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Fließt künftig FWO-Wasser nach Ebern?
Wenn sich  die Stadt Ebern dazu entschließt, Trinkwasser von der Fernwasserversorgung Oberfranken zuzukaufen, soll es in diesem Wasserhaus nahe der Pöppelsmühle mit dem Wasser aus den eigenen Brunnen gemischt werden.
Wenn sich die Stadt Ebern dazu entschließt, Trinkwasser von der Fernwasserversorgung Oberfranken zuzukaufen, soll es in diesem Wasserhaus nahe der Pöppelsmühle mit dem Wasser aus den eigenen Brunnen gemischt werden.
Foto: Helmut Will
Ebern – Der Stadtrat informierte sich über die geplante Ausrichtung bei der Wasserversorgung. Der Fremdbezug hätte einige Vorteile.

Wird die Stadt Ebern bei der Trinkwasserversorgung künftig auf Fremdanbieter zurückgreifen, oder setzt sie weiterhin unter Inanspruchnahme des – derzeit stillgelegten – Albersdorfer Brunnens gegebenenfalls auch durch eine neue Brunnenbohrung auf eine autarke Versorgung? Mit dieser Frage befasste sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend in der Frauengrundhalle in Ebern. Burkard Bittner, Geschäftsführer des Ingenieurbüros PfK Ansbach, gab Erläuterungen.

Eingangs sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD): „Unsere Trinkwasserversorgung wird uns noch einige Zeit beschäftigen.“ Wie er weiter erläuterte, hatte die Stadt Ebern im August 2020 einen Förderantrag an das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen gestellt, der zurückgewiesen wurde. Begründet wurde das von der Behörde damit, dass eine Variantenanalyse fehle, die zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit der möglichen Brunnensanierung Albersdorf als notwendig erachtet wird. Gefordert wurde zu untersuchen, ob ein Bezug von Fremdwasser von der Fremdwasserversorgung Oberfranken (FWO) als Zuspeisung zur eigenen Wasserversorgung infrage kommen kann oder eine Brunnenbohrung an anderer Stelle Sinn macht.

Hierzu führte Burkard Bittner aus, dass die Trinkwasserversorgung Ebern an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt sei. Eine Möglichkeit wäre nach seiner Darstellung, den Albersdorfer Brunnen, der aktuell nicht am Netz ist, zu vertiefen und dieses Wasser ins Netz einzuspeisen. „Hierbei gibt es jedoch viele Unwägbarkeiten“, sagte der Fachmann und wies auf das Kostenrisiko und mögliche Auswirkungen auf das Wasserschutzgebiet hin. Bittner sprach sich dafür aus, den Anschluss an die FWO zu prüfen. Die FWO habe ausreichende Reserven bei der Wasserlieferung, auch in Trockenjahren. Die Mischung des eigenen und des FWO-Wassers wäre möglich; es könnte damit sogar der Härtegrad gemindert werden, teilte Burkard Bittner mit.

Jedenfalls sieht er deutliche Vorteile bei Zulieferung durch die FWO im Vergleich zum Ausbau des Brunnens in Albersdorf: Höhere Versorgungssicherheit sei gegeben; keine Aufbereitung sei nötig, da Trinkwasserqualität geliefert werde; ferner könne der Nitratgehalt dauerhaft abgesenkt werden; ein aufwendiges Genehmigungsverfahren für den Brunnen Albersdorf wäre hinfällig. „Hier hätten wir riesige Gestaltungsmöglichkeiten“, fasste Bittner zusammen.

Selbst wenn die eigene Wasserversorgung einmal ausfallen sollte, könne FWO für einen gewissen Zeitraum die Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen. Es müsse in diesem Zusammenhang lediglich eine etwa 1,2 Kilometer lange Leitung zwischen Eichelberg und Reutersbrunn gelegt werden, um das FWO-Wasser dem Wasserwerk an der Pöppelsmühle zuleiten zu können, was überschaubare Kosten verursachen würde. Trotzdem würde die Stadt Ebern „Herr der Lage über ihr Trinkwasser bleiben.“

Weiter wies Bittner darauf hin, dass der Brunnen in Albersdorf nicht aufgelassen werden soll. Das sehe auch das Wasserwirtschaftsamt so: Der Brunnen könne als mögliches weiteres Standbein bei Bedarf einbezogen werden. Der Brunnen könne als Pegelmessstelle dienen und müsse nicht zurückgebaut werden. Auch den Bezugspreis für Wasser habe die Stadt weiterhin im Griff.

Den Ausführungen des Planers schloss sich eine rege Diskussion an. Auch die Investitionskosten, die noch nicht feststehen, und die Wassergebühren wurden angesprochen. Die Einzelheiten für den Bezug von FWO-Wasser müssten genau erarbeitet und vertraglich fixiert werden, sagte Bittner. Bürgermeister Hennemann sieht es so, dass eine vereinbarte Menge Wasser auf jeden Fall abgenommen werde und quasi weiter benötigtes Wasser aus der eigenen Wasserversorgung zugespeist werden sollte. Eine Beschlussfassung erfolgte nicht. „In einer weiteren Sitzung wollen wir das weitere Vorgehen beraten und beschließen, Fördermittel zu beantragen“, so der Bürgermeister.

Der Stadtrat beschloss die Neufassung der Benutzungsgebühren für gemeindliche Kindergarteneinrichtungen, gestaffelt nach Stunden. So beträgt die Gebühr für den Kindergarten 110 Euro seit dem 1. Januar 2021 bei vier bis fünf Stunden Nutzung und 125 Euro ab 1. September 2021. Bei neun bis zehn Stunden Buchung sind es derzeit 160 Euro, und 175 Euro werden es ab September dieses Jahres sein. Für die Kinderkrippe kostet die Gebühr gegenwärtig für zwei bis drei Stunden 150 Euro, und ab September erhöht sich die Abgabe auf 165 Euro. Bei Buchung von neun bis zehn Stunden steigt die Gebühr von derzeit 220 auf 235 Euro. Entsprechend sind auch die dazwischen liegenden Nutzungsgebühren angepasst.

Weiter beschloss der Stadtrat eine Rückübertragung über die Entsorgung von Erdaushub auf den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises. Für die Erdstoffdeponie Neues ist die Rekultivierungsphase im Jahr 2009 abgeschlossen worden. Die Anlage wird seither privat organisiert. Der Landkreis plant zwei neue Erdaushubdeponien, eine im südlichen und eine im nördlichen Landkreis, erfuhr der Stadtrat.

Das Freibad Ebern soll saniert werden. In diesem Zusammenhang muss ein sogenanntes VgV-Verfahren durchgeführt werden, ein Ausschreibungsverfahren der öffentlichen Hand, das sowohl für Bauleistungen als auf für Planungsleistungen eingesetzt wird. Dieses gliedert sich in Teilnahmewettbewerb, Angebotsphase und Zuschlagerteilung. Das alles befindet sich in Vorbereitung. Hierzu muss die Stadt Ebern ein Gremium benennen, das das Verfahren begleitet. Folgende Personen wurden hierfür vom Stadtrat beauftragt: die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses, der Leiter des Freibades Ebern und der Leiter der Bautechnik des Bauamtes der VG Ebern.