Diskussionsbedarf
Diskussion nicht nur ums Schneeräumen
Beim Schneeräumen öffentlicher Straßen in Pfarrweisach geht es manchen Leuten nicht schnell genug und der Verantwortliche Frank Schmidt bekommt das unschön zu spüren.
Beim Schneeräumen öffentlicher Straßen in Pfarrweisach geht es manchen Leuten nicht schnell genug und der Verantwortliche Frank Schmidt bekommt das unschön zu spüren.
Foto: Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa
Pfarrweisach – In der Gemeinderatssitzung am Dienstag wurde es zum Ende hin richtig lebhaft. Die Räte stellten Fragen, der Bürgermeister machte Versprechen.

Die Programmpunkte der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom Dienstagabend in der Turnhalle waren in einer Viertelstunde durchgearbeitet, doch beherrschte – wie so oft – der Punkt Informationen und Anfragen der Gemeinderäte die Diskussionen, so dass erst nach einer Stunde der öffentliche Teil beendet war.

Zu Beginn der ersten Sitzung im neuen Jahr und nach einem Neujahrsgruß stimmte Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) das Gremium auf die vielfältigen Arbeiten ein. „Wir haben einiges auf dem Plan stehen, was uns fordern wird“, sagte er. Nachdem die Bauanträge auf Neubau einer Mehrzweckhalle in Kraisdorf und Neubau eines Wohnhauses in der Siedlung in Kraisdorf das Gremium ohne Einwände passiert hatten, sprach Oppelt das Schneeräumen öffentlicher Straßen in der Gemeinde an.

Manche Bürger sind wütend

Frank Schmidt (CSU) aus Lichtenstein, selbst Gemeinderat, ist für das Schneeräumen verantwortlich. Oppelt lobte ihn sehr für die „hervorragende Arbeit“ und erklärte, Schmidt und Mitarbeiter des Bauhofs arbeiteten nach einem von der Gemeinde festgelegten Räum- und Streuplan. Dabei seien kürzlich Straßen in den Räumdienst aufgenommen worden, die sehr steil verlaufen. Oppelt bat die Bürger, bei sehr starkem Schneefall nicht gleich herumzumeckern und zu schimpfen, wie das in der vergangenen Woche passiert sei; denn der Räumdienst müsse „eine Straße nach der anderen abfahren“. Und tatsächlich zeigte sich Frank Schmidt am Dienstagabend frustriert über einige Bürger; sie hätten ihre Wut über angeblich zu spätes Räumen an ihm ausgelassen. „Das ist bei manchen Leuten schon grenzwertig, was da für Worte fallen“, meinte Schmidt. Es sei „schon peinlich“, wenn er derart verbal massiv angegriffen werde.

Die Leute sollen vor ihrer eigenen Tür räumen

Oppelt stellte sich ihm zur Seite, indem er auf die Pflichten der Grundstückseigentümer verwies. Diese hätten den Schneeräum- und Streudienst an ihren Grundstücken selbst zu erledigen.

Für die Ortschaft Junkersdorf steht demnächst zur Diskussion, ob wegen der Wasserversorgung die eigene Anlage erhalten werden soll oder ein Anschluss an den Wasserzweckverband Pfarrweisacher Gruppe sinnvoller ist. Oppelt erklärte auf eine Frage des Junkersdorfer Gemeinderates Klaus Dünisch (KUL), es müssten Probebohrungen durchgeführt werden, wozu der Gemeinde ein Angebot über 80000 Euro vorliege. Dieser Betrag und weitere Folgekosten müssten auf die Haushalte in Junkersdorf umgelegt werden. Bei einer Bürgerversammlung – sofern es die Vorgaben der Pandemie zulassen – sollen die Bürger informiert und gehört werden, versprach Oppelt.

Warum ist die Firma Spielmann jetzt in Ebern?

Warum die Firma Reifenservice Spielmann von Pfarrweisach nach Ebern gezogen sei, wollte Gemeinderätin Beate Giebfried (FW) wissen, zumal der Gemeinderat 2021 einen Bauantrag der Firma, in Pfarrweisach unterhalb des Friedhofs eine Lagerhalle zu bauen, genehmigt habe. Oppelt erklärte, das liege an einem Einwand des Straßenbauamtes, deswegen verzögere sich das Bauvorhaben, und die Firma habe sich vorübergehend in Ebern eingemietet. Mit Staatssekretär Gerhard Eck vom bayerischen Staatsministerium des Innern stehe man in Verbindung, um eine Lösung für den Bauwerber zu finden. Bernd Spielmann, einer der beiden Geschäftsführer, antwortete auf FT-Anfrage, dass nach wie vor Interesse bestehe, in Pfarrweisach zu bauen. Leider habe er sich zu Ende des vergangen Jahres kurzfristig für eine andere Lösung entscheiden müssen, „weil mein bisheriges Geschäft in Pfarrweisach aus allen Nähten platzt“. Er stehe mit Bürgermeister Oppelt in Kontakt und freue sich auf das Gespräch mit Staatssekretär Eck.

Das mit den Urnengräbern sollte geregelt werden

Frank Schmidt forderte, endlich eine generelle Satzung für Urnengräber auf den gemeindlichen Friedhöfen zu erstellen. Es sei nicht hinnehmbar, dass immer von Fall zu Fall entschieden werden müsse und dann „die Angehörigen der Verstorbenen in unnötige Diskussionen einbezogen“ werden müssten. Der Bürgermeister versprach, diese Angelegenheit in diesem Jahr anzupacken. Die Gemeinderäte sollten sich aber auch selbst Gedanken machen, wo auf den Friedhöfen Urnengräber geplant werden könnten.