Auszeichnung
Vorbild für Stärke, Mut und Verantwortung
Hohe Auszeichnung: Landrat Wilhelm Schneider überreichte am Donnerstag im Landratsamt in Haßfurt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Petra Weiß (links), die seit 32 Jahren ihren Sohn pflegt. Zu der Ehrung gratulierten Ehemann Norbert, Bürgermeisterin Ruth Frank (rechts) und die frühere Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Dritte von rechts).
Hohe Auszeichnung: Landrat Wilhelm Schneider überreichte am Donnerstag im Landratsamt in Haßfurt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Petra Weiß (links), die seit 32 Jahren ihren Sohn pflegt. Zu der Ehrung gratulierten Ehemann Norbert, Bürgermeisterin Ruth Frank (rechts) und die frühere Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Dritte von rechts).
Foto: Moni Göhr
Breitbrunn – Haßberge – Landrat ehrt Familie Weiß für Pflegearbeit, Verantwortlichkeit und Stärke mit Urkunde und Medaille.

Landrat Wilhelm Schneider zeichnete Petra Weiß mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Die Breitbrunnerin pflegt seit 32 Jahren ihren Sohn.

Die 60-Jährige hat ihr Leben ihrem schwerstbehinderten Sohn Christian gewidmet und ist seit seiner Geburt 1988 rund um die Uhr für ihn da. Im Auftrag des Bundespräsidenten Franz-Walter Steinmeier überreichte Wilhelm Schneider am Donnerstag Urkunde und Medaille.

Hingabe und Tatkraft

„Sie leisten Großartiges, denn Sie opfern sich für das Wohl ihrer Familie auf und sorgen dafür, dass ihr schwerstbehinderter Sohn dort gepflegt wird, wo er sich am wohlsten fühlt, nämlich zu Hause“, so der Landrat in seiner Laudatio. Genau dafür werde die Breitbrunnerin ausgezeichnet – für ihre Hingabe, Tatkraft, Ausdauer und ihr Herz.

Von heute auf morgen

Das Leben der Familie Weiß hatte sich von heute auf morgen massiv und nachhaltig verändert, als ihr Sohn mit einer unheilbaren Erkrankung auf die Welt kam. Im Alter von einem halben Jahr fiel Christian für sechs Wochen ins Koma. Seitdem ist er schwerstbehindert und kann nicht sprechen. Damals hat das Ehepaar Weiß nicht lange gezögert und die Herausforderung Pflege im eigenen Zuhause angenommen.

Es ist den Eltern eine Herzensangelegenheit, sich selbst um ihren Sohn zu kümmern, damit er weiterhin in seiner vertrauten Umgebung zu Hause leben kann und in der Familie integriert ist. Welche Anstrengungen und Entbehrungen das mit sich gebracht hat, kann man als Außenstehender nur erahnen. Bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens sind Petra Weiß und ihr Mann Norbert mit helfender Hand an der Seite ihres Sohnes. „Sie sind jederzeit für ihn da, ohne an sich selbst, an ihre eigenen Belange zu denken. Liebevoll, mit größter Fürsorge und vorbildlicher Geduld.“ Schneider bezeichnete Petra Weiß als ein leuchtendes Vorbild für Mitmenschlichkeit und unermüdliche Fürsorge.

Verantwortung und Selbstlosigkeit

„Bewundernswert sind auch ihr Mut und die Stärke, Verantwortung zu übernehmen, wie auch die Bereitschaft, für einen anderen Menschen da zu sein und ihm zu helfen, wann immer er einen braucht.“

Ihre eigenen Bedürfnisse hinten angestellt hat Petra Weiß auch, als ihr Vater nach einem Schlaganfall ans Bett gefesselt und schwerstpflegebedürftig war. Fünf Jahre bis zu seinem Tod 2015 hat sie ihre Mutter bei der Pflege unterstützt. Es gratulierten auch Bürgermeisterin Ruth Frank und die ehemalige Bürgermeisterin Gertrud Bühl.

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