Energie
Königsberg baut einen großen Solarpark
Auf den Äckern zwischen dem Waldspielplatz (unterer Bildrand, nicht ganz  zu sehen) und dem Hackschnitzellager  (Mitte) soll am Schafhof die Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet werden.
Auf den Äckern zwischen dem Waldspielplatz (unterer Bildrand, nicht ganz zu sehen) und dem Hackschnitzellager (Mitte) soll am Schafhof die Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet werden.
Foto: Repro: GUT/sn
Königsberg in Bayern – Der Stadtrat billigte die Planungen für eine fast 20 Hektar umfassende Photovoltaikanlage.

Eine Sitzung mit etlichen Tagesordnungspunkten hatte der Stadtrat Königsberg im großen Saal der Stadthalle unter Beachtung der Hygienemaßnahmen zu bewältigen. Dazu gehörte ein Antrag auf Erstellung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage in Königsberg. Das Projekt am Schafhof wurde einstimmig gebilligt.

Den Tagesordnungspunkt leitete Bürgermeister Claus Bittenbrünn (CSU) mit den Worten ein: „Die Sonne ist die beste Energieform der Zukunft. Ziel muss sein, sie zu 100 Prozent zu nutzen.“

Darüber hat sich Marco Siller, Geschäftsführer von GUT Haßberge (Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge mbH) und Ortssprecher von Unfinden, mit einer Photovoltaik-Freiflächenanlage in Königsberg Gedanken gemacht. Sie soll auf dem Gelände am Schafhof bei Königsberg im Bereich „Rasiger Wegacker“ mit einer Fläche von 19,5 Hektar (knapp 30 Fußballfelder) eingerichtet werden. Es betrifft die Grundstücke zwischen dem Waldspielplatz und dem Hackschnitzellager. Alle diese Grundstücke befinden sich im Besitz der Stadt Königsberg.

Hierzu musste durch Beschluss des Stadtrates ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Das geschah so. Außerdem war es notwendig, die Übereinstimmung der geplanten Anlage mit den Vorgaben des Standortkonzepts der Stadt zu prüfen. Mit der Installation wäre die Obergrenze von 50 Hektar, die mit Photovoltaikanlagen überbaut werden dürfen, im Gebiet der Stadt Königsberg ausgeschöpft. Geändert werden muss der für diese Fläche geltende Bebauungsplan und Flächennutzungsplan. Das wurde in die Wege geleitet. Zudem müssen, da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, Tauschflächen bereitgestellt werden.

Den Antrag zur Errichtung der Anlage stellte Marco Siller selbst vor. Er wies darauf hin, dass mit der Errichtung des Solarparks eine nachhaltige Energieversorgung des Stadtgebietes gesichert werden könne. So werde die Anlage eine Leistung von 19,34 Mwp bringen. Eine Ersparnis von 11 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr werde erwartet, sobald die Anlage in Betrieb ist. Der Solarpark solle in einem kommunalen Betreibermodell umgesetzt werden. Die Stadt Königsberg werde, so Siller, der Betreiber der Anlage sein. Die Wertschöpfung solle vor Ort bleiben. An Gesamteinnahmen sind laut Siller in 20 Jahren circa 4,35 Millionen Euro veranschlagt.

Betont wurde, dass die Belange von Natur und Landschaft im Rahmen der Bauleitplanung Berücksichtigung finden. Außerdem werden grünordnerische Maßnahmen festgesetzt, um den Eingriff in Natur und Landschaft zu minimieren. Diese Vorgaben gelten ebenfalls für die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Bürgermeister Bittenbrünns Meinung zur Anlage: „Das ist ein guter Standort, da die Böden dort eine geringe Bonität haben. Zudem wird die Anlage durch sie umsäumende Hecken nur schwer zu sehen sein.“ Das Projekt wurde ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht.