Haushalt
Stettfeld: Schöner Ort mit Geldproblemen
Das schöne Dorfambiente von Stettfeld. Hinter den Kulissen wird eifrig gerechnet und gezählt, weil Finanz- und Haushaltsplan knifflig sind.
Das schöne Dorfambiente von Stettfeld. Hinter den Kulissen wird eifrig gerechnet und gezählt, weil Finanz- und Haushaltsplan knifflig sind.
Foto: Günther Geiling
Stettfeld – Das nächste Stettfelder Großprojekt, die Generalsanierung des Kindergartens, kostet 2,5 Millionen Euro. Dabei ist die Finanzlage schon angespannt.

Nicht notwendige Investitionen sollen zurückgestellt werden. Diese Aussage schwebte über den Beratungen für den Haushalt 2021. Vor allem im Hinblick auf die größte Investition in nächster Zeit, die Generalsanierung des Kindergartens für 2,5 Millionen Euro.

Bei der Gemeinderatssitzung wurde deutlich, warum sich Stettfeld zurückhalten muss: wegen der enormen Investitionen, der ungewissen Entwicklung der Steuereinnahmen, der zu erwartenden Steigerung der Kreisumlage und der momentan nur schwer kalkulierbaren Preisentwicklung in der Baubranche.

Jetzt erst wird der Haushalt 2021 beraten

Bei der Haushaltsberatung ging es tatsächlich um den Haushaltsplan für das Jahr 2021, das in wenigen Wochen zu Ende geht. Jürgen Amend (DG) fragte deswegen: „Warum wird der Haushalt so spät vorgelegt? Ein Haushalt für das jeweilige Jahr sollte spätestens im Juni durch sein.“ Werner Rümer (DG) vertrat die Ansicht, „dass man Ende Oktober nicht mehr von einer Planung sprechen kann“. Diese Kritik ging natürlich in Richtung der Verwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach.

Jürgen Pfister legte Wert auf die Feststellung, dass er diese Aufgabe wegen der Elternzeit der Kämmerin im August übernommen habe und dies mit einem weit geringeren Stundenmaß. VG-Geschäftsleiter Matthias Klauda ergänzte, dass man die Stelle nicht neu ausschreiben und nachbesetzen wollte, weil die Kämmerin im nächsten August wiederkomme. Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) war der Meinung, dass man diese Zeit durchstehe, „aber der Anspruch für die Vorlage des Haushaltes muss eher sein“.

Pro-Kopf-Verschuldung weit über dem bayerischen Durchschnitt

Kämmerer Jürgen Pfister legte dann den Haushalt mit einer Gesamtsumme von 4287020 Euro vor. Der Schuldenstand betrug zum Ende des Jahres 2020 rund 1944000 Euro, was 1690 Euro pro Einwohner bedeute gegenüber einer durchschnittlichen Verschuldung kreisangehöriger Gemeinden bis 3000 Einwohner in Höhe von 592 Euro. Dazu kämen die anteiligen Schulden beim Hauptschulverband mit 162320 Euro, der noch Gesamtschulden von 1089866 Euro aufweise.

Der Kämmerer erläuterte, dass der hohe Schuldenstand vor allem an dem Kredit in Höhe von einer Million Euro liege, der 2020 aufgenommen worden sei. Damit sollte die Liquidität der Gemeinde sichergestellt werden. Da mit den Fördermitteln für Kanal und Wasser erst im Jahr 2022 zu rechnen sei, könne der Kredit erst 2022 zurückgezahlt werden, sagte Pfister und fügte hinzu: „Ohne Berücksichtigung dieses Kredites wäre der Schuldenstand je Einwohner bei 820 Euro.“

Doch wieder ein Kredit!

Allerdings werde die Gemeinde für die Generalsanierung des Kindergartens auch wieder einen Kredit aufnehmen müssen. Darüber hinaus sei die Erschließung des Baugebietes Brunnwiese II mit insgesamt 27 Bauplätzen geplant. Diese laufe allerdings über einen Erschließungsvertrag außerhalb des Haushaltes mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

„Und was ist mit dem Feuerwehrauto?“

Aus dem Gremium kam der Hinweis, dass doch auch die Finanzierung eines Feuerwehrautos geplant gewesen sei. Bürgermeister Alfons Hartlieb meinte dazu: „Wir haben den Haushalt vernünftig kalkuliert. Das Auto ist ein Wunschgedanke der Feuerwehr, aber das Geld dafür ist im Moment nicht vorhanden. Ihr kennt alle die Pro-Kopf-Verschuldung und wir können keine Luftschlösser bauen.“

Nachdem Matthias Kuhn (DG) wünschte, man könnte dies doch wenigstens in den Finanzplan aufnehmen, unterstrich Kämmerer Pfister die Situation: „Die Zahlen im Haushalt sind ja eigentlich nicht so schlecht, aber wir haben zu viele Projekte. Deswegen sollten wir erst einmal den Verkauf der Bauplätze abwarten.“ Walfried Spath (CSU) sagte: „Lasst uns das vorsichtig angehen und erst einmal schauen, wie sich das eine oder andere entwickelt.“