Bei Zell an A70
Geplanter Solarpark rückt näher
An der Straße von Sand nach Zell entsteht nahe der Autobahn ein Solarpark. Den Bebauungsplan und den Flächennutzungsplan hat der Gemeinderat jetzt beschlossen.
An der Straße von Sand nach Zell entsteht nahe der Autobahn ein Solarpark. Den Bebauungsplan und den Flächennutzungsplan hat der Gemeinderat jetzt beschlossen.
Foto: cl
Sand am Main – Der Gemeinderat Sand brachte die vorgesehene Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage voran.

Viel nachzuarbeiten hatte der Sander Gemeinderat. Aufgrund der wegen der hohen Inzidenzwerte ausgefallenen Sitzung im April wurden in dieser Woche zwei Sitzungen abgehalten. Am Dienstag billigte der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes für die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Straße nach Zell in Höhe der Autobahn.

Die ersten Planungen für den Solarpark Schoberholz, wie die Anlage heißen soll, stellte Christine Bardin vom beauftragten Ingenieurbüro Koenig und Kühnel aus Weitramsdorf vor. Diese dienen als Diskussionsgrundlage für die öffentliche Auslegung und die weiteren Beratungen im Gemeinderat.

Zaun wird errichtet

Demnach wird das Areal mit einem Zaun befriedet, der eine Gesamthöhe von circa 2,5 Metern haben wird. Diese Höhe setzt sich aus den Zaunmodulen zusammen, die eine eigene Höhe von zwei Metern haben, vom Boden her gesehen 15 Zentimeter Durchschlupfmöglichkeit für Kleinwild sowie einen Übersteigschutz. Hecken, Blühstreifen und Totholz werden auf dem Gelände integriert. Eine bereits bestehende Feldhecke bleibt unverändert bestehen. Die Module werden in den Boden eingerammt, so dass diese nach der Nutzungszeit rückstandslos zurückgebaut werden können.

Die Fahrwege im Solarpark werden durch den Betreiber gemäht und die Bereiche zwischen und unter den Modulen gemulcht. Der Einsatz von Pestiziden und Glyphosat ist nicht erlaubt.

Finanzen

Einen Überblick über den aktuellen Stand der zentralen Handlungsfelder der Gemeinde gab Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD). Bei der Gewerbesteuer hat die Gemeinde Ausgleichszahlungen vom Staat über 374 000 Euro erhalten. Damit wurden die Ausfälle von 300 000 Euro mehr als kompensiert. Dazu kamen 480 000 Euro Gewerbesteuer, so dass sich hier Einnahmen von 854 000 Euro ergaben, die deutlich über den geschätzten 300 000 Euro lagen.

Die Lohn- und Einkommensteuer lag mit 1 650 000 Euro 102 000 Euro unter den Ansätzen.

Wie sich das Jahr 2021 entwickelt, muss noch abgewartet werden. Bei den Gewerbesteuern wird ein Betrag von 400 000 angepeilt. Ob es wieder Ersatzleistungen für Gewerbesteuerausfälle gibt, steht noch nicht fest. Im Übrigen gilt zu berücksichtigen, dass die Hilfsleistungen wieder erwirtschaftet werden und die Kredite zurückgezahlt werden müssen, so Ruß.

Zu den anstehenden Pflichtaufgaben der Gemeinde (Kanalsanierung und Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos und Ersatz für das Einsatzfahrzeug der First Responder) gehört auch die Innenentwicklung der Gemeinde. Dazu wurde ausgiebig diskutiert, ob es notwendig sei, ein Planungsbüro mit einzubeziehen, das die Entscheidungsprozesse begleitet. Eine Entscheidung hierüber wurde aber noch nicht getroffen.

Um junge Familien zu entlasten, hat der Gemeinderat einen Teilerlass der Gebühren für die Ganztagesklassen und die Mittagsbetreuung in der Grundschule Zeil-Sand beschlossen. Die Gemeinde übernimmt einen Teil der Kosten.

Anträge

Zwei Anträge der Gemeinderatsfraktionen von CSU und SPD wurden bereits inhaltlich erfüllt und bedurften somit keiner Abstimmung mehr. Die CSU beantragte die Teilnahme am Projekt „Bayern spielt – Aufbruch für Kultur“. Inhalt dieses Projekts ist es, im Sommer dieses Jahres im Rahmen der Möglichkeiten wieder unmittelbare Begegnungen mit Kunstschaffenden und Bürgern zu ermöglichen und die vielfältige Kulturlandschaft in Bayern auf allen Ebenen wieder sichtbar und erlebbar zu machen.

Um Besucher wieder für Kunst und Kultur zu begeistern, soll Vertrauen in die Sicherheit von Kulturveranstaltungen aufgebaut werden. Teil des Konzepts ist es, Veranstaltern und Akteuren möglichst viele Freiflächen in ganz Bayern für die Konzeption von Kulturveranstaltungen zu vermitteln. Hierbei soll die Plattform neben privaten Anbietern auch Angeboten staatlicher Kultureinrichtungen sowie staatlich geförderten Veranstaltungen und Projekten die Möglichkeit zu mehr Sichtbarkeit geben.

Die Verwaltung hat daraufhin das Altmain-Weinfestgelände gemeldet.

Die SPD stellte einen Antrag auf Änderung der Bepflanzung in den Rathausblumenkästen. Der Antrag wurde damit begründet, dass seit Jahren immer weniger Bienen, Schmetterlinge und Fluginsekten insbesondere bei Geranienpflanzen geeignete Nahrung finden. Durch die Verwaltung wurde bereits im Vorfeld und unabhängig vom Antrag der Fraktion eine Änderung der Bepflanzung geplant. Bei der Firma Blumen Zösch wurden Zauberglöckchen und Fächerblumen bestellt. Die neue Bepflanzung bietet reichhaltiges Pollen- und Nektarangebot für die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Auch in anderen Bereichen soll zukünftig auf insektenfreundlichere Bepflanzung geachtet werden, wie der Gemeinderat Sand vereinbarte.