Entsorgung
Rauhenebrach schaut in den Untergrund
Eine gute Planungsgrundlage für die laufende Sanierung des Kanalnetzes hat die Gemeinde Rauhenebrach jetzt durch das Kanalkataster. Da Kanalarbeiten sehr kostenintensiv sind, ist eine gute Vorausplanung für Kommunen wichtig.
Eine gute Planungsgrundlage für die laufende Sanierung des Kanalnetzes hat die Gemeinde Rauhenebrach jetzt durch das Kanalkataster. Da Kanalarbeiten sehr kostenintensiv sind, ist eine gute Vorausplanung für Kommunen wichtig.
Foto: Sabine Weinbeer
Untersteinbach – Ingenieurbüro stellte dem Gemeinderat das neue Kanalkataster vor. Es hilft bei Sanierungen und weiteren Projekten.

Plötzlich klaffte ein Loch im Gehsteig in der Obersteinbacher Straße in Untersteinbach – der Kanal war an einer schadhaften Stelle eingebrochen. Mittlerweile sind Kanal, Wasserleitung und Fahrbahn in der Obersteinbacher Straße grundlegend saniert, doch solche Überraschungen möchte Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) künftig nach Möglichkeit vermeiden. Einen Überblick über den Zustand der Kanäle bekommt die Gemeinde jetzt mit dem Kanalkataster, das der Gemeinderat vor fünf Jahren für die gesamte Flächengemeinde in Auftrag gegeben hatte.

Über die Ergebnisse berichtete der Ingenieur Hans-Joachim Brandt vom Büro SRP aus Zeil in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend. Im Mai 2016 begann die Befahrung der Kanäle, im August 2020 war sie abgeschlossen, die Auswertung der Daten und Umsetzung in Pläne dauert aber noch an. Insgesamt wurden 750 Schächte sowie 26,7 Kilometer Hauptkanäle zwischen den Ortschaften und 26,7 Kilometer Anschlussleitungen, also Ortsnetze, untersucht und in fünf Zustandsklassen eingeteilt. Hans-Joachim Brandt gab anhand von Bildern und Plänen Einblick in das umfassende Werk. Da gab es Kanalleitungen in gutem Zustand, aber auch eingewachsene Wurzeln, Löcher und Fremdwasser-Zuläufe.

Aus dem Bildmaterial wurde die bautechnische Zustandsbewertung erstellt, daraus folgt nun noch der Maßnahmenkatalog. Wie der abschließende Bericht über einen Straßenzug aussieht, das zeigte Brand anhand der Ziegeleistraße in Untersteinbach auf, wo der Kanal marode ist und die Straßenoberfläche durch die Umleitung während des Neubaus der Obersteinbacher Straße zusätzlich gelitten hat.

Die Daten des Kanalkatasters machen der Verwaltung jetzt vieles leichter, etwa wenn es um die exakte Lage eines Hausanschlusses geht. Gleichzeitig ist es Hilfestellung für den Gemeinderat, wenn es um die Dringlichkeit von Sanierungs- oder Erneuerungsmaßnahmen geht. In der Ziegeleistraße beispielsweise ist durch Sanierung nichts mehr zu retten. „Da müssen wir Kanal, Wasserleitung und Straße komplett neu machen, und da reden wir schätzungsweise über 350 000 Euro“, erklärte Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Solche Investitionen müssen in einer Gemeinde wie Rauhenebrach gut vorbereitet sein – und dazu trägt das Kataster bei.

75 Kinder besuchen die Kindertagesstätte in Untersteinbach. Während der Bring- und Holzeiten ist an der Zufahrtsstraße die Situation sehr angespannt, weshalb Bürgermeister Matthias Bäuerlein und Pfarrer Kurt Wolf über eine Umwidmung der benachbarten Parkplätze auf dem Grundstück der Kirchenstiftung gesprochen haben. Die Parkplätze erstrecken sich längs der Kirche bis fast zum Kindergarten. Jedoch seien viele dieser Plätze während des Tages von Dauerparkern belegt und stünden beispielsweise für die Kindergarteneltern nicht zur Verfügung, so der Bürgermeister. Mit dem Pfarrer habe er daher die Möglichkeit besprochen, die Nutzung der Parkflächen auf zwei Stunden zu begrenzen. Außerdem könnte eine zusätzliche Fläche in diesem Bereich geschottert und der Nutzung durch den Kindergarten zugewiesen werden.

Im Gemeinderat wurde ausgiebig diskutiert, welche Regelung sowohl für die Besucher von Kindergarten und Kirche als auch bei Veranstaltungen die beste ist. Auch über Lösungen für Dauerparker wurde diskutiert. In einem ersten Versuch soll nun die zusätzliche Fläche angelegt und der Parkstreifen auf Kirchengrund von Montag bis Freitag mit einer zeitlichen Beschränkung belegt werden.

Ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug soll die Feuerwehr Koppenwind erhalten. Bisher hat Koppenwind nur einen Tragkraftspritzenanhänger. Die Feuerwehr Koppenwind hat zusammen mit Kreisbrandinspektor Georg Pfrang errechnet, dass derzeit ein neues Fahrzeug rund 60 000 Euro kostet. Bisher gibt es noch eine Förderung in Höhe von 24 200 Euro. Vom Restbetrag trägt die Gemeinde 20 000 Euro, den Rest übernimmt der Feuerwehrverein, ebenso eine etwaige höherwertige Ausstattung. Der Gemeinderat befürwortete nach kurzer Diskussion den Koppenwinder Wunsch, und die Gemeinde wird umgehend den Förderantrag stellen. Wenn das Fahrzeug in Dienst geht, wird der Tragkraftspritzenanhänger zur Feuerwehr Falsbrunn verlegt.