Beschluss
Finanzspritze für Ersthelfer der Sander Feuerwehr
Das über zwölf Jahre alte Einsatzfahrzeug der First Responder (im Bild) muss ersetzt werden. Für die Anschaffung eines neuen VW Tiguan bewilligte der Gemeinderat Sand einen Zuschuss von 12 000 Euro.
Das über zwölf Jahre alte Einsatzfahrzeug der First Responder (im Bild) muss ersetzt werden. Für die Anschaffung eines neuen VW Tiguan bewilligte der Gemeinderat Sand einen Zuschuss von 12 000 Euro.
Foto: Christian Licha
Sand am Main – Die Gemeinde Sand gewährt der First-Responder-Gruppe zur Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges einen Zuschuss von 12 000 Euro.

Die First-Responder-Gruppe ist ein wichtiger Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Sand. Mit ihrem Zuschussantrag für die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges befasste sich der Sander Gemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstag.

Die First Responder sind bereits seit über 20 Jahren im Einsatz und unterstützen die Rettungskräfte mit ihrer 24-stündigen Dienstbereitschaft. In den beiden Jahren 2018 und 2019 waren die Ersthelfer bei über 200 ernstfallmäßigen Einsätzen aktiv. Die Ersthelfer sind alle ehrenamtlich tätig. Das aktuelle Einsatzfahrzeug der First Responder ist über zwölf Jahre alt und muss daher durch ein neues ersetzt werden. Die Unterhaltungs- beziehungsweise Reparaturkosten des bestehenden Fahrzeuges werden immer kostenintensiver, daher wird seit längerem über eine Neuanschaffung nachgedacht.

Der Kaufpreis für den geplanten VW Tiguan inklusive der Ausbaukosten zu einem Einsatzfahrzeug beträgt knapp 63 000 Euro. Die Finanzierung wird vom Feuerwehrverein komplett übernommen. Durch die Corona-Pandemie konnten 2020 und 2021 allerdings keine Haussammlungen durchgeführt werden. Deshalb sind die Erlöse aus den Spenden nicht so hoch wie erwartet ausgefallen.

Daher bat die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Sand die Gemeinde Sand um einen freiwilligen Zuschuss, wohlwissend, dass es sich hier um keine Pflichtaufgabe handelt. Die Gemeinde Knetzgau, in deren Gebiet auch viele Einsätze gefahren werden, hat einen Zuschuss von 6000 Euro zugesagt. Die Verwaltung der Gemeinde Sand hatte in der Beschlussvorlage einen Zuschuss von 10 000 Euro vorgeschlagen, woraufhin Zweiter Bürgermeister Julian Müller vorschlug, den Betrag zu erhöhen. Gerhard Zösch (CSU) stellte schließlich den Antrag, den First Respondern 12 000 Euro zukommen zu lassen, was der Gemeinderat auch einstimmig bewilligte.

Debatte über Hybridsitzungen

Werden Sitzungen künftig auch in digitaler Form möglich sein? Auch darüber diskutierte der Sander Gemeinderat. Die CSU-Fraktion hatte bereits im April einen entsprechenden Antrag gestellt, um Kontakte zu reduzieren und dem Gremium die Möglichkeit zu schaffen, trotzdem in voller Größe tagen zu können. Die gesetzlichen Grundlagen wurden bereits geschaffen und der Gemeinderat könnte die genauen Voraussetzungen regeln.

Per Bild- und Tonübertragung zugeschaltete Gemeinderatsmitglieder würden in diesem Fall als anwesend gelten. Der Gemeinderat kann die Anzahl der in einer Sitzung zuschaltbaren Gemeinderatsmitglieder in der Geschäftsordnung zahlen- oder quotenmäßig begrenzen. Er kann die Zuschaltmöglichkeit auch von weiteren Voraussetzungen abhängig machen, insbesondere von einer Verhinderung an der Teilnahme im Sitzungssaal.

Bei einer digitalen Zuschaltung ist eine Teilnahme an Abstimmungen möglich, jedoch nicht an Wahlen. Weiterhin müssen der Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder sich in der Sitzung gegenseitig optisch und akustisch wahrnehmen können. Bei öffentlichen Sitzungen müssen per Bild- und Tonübertragung teilnehmende Gemeinderatsmitglieder zudem für die im Sitzungssaal anwesende Öffentlichkeit wahrnehmbar sein.

Zweiter Bürgermeister Julian Müller (CSU) erklärte, dass die Möglichkeit der Teilnahme per Video im Kreistag schon bestehe. Grundsätzlich nicht dagegen war Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD), der aber sagte, dass man so einen Beschluss nicht mit Gewalt fassen solle. Nach den Wortmeldungen zahlreicher Gemeinderatsmitglieder kam man überein, die genauen rechtlichen und technischen Voraussetzungen durch die Verwaltung abklären zu lassen und den Tagesordnungspunkt bei der Oktober-Sitzung erneut aufzurufen.

Geräte für den Altmain-Spielplatz

Zur Änderung der Bebauungspläne „Obere Länge 1“, „Obere Länge 2“ und „Melm“, die künftig eine Bebauung mit zwei Vollgeschossen ermöglichen soll, wurde die Abwägung der in den Verfahren eingegangenen Stellungnahmen getroffen und Satzungsbeschlüsse gefasst. Die Änderungen der Bebauungspläne werden nun ortsüblich bekanntgemacht.

Zum Gesamtpreis von rund 17 000 Euro werden für den Altmain-Spielplatz ein doppelter Beintrainer, eine Balancierstrecke und eine Doppelliege angeschafft. Im Rahmen des Regionalbudgets war bereits bei der Februar-Sitzung die Aufrechterhaltung eines entsprechenden Antrages beschlossen worden. Die Gemeinde beteiligt Sand sich an den nicht förderfähigen Kosten in Höhe von maximal 10 000 Euro.

Schnelltestzentrum hat sich bewährt

Bei der Gemeinderatssitzung im März war durch Zweiten Bürgermeister Julian Müller über die mögliche Einführung eines Schnelltestzentrums informiert worden. Das Gremium hatte der Angelegenheit positiv gegenübergestanden und die Weiterverfolgung und nähere Ausarbeitung zur Einführung des Testzentrums empfohlen. Die Teststation in Sand hat dann am 18. April ihren Betrieb aufgenommen. Die Resonanz war bisher sehr ansprechend.

Inzwischen hat der Landkreis die Kommunen mit der Durchführung von Schnelltests beauftragt, so dass ab Mai die Teststationen über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet werden können. Bürgermeister Bernhard Ruß bedankte sich bei der Wasserwacht Sand-Zeil für das Betreiben der Corona-Teststation im Foyer der Turnhalle. Für ihren Aufwand erhält die Wasserwacht eine Entschädigung, die noch zwischen Gemeinde und Wasserwacht vereinbart werden muss.

Radtourismus wird besser vernetzt

Um den Radtourismus in der Region Main-Rhön zu stärken, möchten die interkommunalen Allianzen Fränkischer Grabfeldgau, Schweinfurter Oberland, Hofheimer Land, Main und Haßberge, Baunach-Allianz und die Lebensregion plus, der die Gemeinde Sand angehört, die vorhandenen Strecken aufeinander abstimmen und miteinander verbinden. Durch die steigende Zahl von E-Bikes können längere Strecken und größere Höhendistanzen überbrückt werden, so dass sich durch die Verbindung vorhandener Radwege „neue“ Strecken für die Radfahrer ergeben. Ziel des Projekts ist es, den Radtourismus im nördlichen Steigerwald noch besser zu vernetzen und eine einheitliche Struktur zu schaffen. Dabei geht es um eine einheitliche Beschilderung, ein gemeinsames Marketing und das Herausarbeiten neuer Strecken, ausgehend von einzelnen Kristallisationsorten.

Als einer der Kristallisationsorte ist die Gemeinde Sand vorgesehen. Der Gemeinderat sprach sich für die Projektbeteiligung aus. Angedacht sind auch zwei Service-Stationen in Sand, die mit Werkzeug für eine Fahrradreparatur ausgestattet sind.

„Steinbrecherweg“ entsteht

Wanderwart Udo Rhein hat die Idee entwickelt, mit einem Wanderweg an die Arbeiter in den Sander Steinbrüchen zu erinnern, die um 1900 zu Fuß von Oberschleichach einen längeren Fußweg auf sich nahmen, um zu ihrem Arbeitsplatz in den Sander Steinbrüchen zu kommen. Die   Bürgermeister   Thomas   Sechser

(Oberaurach) und Bernhard Ruß nahmen die Idee positiv auf. Der Weg sollte dabei weniger unter touristischen Aspekten gesehen werden als vielmehr als ein Beitrag zur Heimatgeschichte und zur Erinnerung daran, welche Entbehrungen Menschen auf sich nehmen mussten, um den Broterwerb für ihre Familien zu sichern. Als „Steinbrecherweg“ soll die Strecke in den Wegebestand des Naturpark Steigerwald mit aufgenommen werden.

Für Projektierung, Integration in das Wanderwegekonzept „Fünf-Sterne-Gemeinden“, Material und Montage von Infotafeln, Markierungszeichen, Erstellen von GPX-Daten, Gestaltung der Infotafeln, Druck von drei Infotafeln und Wegweisern werden Kosten von rund 4000 Euro veranschlagt, die zwischen den Gemeinden Oberaurach und Sand aufgeteilt werden.

Festplatz wird wieder hergerichtet

Einem Antrag des Blasorchesters Sand auf Wiedernutzbarmachung des Festplatzes mit Bühne im Wäldchen an der Pappelallee wurde durch den Gemeinderat entsprochen. Das Blasorchester plant die Durchführung von kleineren Veranstaltungen wie Jungmusiker-Serenaden und Standkonzerte des Hauptorchesters. Konkret handelt es sich um die Fläche zwischen Bühne und uferbegleitendem Weg. Es wird seitens des Blasorchesters angeboten, sich an der Herrichtung der Fläche zu beteiligen. Auch hat sich das Blasorchester mit der freiwilligen Feuerwehr in Verbindung gesetzt, die anbietet, sich im Rahmen des Kettensägen-Trainings an der Aktion zu beteiligen.

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