Kommunalpolitik
Die Schäden gehen in die Millionen
Bei zu einer Höhe von rund 80  Zentimetern  war der Keller der Realschule in Ebern überflutet.
Bei zu einer Höhe von rund 80 Zentimetern war der Keller der Realschule in Ebern überflutet.
Foto: Günther Geiling
Ebern – Der Kreisausschuss informierte sich über die Hochwasserfolgen für Realschule und Gymnasium in Ebern.

Auf weit über eine Million Euro schätzt der Landkreis den Schaden, den das Hochwasser vor einigen Wochen an der Realschule in Ebern angerichtet hat. „Uns hat es beim Hochwasser erwischt wie viele andere auch. Zum Glück haben wir keine Personenschäden zu verzeichnen. Aber ärgerlich ist der Schaden an der Realschule in Ebern, die wir gerade generalsaniert haben“, sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) vor dem Kreisausschuss des Kreistages Haßberge, der über die Wasserschäden an der Realschule in Ebern informiert wurde. Und auch das Gymnasium in Ebern war betroffen, zwar weniger, aber auch hier ist der Schaden enorm.

Der Landrat zollte den Hilfskräften seine Anerkennung für ihre gute Gemeinschaftsleistung. Der Landkreis sei dankbar dafür, dass er in den Hilfsfonds hineingekommen ist, der vielleicht einen Teil der Schäden ausgleichen kann. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD, Ebern) fragte nach, inwieweit die Kommunen und der Landkreis bei der staatlichen Förderhilfe berücksichtigt werden. „Wir müssen nachweisen, dass wir ein über Hundertjähriges Hochwasser hatten“, sagte Schneider.

Der Kreiskämmerer Marcus Fröhlich sprach von zwei Wassereintritten am Friedrich-Rückert-Gymnasium. Der Schaden, den er auf rund 500 000 Euro bezifferte, sei durch die Bauleistungsversicherung abgedeckt. Auswirkungen auf den Schulbetrieb am Gymnasium habe dies jedoch nicht.

Am Eberner Gymnasium beginnt das neue Schuljahr im Neubau, erfuhren die Kreisräte. „Der Neubau geht zum neuen Schuljahr ganz normal in Betrieb. Auch die Heizungsanlage und die Netzwerkverteilung sind funktionstüchtig. Lediglich müssen zwei Klassenzimmer vorübergehend als Lagerraum dienen“, beschrieb der Kämmerer.

Heftig verlief der Wassereintritt am 9. Juli in die angebaute und generalsanierte Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule. Dort ist das Wasser vom Angerbach über die Straße eingedrungen und hat das Kellergeschoss bis zu einer Höhe von rund 80 Zentimetern unter Wasser gesetzt.

Hausmeister Joachim Heim schilderte, dass das Wasser durch Türen und Fenster ins Innere gelangte und über den Schacht der Hebeanlage wieder nach außen gepumpt werden konnte. Er würdigte die Feuerwehren. „Mein größtes Lob gilt den fünf bis sechs Wehren, die mit circa 30 Personen gepumpt haben und auf Zack waren“, sagte Hausmeister Heim. Er zeigte die Stellen, an denen das Wasser in Steckdosen lief bis zur Brandmeldeanlage mit der Panzersicherung im Technikraum. Hier habe man Schlimmeres verhüten können. So haben die Helfer die modernen digitalen Tafeln in den Zimmern im Kellergeschoss und die elektronischen Datensysteme retten können. Viele Reinigungsgeräte und nahezu die gesamte Kücheneinrichtung seien aber dem Hochwasser zum Opfer gefallen, schilderte der Hausmeister. Jetzt muss die Schule „ausgetrocknet“ werden.

Ralf Röckelein-Sarré vom Bauamt des Landkreises zeigte die Maßnahmen auf, die nun dringend notwendig sind. Er rechnet nach dem gegenwärtigen Stand mit einer Schadenshöhe von über einer Million Euro in der Realschule. Zum Glück habe der Landkreis als Träger der Realschule vor einigen Jahren eine Elementarversicherung abgeschlossen, die Gebäudeschäden bis zu einer Million Euro und auch Einrichtungen mit der gleichen Summe abdeckt.

Auswirkungen auf den Realschulbetrieb haben die Schäden nach den Worten des Kämmerers Marcus Fröhlich nur teilweise. Unterricht sei weiter möglich. Betroffen sind nach seinen Worten der Werk- und Handarbeitsraum und die neue Küche, die bis an die Arbeitsplatte abgesoffen sei. Hier könne die Realschule übergangsweise die Schulküche der Mittelschule Ebern nutzen.

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