Einnahmenausfälle
Rentweinsdorf stundet Wehr die Betriebskosten
Blick auf das Feuerwehr- und Gemeindehaus der Sendelbacher, das deren ganzer Stolz ist.
Blick auf das Feuerwehr- und Gemeindehaus der Sendelbacher, das deren ganzer Stolz ist.
Foto: Günther Geiling
Rentweinsdorf – Der Marktgemeinderat Rentweinsdorf kommt der FFW Sendelbach-Gräfenholz mit einer zinslosen Stundung der Betriebskosten für das Gemeindehaus entgegen.

Die anhaltende Pandemie macht auch manchen Vereinen schwer zu schaffen. Schließlich ist das Vereinsleben durch das Abstandsgebot und fehlende Veranstaltungen oft auf Null heruntergefahren, aber laufende Kosten fallen ja trotzdem an. So stand im Mittelpunkt der Sitzung des Marktgemeinderates Rentweinsdorf ein Antrag des Feuerwehrvereins Sendelbach-Gräfenholz auf Übernahme der Betriebskosten für das Feuerwehr- und Gemeindehaus in Sendelbach.

Der Freistaat Bayern gewährt unter ganz bestimmten Voraussetzungen ebenso Hilfsmöglichkeiten für Vereine der Heimat- und Brauchtumspflege, aber auch in den Gemeinden werden Anträge gestellt. So war es kürzlich auch im benachbarten Gemeinderat von Breitbrunn, als der SC Lußberg-Rudendorf einen Antrag auf Soforthilfe stellte und ihm 1000 Euro genehmigt wurden, um die coronabedingten Einnahmenausfälle wenigstens teilweise auszugleichen.

Bitte um eine finanzielle Unterstützung

Mit einem Schreiben hatte sich nun die FFW Sendelbach-Gräfenholz an den Marktgemeinderat Rentweinsdorf gewandt und die Übernahme der Betriebskosten 2019 für das Gemeindehaus Sendelbach beantragt: "Aufgrund der Corona-Pandemie und ausfallender Veranstaltungen konnte der Verein im Jahr 2020 keine Einnahmen erzielen. Die Betriebskosten von 1941,24 Euro müssten daher aus der Rücklage des Vereins finanziert werden. Der Verein bittet um eine finanzielle Unterstützung, da das finanzielle Polster schnell aufgebraucht sein wird und man auch im Jahr 2021 noch nicht absehen kann, wie es weitergeht."

Die Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern schlug dazu ihrerseits eine Stundung vor, die man sich auch zinslos vorstellen könne. Der Verein sollte dazu aber eine Vermögensauskunft vorlegen. Ebenso wurde auf das staatliche Förderprogramm verwiesen, das natürlich ebenfalls an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist.

Bürgermeister sieht Präzedenzfall

Bürgermeister Steffen Kropp (SPD) betonte, dass man sich bei diesem Antrag darüber im Klaren sein sollte, dass bei einer positiven Bescheidung sicherlich auch andere Vereine einen Antrag stellen würden und die gleiche Vorgehensweise auch für sie zu gelten hätte. Die Entscheidung darüber liege allein beim Marktgemeinderat. Die Vereine hätten zum großen Teil auch Rücklagen gebildet, und es wäre freilich nicht schön, wenn sie das Geld jetzt für diese Krise verwenden müssten. Auf der anderen Seite wisse man als Gemeinde gar nicht, ob der Verein Rücklagen hat und in welcher Höhe.

In der Diskussion meinte Kurt Weißheimer (FW-ÜWG), dass das sicherlich nur für Vereine gelte, die ein Gemeinschaftshaus unterhalten müssen.

Stefan Horn (RUL) sprach sich für eine Stundung aus. Wenn ein Verein in Schieflage gerate, könnte man immer noch die Entscheidung überdenken.

Bürgermeister Kropp gab zu bedenken, dass das für gemeinnützige Vereine gelten müsse, wozu auch der Bürgerverein oder der Fußballverein zählten.

Ludwig Bock (FW-ÜWG) plädierte dafür, den Vereinen selbst die Entscheidung zu überlassen, ob sie eine zinslose Stundung wollen oder gleich ihren Verpflichtungen nachkommen.

Stundung bis zum 31. Juni

Das Ratsgremium beschloss dann bei einer Gegenstimme, bei einem Antrag aufgrund von Corona eine zinslose Stundung zu gewähren, die bis zum 31. Juni befristet ist. Dann würde es übergehen auf eine zinsgebundene Stundung oder man müsse - je nach der Entwicklung der Corona-Pandemie - eine neue Entscheidung treffen.