Kleinraum
Respekt für moderne Wohnform im Alter
Der Gemeinderat Kirchlauter hatte keine Einwendungen gegen ein Tiny House, das in Neubrunn errichtet werden soll.
Der Gemeinderat Kirchlauter hatte keine Einwendungen gegen ein Tiny House, das in Neubrunn errichtet werden soll.
Foto: Günther Geiling/Repro
Kirchlauter – Ein Ehepaar möchte in Neubrunn ein kleines Haus errichten und erhielt dafür das Einvernehmen des Ratsgremiums.

Gibt es bald das erste Tiny House in der Siedlung am Dörfliser Weg im Baugebiet in Neubrunn? Im Gemeinderat Kirchlauter tauchten dazu zwar einige Fragen auf, aber die Bauvoranfrage eines Ehepaares wurde schließlich einstimmig befürwortet.

Die Bauherren wollten mit ihrer Bauvoranfrage die Zulässigkeit eines solchen Tiny Houses abklären. Es hat eine Länge von neun und eine Breite von 3,45 Metern. „Wir haben das Grundstück erworben und beabsichtigen, ein kleineres, voll ausgestattetes und an die öffentlichen Versorgungsleitungen anzuschließendes Wohnhaus zu errichten“, stand in ihrer Bauvoranfrage.

Michael Tischner interessierte, ob dieses Mobilhaus eines Tages einfach wieder weggenommen werden kann und ob die Gemeinde für ihr Baugebiet durch die geringere Grundfläche weniger Geld für ihre Erschließungsmaßnahmen bekommt. Geschäftsführer Matthias Klauda (VG Ebelsbach) führte dazu aus, dass die Erschließungskosten nach der Satzung und nach der jeweiligen Größe eines Hauses berechnet werden. Dies sei auch bei anderen Häusern so.

Es gebe jedenfalls ein Baugebot von fünf Jahren, und wenn das Haus wieder entnommen werden sollte, würden keine Erschließungskosten herausbezahlt, sondern blieben auf dem Grundstück bestehen. Im Übrigen gelte das Haus als ein Festbau, wenn es länger als sechs Monate stehe.

Steffen Kandler (SPD) meinte, dass die Gemeinde gar nicht gegen eine solche Bauweise sein könne. „Das ist etwas Neues, das auf uns zukommt. Ich habe sogar Respekt davor, wenn ältere Leute ein kleineres Haus bauen wollen.“ Einstimmig wurde die Bauvoranfrage gebilligt.

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) legte die Änderung der Abwassergebühren für den Kalkulationszeitraum 2022 bis 2025 vor. Wesentlich sei, dass die Abwassereinrichtungen Kirchlauter und Pettstadt zum 1. Januar 2022 zusammengelegt werden, weil die kleine Kläranlage in Pettstadt aufgegeben wurde und der Ort nach Kirchlauter angeschlossen wurde.

Laut Berechnungen ergibt sich für Kirchlauter/Pettstadt eine Gebühr von 2,03 Euro pro Kubikmeter. Für Neubrunn sieht es anders aus. Hier steigt die Gebühr um 100 Prozent. Sie klettert von bisher 1,23 auf künftig 2,46 Euro pro Kubikmeter; darin sind auch Defizite aus vergangenen Jahren berücksichtigt.

Obwohl der Gemeinderat an den Berechnungen der Kommunalberatung Schulte/Röder keinen Zweifel hatte, gab es einige Diskussionen zu den neuen Gebühren. Lilo Stubenrauch (CSU) wünschte sich, dass die beauftragte Kommunalberatung die Zahlen selbst vorgestellt und man die Zahlen dann auch besser verstanden hätte.

Für Peter Stretz (CSU) war unverständlich, warum man ab 2022 mit einer Unterdeckung kalkuliere in dem Wissen, dass das Defizit dann im nächsten Kalkulationszeitraum wieder aufgefangen werden müsse. Das gelte insbesondere für den Bereich Kirchlauter. Er fragte sich auch, warum die Gemeinde mit diesen Berechnungen ein Büro beauftrage. Diese Schätzung müsste nach seiner Ansicht auch in der VG-Verwaltung möglich sein.

Uwe Derra (FW-KL) meinte, dass die Kosten für 2021 doch da seien und sie einfügen könnte. Hans-Jürgen Derra (IG HL) ergänzte, dass die Gemeinde den Kalkulationszeitraum in einiger Zeit abbrechen und dann neu berechnen könnte.

Der VG-Geschäftsleiter Matthias Klauda betonte, dass man keine Sicherheit „reinkalkulieren“ dürfe. Dies könne man erst im nächsten Kalkulationszeitraum nachholen. Die Abrechnungen für das Jahr 2021 seien noch nicht gelaufen. Außerdem gebe es Schwankungsbreiten.