Standortkonzept
Kirchlauterer Beitrag zur Energiewende
Im Bereich der Gemeinde gibt es unmittelbar an der Kreisstraße vor Kirchlauter schon eine private Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Größe von rund drei3 Hektar.
Im Bereich der Gemeinde gibt es unmittelbar an der Kreisstraße vor Kirchlauter schon eine private Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Größe von rund drei3 Hektar.
Foto: Günther Geiling
Kirchlauter – Der Gemeinderat Kirchlauter verdoppelt die Fläche, auf der die Gemeinde die Errichtung von Freiflächenanlagen zulässt.

Die Gemeinde Kirchlauter möchte die Energiewende mitgestalten und hatte schon im November 2020 einen Beschluss gefasst, auf 15 Hektar Freiflächen-Photovoltaikanlagen zuzulassen. Im Rahmen der Diskussion mit der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge (GUT) über ein Standortkonzept für Anlagen im Gemeindebereich spielten aber auch technische und wirtschaftliche Kriterien eine Rolle, die für eine Verdoppelung der Höchstgrenze auf 30 Hektar sprachen. Dies wurde jetzt vom Gemeinderat mit Mehrheit beschlossen, wobei auch kritische Stimmen aufkamen.

Den Ratsmitgliedern lag dazu ein ausführliches Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaikanlagen für die Gemeinde vor, auf das Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) einging. Demnach besitze die Gemeinde eine Fläche von 16,91 Quadratkilometern, von der 55 Prozent landwirtschaftlich genutzt würden und 36 Prozent mit Wald bepflanzt seien. Der Rest verteile sich auf Gebäude und Verkehrswege. Demnach würden von den 1691 Hektar an Flächen 930 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Steffen Kandler (SPD) stellte mit Nachdruck fest: „Wir aktiven Landwirte produzieren Lebensmittel. Deswegen habe ich schon beim ersten Mal für eine Begrenzung auf 15 Hektar gestimmt. Warum wollen wir jetzt höher gehen? Photovoltaik gehört auf die Häuser und Dächer und unten gespeichert. In München und Oberbayern sieht man so gut wie nichts von Windrädern und anderen Dingen, und bei uns soll alles zugepflastert werden.“ Das führe dazu, dass man in anderen Ländern sogar den Urwald niedermache „und wir von dort die Produkte beziehgen“.

„Auch an den Naturschutz denken“

Lieselotte Stubenrauch (CSU) sah das anders und meinte, es seien ja nur 30 Hektar auf möglicherweise drei Standorten. „Du tust gerade so, als würden wir 50 Prozent der Flächen beschließen.“

Uwe Derra (FW KL) ließ keinen Zweifel daran, dass er persönlich zur Photovoltaik stehe. Bei der Flurnummer 1773 mit 8,6 Hektar müsse aber erst der Besitzer zustimmen, und es sei nur eine Fläche dabei, die die Bonität 42 aufweise. Schließlich sehe jeder, wie die Strompreise anziehen.

Der Ortssprecher von Pettstadt, Achim Sieghörtner, betonte: „Ich bin für die Energiewende, wir brauchen Photovoltaik, und ich bin für die Obergrenze von 30 Hektar. Aber auch ich möchte nicht auf eine so große Fläche schauen.“ Wenn 20 Hektar an einem Stück seien, müsse man auch an den Naturschutz denken und bedenken, welches Ausmaß eine solche Fläche haben dürfe.

Hans-Jürgen Derra (IG HL) meinte, dass man sich mit so einem Grundsatzbeschluss ja noch nichts verbaue, aber bei konkreten Situationen das Vorgehen genau überlegen müsse. Die Verteilung der 30 Hektar auf drei Standorte gehe sicher auch zulasten der Rendite.

In der Gemeinde Kirchlauter gibt es schon an der Kreisstraße von Kirchlauter nach Neubrunn eine Photovoltaik-Freiflächenanlage von rund drei Hektar. Bürgermeister Kandler sprach beim Standortkonzept von zwei Flächen und einer weiteren in Richtung Goggelgereuth. „Mit unserem Beschluss stellen wir nur klar, dass wir 30 Hektar zur Verfügung stellen wollen.“ Für die zwei auserkorenen Flächen wolle er auch die Eigentümer einladen, und bei Fragen der Finanzierung könne jeder GUT-Geschäftsführer Marco Siller anrufen.

Begrenzung auf 15 Hektar aufgehoben

Mit 11:1 Stimmen beschloss dann das Gremium, die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen grundsätzlich auf einer Fläche von 30 Hektar zuzulassen. Damit wurde der Beschluss auf eine Begrenzung auf 15 Hektar vom 3. November 2020 aufgehoben.

Bürgermeister Kandler gab bekannt, dass eine Kostenschätzung für die WLAN-Einrichtung für die Schulhäuser in Kirchlauter und Neubrunn eingetroffen sei und diese für Kirchlauter mit 32 000 Euro und für Neubrunn mit 39 034 Euro veranschlagt sei.

Die Zuweisung der Straßenausbaupauschale des Freistaats Bayern mit 18 280 Euro hielt er für eine „lächerliche Summe“. Bürgermeister Kandler: „Da müssen wir ja drei Jahre warten, bis wir wieder neue Maßnahmen starten können.“

Aktuelle Baumaßnahme ist derzeit der Anschluss des Gemeindeteils Pettstadt an das Kanalnetz in Kirchlauter. Nach den Worten des Bürgermeisters gehen die Bauarbeiten gut voran. Es sei schon ein Großteil der Leitung zwischen den beiden Ortsteilen verlegt.

Hinsichtlich der Friedhofssanierung lud er die Grabeigentümer zu einer Besprechung vor Ort ein, und zwar am Dienstag, 27. Juli, um 19 Uhr im Friedhof von Kirchlauter.