Stadtrat
Der Main schafft Konflikte in Eltmann
Der Konflikt zwischen Wasserstraße und Lärmbelästigung der Anwohner an der Mainlände in Eltmann beschäftigt den Stadtrat. Das Problem sind weniger die Hotelschiffe als vielmehr die kleinen Sportboote, die an der Slipstelle (rechts vorne) ins Wasser gelassen werden.
Der Konflikt zwischen Wasserstraße und Lärmbelästigung der Anwohner an der Mainlände in Eltmann beschäftigt den Stadtrat. Das Problem sind weniger die Hotelschiffe als vielmehr die kleinen Sportboote, die an der Slipstelle (rechts vorne) ins Wasser gelassen werden.
Foto: Sabine Weinbeer
Eltmann – Eltmann sucht Lösung für die Situation am Flussufer – und für den geplanten Kindergartenbau.

Eltmanns besondere Lage wurde bei der Stadtratssitzung am Mittwochabend wieder deutlich. Es ging um den Lärm im Zusammenhang mit den Schiffen und Booten auf dem Main. Anlieger klagen, dass die Benutzer der Slipstelle am Main die Ruhe störten.

Wie der Stadtrat am Mittwoch erfuhr, hat es schon ein erstes Gespräch mit der Wasserschutzpolizei gegeben. Dabei wurde deutlich, dass der Main nun einmal eine internationale Wasserstraße sei, was Folgen nach sich ziehe. Grundsätzlich gebe es jedoch Möglichkeiten, so hieß es, die Situation besser zu regeln. Man müsse die Slipstelle nicht unbedingt schließen, wie es die Stadt Volkach im Landkreis Kitzingen getan habe.

Mit dem Konflikt zwischen überregionaler Wasserstraße und Lärmbelästigung der Anwohner an der Mainlände wird sich der Stadtrat auch im nächsten Jahr noch beschäftigen müssen.

Probleme beim Kindergartenprojekt

Und dann gab es einen Dämpfer in Sachen Kindergartenneubau. Eigentlich dachte der Stadtrat, für den viergruppigen Kindergarten in Eltmann-Süd ein ideales Grundstück gefunden zu haben (zwischen Hotelgelände und früherem Supermarkt). Als die Planer am Mittwoch die Vorplanungen erläuterten, wurde deutlich, dass es mehr Probleme gibt als gedacht – von den Kosten ganz abgesehen. Um die fünf Millionen Euro wird das Gebäude mit Spielgelände voraussichtlich kosten.

Architekt Arne Vogels zeigte dem Gremium auf, wie drei Varianten entwickelt wurden, immer in Abstimmung mit der Stadt und der Kindergartenleitung. Dabei stellte sich schnell heraus, dass eingeschossig der Raumbedarf auf dem Grundstück nur gedeckt werden kann, wenn am Ende weniger Freispielfläche übrig bleibt, als nach den Kindergartenrichtlinien gefordert ist. Zudem ist ein auf den ersten Blick kaum erkennbarer Höhenunterschied auf dem Grundstück zu überwinden, der immerhin einer Treppe mit acht Stufen entspricht. Und im hinteren Bereich ist der Baugrund eher weich.

Hier soll die neue viergruppige Kindertagesstätte in Eltmann entstehen. Das Grundstück stellt die Planer vor mehr Herausforderungen, als zunächst gedacht war.
Hier soll die neue viergruppige Kindertagesstätte in Eltmann entstehen. Das Grundstück stellt die Planer vor mehr Herausforderungen, als zunächst gedacht war.
Foto: Sabine Weinbeer

Auch bei Zweigeschossigkeit bleiben am Ende aus Sicht der Stadtratsmitglieder zu wenige Parkplätze für Personal und Eltern übrig. Immerhin sollen rund 75 Kinder in den zwei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen betreut werden. Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) bedauerte, dass es nicht möglich sei, vom Parkplatz des früheren Marktes Teilflächen zu erwerben.

Damit die Fachplanungen in Auftrag gegeben werden können, muss sich der Stadtrat im Januar für eine der vorgestellten Varianten entscheiden. Außerdem müsse man noch viele technische Details klären, so Arne Vogels, etwa Fragen zum Schallschutz oder der Nachhaltigkeit der Baustoffe. 2023 soll der Neubau umgesetzt werden.

Grundsatzbeschluss

Der Beschluss, im Bereich der Wallburgstraße eine Tempo-30-Zone anzulegen, hatte im Stadtrat die Überlegung angestoßen, in allen Siedlungsbereichen in der Stadt und den Stadtteilen solche Zonen auszuweisen. Einen ersten Überblick hatte die Bauverwaltung für die Sitzung zusammengestellt. Dabei wurde schnell klar, dass eine pauschale Ausweisung ohne Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bereich nicht möglich ist.

Der Stadtrat fasste daher zunächst auf Antrag der Stadträtinnen Julia Müller und Jutta Aumüller einen Grundsatzbeschluss, dieses Ziel anzustreben. In den Details sind jedoch noch allerhand Abwägungsbedarf und weitere Vorbereitungen durch die Verwaltung nötig.

Weil das Landratsamt ansonsten den Beschluss des Stadtrates ersetzt hätte, stimmte das Gremium dem erneut vorliegenden Bauantrag für den Neubau einer Mobilfunksendestation bei Weisbrunn zu – unter dem Vorbehalt, dass der Bauherr vor Inbetriebnahme der Anlage die gültige Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur vorlegt.

Bilanz

In seinem Jahresrückblick stellte Bürgermeister Michael Ziegler fest, dass vieles in Eltmann und den Stadtteilen durch die Pandemie beeinträchtigt wurde. Das alles stehe aber in keinem Verhältnis zum Leid der Erkrankten oder der Familien von Verstorbenen.

Ziegler freute sich über den enormen Zusammenhalt innerhalb der Stadt, in den Vereinen, aber auch gegenüber Gas-tronomie und Handel. Als Kommune sei Eltmann gut vorangekommen, etwa mit der Erschließung des Baugebiets „Am Hahn II“ oder der Sanierung am Feuerwehrgerätehaus mit Gemeinschaftshaus in Weisbrunn. Die vorgesehene Kreditaufnahme habe man nicht umsetzen müssen, sagte Ziegler.

2022 werde die Arbeit nicht ausgehen, denn neben Breitbandausbau und den Dorferneuerungsmaßnahmen in Roßstadt und Weisbrunn sollten der Kindergarten- und der Standesamtsneubau geplant werden, in Eschenbach soll der Spielplatz, in Dippach der Gehweg am Mühlbach gebaut werden. Nicht zuletzt müssten weitere Überlegungen in Sachen Freibad/Hallenbad angestellt werden.