Tradition
Den Flurumgang gibt es seit 1607
Sehr groß war die Bürgerbeteiligung beim letzten Flurumgang in Königsberg am 21. September 2002. Das ist 20 Jahre her.
Sehr groß war die Bürgerbeteiligung beim letzten Flurumgang in Königsberg am 21. September 2002. Das ist 20 Jahre her.
Foto: Archiv Gerold Snater
Königsberg in Bayern – In Königsberg sind die Bürger zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen. Die Nachfolgenutzung für das SeniVita-Gebäude steht offenbar fest.

In der letzten Sitzung des Stadtrates Königsberg vor der Sommerpause wurde bekannt, dass in Unfinden die Erdverkabelung nun doch erfolgt. Vor etwa drei Jahren hieß es, das sei nicht beabsichtigt. Bürgermeister Claus Bittenbrünn informierte, dass das Bayernwerk nun doch eine Erdverkabelung des Stroms anlegen wird. Dazu soll es im September eine Bürgerversammlung geben. Dann wird es auch um den Energienutzungsplan gehen.

Bei der Erdverkabelung soll gleich an die Glasfaserkabel gedacht werden

In einem ersten Schritt werden am Ortseingang „Zum Plan“ Leuchten erneuert und verkabelt sowie ein Transformator als Ersatz für das alte Trafohaus aufgestellt. Die Stadt will dazu ein Leerrohr für eine spätere Glasfaserleitung einbauen. Beabsichtigt ist die Umstellung auf LED-Leuchten.

Später sollen in der Raiffeisenstraße und dem oberen Bereich der Schönaustraße Versorgungsleitungen erdverkabelt werden.

Auch hier kann ein Leerrohr für Glasfaser eingebaut werden. Auch hier stellt sich die Frage nach einer Kostenreduzierung für den Bau einer eventuellen Nahwärmeversorgung – auch, wenn inzwischen einige Interessenten eigene Lösungen gefunden haben.

Herbst: Flurumgang der Feldgeschworenen

In Königsberg ist man ja stolz auf seine Traditionen. Ob das nun der Aufzug der Bürgerwehr ist immer zu Pfingsten oder ob man das Katzenkopf-Paar durch die Stadt schickt oder den Amtsbotenweg nach Coburg marschiert oder die Herzog-Wilhelm-Kettenfeier begeht. Unter den Traditionen gibt es auch etwas ganz Handfestes, bei dem auch Klapse verteilt und an den Ohren gezogen werden.

Der Flurumgang der Feldgeschworenen ist eine Besonderheit, denn er findet nun nach 20 Jahren Pause am Samstag, 1. Oktober, statt. Die Feldgeschworenen und Märker laufen mit den Teilnehmern die ganze Flurgrenze der Kernstadt zu den Nachbargemeinden ab und prüfen ganz offiziell den Sitz der Grenzsteine. Tradition ist das „Stauchen“: Dabei werden an den Eckpunkten, an denen die Gemarkungen zusammentreffen, traditionell junge Burschen, die den Grenzstein besetzt haben, „gestaucht“ und dreimal am Ohr um den Stein geführt, damit sie die Grenzen in Erinnerung behalten. Als Ausgleich für das „schmerzhafte“ Stauchen erhalten sie eine Entschädigung. Rund 24 Kilometer ist diese Strecke lang, sie wird an einem Tag absolviert.

Beim Flurumgang am 1. Oktober in Königsberg wird „gestaucht: Die Buben erhalten einen Klaps und werden am Ohr um den Stein geführt.
Beim Flurumgang am 1. Oktober in Königsberg wird „gestaucht: Die Buben erhalten einen Klaps und werden am Ohr um den Stein geführt.
Foto: Gerold Snater

Den ersten protokollarisch verbürgten Umgang in Königsberg gab es übrigens 1607. In früheren Jahrhunderten wiederholten sie sich alle sieben Jahre. Später wurden die Zeitabstände unregelmäßig. Bürgermeister Claus Bittenbrünn wies darauf hin, dass die Flurumgänge von 1872 bis 1962 alle 30 Jahre stattfanden, dann im 20-jährigen Turnus. Der letzte Flurumgang war am 21. September 2002. Der Flurumgang, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, startet am Samstag, 1. Oktober, um 7 Uhr am Marktplatz in Königsberg.

Photovoltaikanlage „Rasiger Wegacker“

Wieder hatte sich der Stadtrat Königsberg mit der geplanten Photovoltaikanlage „Rasiger Wegacker“ nahe des Schafhofes zu beschäftigen, um das Vorhaben voranzubringen. Max Wehner vom Planungsbüro stellte dem Gremium die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans sowie des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes vor. Dabei wurde auf die gute Einbindung und die geringe Fernwirkung der Anlage eingegangen. Die Module sind fast nicht zu sehen.

Geändert wurde die Aufstellung der Module wegen der artenschutzrechtlich relevanten Vorkommen von geschützten Lerchen. Für die bedrohte Vogelart wird ein Bereich als Lebensraum frei gehalten.

Gegen die Stimme von Stadtrat Gerhard Hölzer (OHL) wurden die 10. Änderung des Flächennutzungsplanes mit Landschaftsplan und der vorhabenbezogene Bebauungsplan mit Grünordnungsplan sowie der Vorhaben- und Erschließungsplan „Solarpark Rasiger Wegacker“ angenommen. Die Pläne sind jetzt auf der Homepage der Stadt einzusehen.

Neuer Kommandant

Schnell über die Bühne ging die Bestätigung der neu gewählten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr in Hofstetten: Simon Döll ist nun Kommandant, Maximilian Steinmetz sein Stellvertreter gewählt. Das Landratsamt hat die Wahl durch Kreisbrandrat Ralf Dressel anerkannt. Für den Kommandanten Simon Döll erfolgt die Bestätigung mit der Auflage, die Lehrgänge zum Gruppenführer und zum Kommandanten in zwei Jahren erfolgreich zu absolvieren.

Kurz aus dem Stadtrat

Weitere Punkte wurden in der Sitzung des Königsberger Stadtrats kurz behandelt. Der Oberflächenbelag der Staatsstraße 2278 (Alleestraße) von der Regiomontanus- bis zur Abzweigung der Coburger Straße soll erneuert werden. Das Straßenbauamt will in den Schulferien damit beginnen. Der Verkehr wird per Ampel geregelt.

Der Oberflächenbelag der Alleestraße von der Regiomontanus- bis zur Abzweigung Coburger Straße wird erneuert.
Der Oberflächenbelag der Alleestraße von der Regiomontanus- bis zur Abzweigung Coburger Straße wird erneuert.
Foto: Gerold Snater

Ab September wird von der Allianz Main&Haßberge ein Budget für die Umsetzung von kleinen Maßnahmen bis zu 10.000 Euro für 2023 ausgeschrieben.

Angesprochen wurde eine Verbesserung der Sicht auf die Alleestraße in Höhe der Einmündung der Reichsgraf-von-Seckendorffstraße. Durch die Hecke eines Anliegers ist dort die Sicht sehr eingeschränkt.

Auf Anfrage teilte Bürgermeister Bittenbrünn mit, dass das von SeniVita am Lauerbach in Königsberg errichtete und zur Zeit fast leer stehende Gebäude im September aller Voraussicht nach vom Hort der evangelischen Kirchengemeinde bezogen werden wird.