Bestattungskultur
Platz für neue Friedhofsgestaltung in Eltmann
Bis zum Herbst entscheidet der Eltmanner Stadtrat über die Umgestaltung des Friedhofs im nordwestlichen Bereich zwischen Heilig-Kreuz-Kapelle und den bestehenden Urnenwänden.
Bis zum Herbst entscheidet der Eltmanner Stadtrat über die Umgestaltung des Friedhofs im nordwestlichen Bereich zwischen Heilig-Kreuz-Kapelle und den bestehenden Urnenwänden.
Foto: Sabine Weinbeer
Eltmann – Jeder Wunsch soll bedient werden: Wer kein Grab pflegen kann oder will, soll in Eltmann mehrere Möglichkeiten für Urnenbestattungen bekommen.

Die Bestattungskultur wandelt sich rasant, die Nachfrage nach kleinen Grabanlagen, für die wenig oder sogar gar keine Pflege durch Angehörige notwendig ist, steigt. Deshalb arbeitet die Stadt Eltmann derzeit einerseits an einem Friedwald, andererseits an neuen Urnenbestattungsmöglichkeiten im Friedhof. Um sich ein Bild zu machen, traf sich der Stadtrat am Mittwoch zu Beginn der Sitzung dort mit Bürgermeister Michael Ziegler.

Drei Urnenwände stehen hier bereits und sind belegt. Allerdings stieß nicht nur Manfred Engel auf, dass dort viele vertrocknete Blumenschalen und -gebinde lagen. „Das ist den Leuten leider egal“, sagte Bürgermeister Michael Ziegler dazu. Eigentlich ist nicht vorgesehen, dass an Urnenwänden Blumen und Grabschmuck niedergelegt werden.

So ist das eigentlich nicht gedacht: Vor den Urnenwänden werden regelmäßig Blumen und Lichter abgelegt, aber nicht weggeräumt. Der Bauhof muss dann tätig werden.
So ist das eigentlich nicht gedacht: Vor den Urnenwänden werden regelmäßig Blumen und Lichter abgelegt, aber nicht weggeräumt. Der Bauhof muss dann tätig werden.
Foto: Sabine Weinbeer

Ein kurzer Blick zeigt aber, dass offensichtlich nicht bei Beisetzungen solche Dinge abgelegt werden. „Wenn der Bauhof das nicht wegräumt, bleibt das Meiste stehen“, erklärte Bürgermeister Michael Ziegler mit Blick auf ein flaches Gesteck, das offenbar schon seit Weihnachten dort liegt.

Was bereits jetzt schon alles bei Bestattungen möglich ist

Außer in den Urnenwänden werden derzeit noch die meisten Urnen in bestehenden Familiengräbern bestattet. Auch das wird weiterhin möglich sein, doch viele Familien möchten lieber das große Grab auflassen oder kein normales Grab mehr erwerben, sondern ein kleines Urnengrab wählen, wie es das in den meisten Stadtteilen schon gibt. Während diese kleinen Urnengräber meist bepflanzt und gepflegt und nur selten mit einer Platte verschlossen werden, soll es gleichzeitig die Möglichkeit geben, sich in einem pflegefreien Bereich einen Bestattungsplatz zu wählen, bei dem nur eine beschriftete Platte oder der Namenszug auf einem Gedenkstein an die dort liegenden Verstorbenen erinnert.

Das Thema Friedhofsgestaltung und Urnenwände stand schon vor zwei Jahren zur Debatte

All das könnte verwirklicht werden, weil nach Stadtratsbeschluss schon vor zwei Jahren damit begonnen wurde, den Bereich zwischen Heiligkreuz-Kapelle und den Urnenwänden für eine neue Gestaltung frei zu machen. Die letzten hier noch stehenden Gräber würden bis zum Herbst auch noch aufgelassen, erläuterte Bürgermeister Michael Ziegler. Er freute sich, dass die Grabbesitzer dem Anliegen der Stadt, hier etwas Neues zu schaffen, sehr aufgeschlossen gegenüberstanden.

Die städtische Bauverwaltung hatte bei einem Besuch im Neuen Friedhof in Haßfurt Ideen gesammelt und dem Stadtrat verschiedene mögliche Gestaltungsvorschläge ausgearbeitet. Auch Stadtrat Wolfgang Stapf hatte aus Bremen ein Foto als Beispiel mitgebracht: abgegrenzte Beete, mit pflegearmen Bodendeckern bepflanzt und Steinstelen darauf angeordnet.

Baubeginn der neuen Friedhofsanlagen soll im Frühjahr 2023 sein

Die Stadtratsmitglieder haben jetzt bis zur November-Sitzung die „Hausaufgabe“, sich mit den verschiedensten Gestaltungsvarianten und -kombinationen auseinanderzusetzen, um dann ein Konzept zu verabschieden. Über den Jahreswechsel soll dann die Umgestaltung mit den Erdarbeiten beginnen, um im Frühjahr 2023 den neuen Friedhofsbereich anlegen zu können. Dabei soll ein wesentliches Augenmerk der Vielfalt der Angebote und der Gestaltung gewidmet werden. Eine maximale Zahl von Urnengräbern auf dieser Fläche müsse man nicht anstreben, so die Überzeugung von Hans-Georg Häfner, denn überall im Friedhof würden Gräber aufgelassen und öffneten sich neue Flächen, die ebenfalls gestaltet beziehungsweise gepflegt werden müssten, um dem Friedhof ein würdiges Aussehen zu geben.