Verkehr
Runter mit dem Tempo am Marktplatz
Wenn die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2274 über den Eltmanner Marktplatz asphaltiert wird, befürchten die Stadtratsmitglieder höhere Geschwindigkeiten. Deshalb fordern sie mit Nachdruck eine Begrenzung auf 30 Stundenkilometer.
Wenn die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2274 über den Eltmanner Marktplatz asphaltiert wird, befürchten die Stadtratsmitglieder höhere Geschwindigkeiten. Deshalb fordern sie mit Nachdruck eine Begrenzung auf 30 Stundenkilometer.
Foto: Sabine Weinbeer
Eltmann – Eltmann fürchtet höhere Geschwindigkeiten, wenn der Bereich erst einmal asphaltiert ist. Das Landratsamt lehnt das jedoch ab.

Im Februar hatte der Stadtrat von Eltmann dem Vorhaben des Staatlichen Bauamts zugestimmt, die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße im Bereich des Marktplatzes zu asphaltieren. Verknüpft damit hatte das Gremium den Versuch, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h zu erreichen. Die Verkehrsbehörde am Landratsamt verwies dazu auf eine im September und Oktober 2020 durchgeführte Verkehrsmessung, die ergab, dass 85 Prozent aller Fahrzeuge in diesem Bereich langsamer als 30 km/h fahren. Allerdings befürchten die Eltmanner, dass sich das auf Asphalt deutlich nach oben verändern wird. Die Verkehrsbehörde lehnte jedoch eine Geschwindigkeitsbegrenzung ab, da eine solche auf einer Staatsstraße nur bei besonderer Gefahrenlage angezeigt sei.

Neuer Vorstooß geplant

Ulrich Pfuhlmann schloss für sich daraus, dass damit auch die Zustimmung zur Asphaltierung hinfällig sei – wohl wissend, dass man hier mit zwei verschiedenen Behörden zu tun hat. Auf seine Bitte hin wird sich Bürgermeister Michael Ziegler nochmals mit Staatlichem Bauamt und Verkehrsbehörde in Verbindung und vor allem nachfragen, warum die Staatsstraße durch Mürsbach auf gesamter Länge auf 30 km/h begrenzt ist und das in Eltmann nicht möglich ist.

Die Stadt Eltmann will den Ausbau des Glasfasernetzes weiter vorantreiben. Derzeit läuft zunächst das Bundes-Förderverfahren für den FTTB-Ausbau (Glasfaser bis ins Haus) für das Industriegebiet Eltmann und das Gewerbegebiet Eltmann. Wie es auch für alle Privathaushalte weiter gehen kann, das erläuterte Siegbert Reuther vom gleichnamigen Fachbüro dem Stadtrat in der Sitzung am Donnerstag.

Reuther bezeichnete Glasfaser als das Medium der Zukunft und als dritte kommunale Infrastruktur neben Wasserleitung und Kanalisation. Er zeigte auf, wie die Versorgungsgrade in Eltmann und den Stadtteilen sind, wo welcher Provider aktiv ist und wo Fördermittel eingesetzt werden können, um ein Glasfasernetz aufzubauen. Auf acht Millionen Euro beläuft sich die Förderhöchst-Summe, der Staat darf allerdings nur dort eingreifen, wo der freie Markt die von der EU festgeschriebene Versorgung nicht gewährleistet.

Unterversorgt ist derzeit ein Siedlungsbereich, in dem Privathaushalte über weniger als 100 Megabit pro Sekunde im Downstream verfügen und Gewerbetreibende weniger als 500 Megabit zur Verfügung haben. Dieser Wert wird 2023 für Privathaushalte auf 250 Megabit hochgesetzt.

Am besten in kommunaler Hand

Reuther ermutigte die Stadtratsmitglieder, in ihrer Stadt ein Glasfasernetz aufzubauen und dies möglichst in kommunaler Hand zu behalten. Das bedeute zwar in der Bauzeit einen erhöhten Arbeitsaufwand in der Verwaltung, doch dann sei die Stadt auch Eigentümer einer wichtigen Infrastruktureinrichtung. Zudem sei die Investition zukunftssicher, denn die Glasfaser gewährleiste unbegrenzte Datendurchleitung und die Haltbarkeit könne man mit etwa 70 Jahren ansetzen. Fünf bis sechs Jahre würde es wohl dauern, bis etwa 950 Einzelgebäude jeweils mit einem Glasfaseranschluss versehen wären.

Der Stadtrat gab in der Sitzung am Donnerstag zunächst die Markterkundung für das Gewerbe- und das Industriegebiet in Auftrag. Bis zur Juli-Sitzung sollten sich die Ratsmitglieder Gedanken machen, wie auch in Sachen Stadt und Stadtteile weiter verfahren werden solle, bat Bürgermeister Michael Ziegler.

Auch um ein lückenloses Mobilfunknetz bemüht sich die Stadt eigentlich. Der Antrag, den bei Limbach stehenden Mobilfunkmast von derzeit zehn auf 40 Meter zu erhöhen, wollte der Stadtrat aber nicht einfach durchwinken. Thomas Pflaum rannte mit seinem Antrag aus Limbach, zunächst nach Werten zur Strahlenbelastung zu fragen, da unter anderem der Kindergarten relativ nahe beim Funkmast liegt, offene Türen ein.

Allen Stadtratsmitgliedern gefiel es nicht, dass es hier um den reinen Masten geht, ohne Informationen zu den vorgesehenen Antennen. Bürgermeister Michael Ziegler wünschte sich außerdem Aufklärung, warum der Mast jetzt so massiv erhöht werden soll. Der bestehende Mobilfunkmast wurde mit der Versorgung von Autobahn und vor allem Autobahntunnel begründet.

Auf Wunsch aus Limbach gab es damals ein Gutachten und später auch Messungen, die eine Beeinträchtigung von Menschen in den Wohngebäuden Richtung Autobahn ausschlossen. Das wünscht der Stadtrat auch jetzt. Deshalb wurde die Entscheidung über den Bauantrag zurückgestellt.