungen zur Gebäude- und Wohnungszählung, um stichprobenartig den reibungslosen Ablauf nächstes Jahr im Mai zu garantieren. Auch hier besteht Auskunftspflicht.

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