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Kritik an sanierter Obersteinbacher Straße
220 Meter lang ist die sanierte Obersteinbacher Straße.
220 Meter lang ist die sanierte Obersteinbacher Straße.
Foto: Licha
Rauhenebrach – Die Straße ist nun zwar schön hergerichtet, aber die Anwohner sparten nicht mit Kritik. Das hohe Verkehrsaufkommen nervt-

Kaum war die sanierte Obersteinbacher Straße durch Pfarrer Kurt Wolf gesegnet, strahlte über Untersteinbach die Sonne. Man könnte es als Zeichen von oben ansehen, ergoss sich am Dienstagnachmittag kurz vor der Straßeneinweihung doch noch starker Regen über die Steigerwaldgemeinde. Ein Zeichen setzten auf jeden Fall der Landkreis Haßberge und die Gemeinde Rauhenebrach, die in zwei Bauabschnitten die 220 Meter lange Ortsdurchfahrt und Kreisstraße in Richtung Obersteinbach umfangreich saniert haben.

Im Frühjahr 2019 kam es zu Rohrbrüchen im Schmutzwasserkanal und kurz darauf zu einem Wasserleitungsrohrbruch. Die Gehwege und Straßenkörper wurden unterspült. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Straße keinen ausreichenden Aufbau hat und somit erneuert werden muss. Die Gemeinde stellte daraufhin einen Antrag auf Aufnahme in den Ausbauplan des Landkreises, den schon nach einem Monat der Kreistag bestätigte.

Die Kanal- und Wasserleitungsarbeiten wurden von April bis September 2020 ausgeführt. Trotz zügiger Planung und Beauftragung der Straßenbauarbeiten konnten die Leistungen im Jahr 2020 nicht abgeschlossen werden. Die Baufirma hatte sich jedoch bereiterklärt, die durch den Kanalbau malträtierte Straße für den Winter auf ihre Kosten notdürftig zu reparieren, so dass ein ordnungsgemäßer Winterdienst gewährleistet war. Anfang März 2021 gingen die Bauarbeiten weiter und konnten nun Anfang August abgeschlossen werden.

Die Bauarbeiten waren recht umfangreich, wie Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Matthias Bäuerlein erklärten. Kanäle, Wasserleitung, Telekomanschlüsse, eine Speed-Pipe (Rohr-in-Rohr-Lösung), Niederspannungsleitungen sowie Beleuchtung wurden verlegt. Außerdem wurden Querungshilfen für sehbehinderte oder mobilitätseingeschränkte Menschen realisiert. Der Kreuzungsbereich Obersteinbacher Straße, Schulstraße und Ziegeleistraße wurde ausgebaut und mit Eckausrundungen für den Schulbusverkehr verbessert. Die Anbindung der Ziegeleistraße wurde angehoben, so dass jetzt sicherer in die Kreisstraße eingefahren werden kann.

Für die Gemeinschaftsmaßnahme Straße und Gehwege mit Seitenflächen, jedoch ohne Kanal, Wasserleitung und sonstige Infrastruktur, belaufen sich die Gesamtkosten auf 544 000 Euro, wovon 347 000 Euro auf den Landkreis und 197 000 Euro auf die Gemeinde Rauhenebrach entfallen. Der Freistaat Bayern gewährte einen Zuschuss von 240 000 Euro.

Die Kanal- und Wasserleitungserneuerung schlägt für die Gemeinde Rauhenebrach mit 375 000 Euro zu Buche.

„Gute Straßen sind sehr wichtig für den ländlichen Raum“, sagte Landtagsabgeordneter Steffen Vogel und forderte, dass nicht nur die reinen Verkehrszahlen, sondern vor allem der Zustand der Straße eine Rolle für eine Sanierungsentscheidung spielen soll. Landrat Wilhelm Schneider ergänzte, dass der Landkreis Haßberge trotz schwieriger Haushaltslage Jahr für Jahr circa zwei Millionen Euro, inklusive zugewiesenen Fördermittel, in den Straßenbau investiert.

Die Kreisstraße 17 dient vor allem der Anbindung von Obersteinbach beziehungsweise der Land- und Forstwirtschaft. In den 1980er Jahren war einmal angedacht, die Straße ab Obersteinbach weiter entlang des Weilersbaches bis hin zur Hochstraße, die Fabrikschleichach mit Hundelshausen verbindet, in Höhe des Anschlusses der Kreisstraße Has 12 in Richtung Eschenau, zu verlängern. Zum Glück sei dies nicht geschehen, so dass das Weilersbachtal in seiner ganzen Schönheit erhalten werden konnte, freute sich Landrat Schneider.

Kritik

Etwa ein Dutzend Anwohner der Obersteinbacher Straße war zu der Einweihungsfeier gekommen. Für sie ergriff Klara Reitz das Wort und bemängelte, dass die Anlieger nicht in die Planungen einbezogen wurden. Nach den Worten der Frau herrscht großer Verkehr auf der Straße; viele Busse, Traktoren und Lastkraftwagen seien unterwegs und nicht selten werde mit überhöhter Geschwindigkeit die Straße befahren. Eine Begrenzung auf Tempo 30 erscheint in den Augen der Anlieger sinnvoll, was wahrscheinlich aber nicht realisierbar sei, da es sich eben um eine Kreisstraße handelt.

Auch hätte man über gekennzeichnete Parkbuchten nachdenken können, so Reitz. Durch das Parken auf der Straße hätten nämlich Anwohner Schwierigkeiten, aus ihren Grundstückseinfahrten herauszufahren. Die Anwohnerin Manuela Hirt ergänzte, dass sich die Straße zur Rennstrecke entwickele und die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg nicht gewährleistet sei.

Sowohl Landrat Wilhelm Schneider als auch Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises, sagten, dass Schilder nur ihren Zweck erfüllen, wenn man sich daran halte. Aus Erfahrung von anderen Straßen wisse man, dass gerade Anwohner und deren Besucher sich oft nicht an die Vorschriften halten. Bezüglich des sichern Schulweges erklärte Schanz, dass man zwei Gehwege habe und dazu der auf der Westseite in einer komfortablen Breite angelegt wurde.

Nichtsdestotrotz will Bürgermeister Matthias Bäuerlein versuchen, Lösungen zu finden.

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