Bauausschuss
Gebühren fürs Abwasser werden kommen
Kläranlage
Kläranlage
Foto: Symbolfoto: Sabine Weinbeer
Untermerzbach – Für Verbesserungen in der Kläranlage Untermerzbach müssen Anlieger oder Nutzer ihren Beitrag leisten. Streit gibt es um das Wie.

Hat jemand auf sein Haus ein Geschoss aufgestockt? Hat er etwas auf seinem Grundstück verändert, angebaut oder umgebaut? Es könnte sein, dass er in der nächsten Zeit einen Brief von der Gemeinde bekommt. Denn es geht um die Bezahlung der Verbesserungsmaßnahmen in der Kläranlage. Ein heikles Thema im Bauausschuss Untermerzbach am Donnerstagnachmittag war deshalb die Erhebung von Abwassergebühren. „Die Gemeinde muss im Hinblick auf Verbesserungsmaßnahmen der Kläranlage noch beschließen, wie Gebühren erhoben werden sollen“, sagte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD). Dazu sei es nötig, die Grundstücks- beziehungsweise Geschossflächen der einzelnen Anwesen als Basis für die Berechnung zu ermitteln. Deshalb mache eine Globalberechnung Sinn, um für die Zukunft verwertbare Daten zu erhalten. „Mit 86000 Euro ist diese Maßnahme nicht günstig, aber wir werden nicht umhin kommen, diese in Auftrag zu geben, um für die nächsten 25 bis 30 Jahre darauf zurückgreifen zu können“, sagte Dietz. Reisenweber war damit nicht einverstanden. „Ich bin dagegen, das sage ich gleich. Wir können doch auf bereits vorliegende Erhebungen zurückgreifen, diese wurden ja auch immer wieder nachgebessert.“

Einiges ist nicht bekannt

Hier merkte die Geschäftsführerin der Gemeinde, Tanja Zürl an, dass „viele Lücken“ vorhanden seien und sich durch An- oder Ausbaumaßnahmen Veränderungen ergeben hätten, die der Gemeinde mitunter nicht bekannt seien. Festgestellte Um- und Ausbaumaßnahmen, die nicht gemeldet wurden, würden nachveranlagt. Die Erfassung sei im Rahmen der Gleichbehandlung aller Anwesen erforderlich. „Wir sind eine Solidargemeinschaft und müssen das miteinander gerecht finanzieren“, ergänzte der Bürgermeister. Ein Beschluss hierüber soll im Gemeinderat gefasst werden. Vorher will sich die Verwaltung noch nach einem anderen Anbieter für die Erfassungsmaßnahme umsehen.

Im neuen Baugebiet

Drei Ortseinsichten standen zu Beginn der Sitzung des Bauausschusses Untermerzbach am Donnerstagnachmittag an. Zunächst sah sich das Gremium in Gereuth am neuen Baugebiet am westlichen Ortsrand um. Dort informierte Bürgermeister Dietz über den derzeitigen Baufortschritt. Die Straßenoberfläche werde ausgebessert und erneuert und es sei mit Mehrkosten von etwa 4000 bis 5000 Euro zu rechnen. Es werde eine zehn Zentimeter dicke Asphaltschicht auf die drei Meter breite Straße aufgebracht und ein Bankett von einem Meter Breite mit angelegt. „Die Straße ist für ein Gewicht von 60 Tonnen ausgelegt, sodass sie auch landwirtschaftlichen Fahrzeugen standhält“, sagte der Bürgermeister. Zweiter Bürgermeister Dieter Reisenweber meinte, der Unterbau hätte stärker werden sollen. Dietz entgegnete, er werde den Anforderungen gerecht. Weiterhin habe man mit dieser Baumaßnahme gleichzeitig einen Ringschluss für die Trinkwasserversorgung hergestellt. Geschäftsführerin Tanja Zürl berichtete, es seien bereits vier Bauplätze reserviert.

Auch der Neubau der Straße in Buch, die kürzlich offiziell eröffnet wurde, wurde in Augenschein genommen und vom Bauausschuss insgesamt als gelungen empfunden. Die Einmündung in der Ortsmitte sei übersichtlicher, von Vorteil seien der neu angelegte Gehweg und ein behindertengerechter Straßenübergang.

Viel kaputt im Präckleinhaus

Weiter ging es nach Memmelsdorf. Dort entstand am 26. August dieses Jahres ein Schaden von fast 60000 Euro bei einem Schmorbrand in den Kellerräumen des Präckleinhauses. Der Bauausschuss sah sich dort um. Wie Bürgermeister Dietz erläuterte, müsse der Brandherd in Müll- oder Papiertonnen entstanden sein. Es seien Kabelverbindungen an der Decke verschmort. Intensive Reinigungsarbeiten seien notwendig. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 24000 Euro. Auch Geräte von Mietern wurden laut Dietz in Mitleidenschaft gezogen. Diese würden über deren Hausratversicherungen ersetzt. Ein Gutachter habe festgestellt, dass im Kellergeschoss alle dort vorhandenen Einrichtungen erneuert werden müssten. In diesem Zusammenhang sprach der Bürgermeister ein Lob an die Feuerwehr aus. Sie sei sehr schnell zur Stelle gewesen. „Dadurch konnte wohl noch größerer Schaden verhindert werden.“

Luftreiniger für die Schulkinder

Die Gemeinde ist bei der Beschaffung von Luftreinigern für Grundschule und Kindertagesstätte durch den Landkreis dabei. „Das ist wohl auch eine Voraussetzung, um Präsenzunterricht durchführen zu können“, sagte Dietz. Vier Firmen hätten solche Geräte angeboten, sieben erhalte die Gemeinde Untermerzbach, was Kosten von 32961 Euro verursache. „Pro Klassenzimmer erhalten wir einen Zuschuss von 1750 Euro“, sagte der Bürgermeister. Dietz wurde ermächtigt, die nötigen Schritte zum Kauf der Anlagen einzuleiten.