Stadtrat
Wassersport am Main wird zur Belastung
Die Stadt Eltmann tut viel, um das Mainufer attraktiv für Freizeitaktivitäten zu gestalten und den Maintourismus zu stärken. Die Entwicklungen rund um die Slipstelle sorgen allerdings zunehmend für Ärger.
Die Stadt Eltmann tut viel, um das Mainufer attraktiv für Freizeitaktivitäten zu gestalten und den Maintourismus zu stärken. Die Entwicklungen rund um die Slipstelle sorgen allerdings zunehmend für Ärger.
Foto: Sabine Weinbeer
Eltmann – In Eltmann häufen sich die Beschwerden wegen der Nutzung der Slipstelle am Main. Es ist laut, Müll bleibt liegen, und es wird rücksichtslos geparkt.

„Die Belastungsgrenze ist bei weitem überschritten, so kann das nicht weitergehen.“ Dieser Einschätzung der Entwicklung rund um die Slipstelle am Eltmanner Mainufer durch Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) schloss sich das Stadtratsgremium in seiner jüngsten Sitzung an. Der Stadtrat befasste sich mit dem Thema nach Beschwerden von Anliegern sowie des Fischer- und Anglervereins über die massive Zunahme von Motorbooten und Jetskis und das Parkverhalten der Wassersportler.

Die Slipstelle an beiden Mainufern wurde grundsätzlich nicht für das Freizeitvergnügen errichtet, sondern für den Fall, dass eine Pontonbrücke über den Main errichtet werden müsste. Militärische Einheiten haben dort in der Vergangenheit geübt, allerdings eher selten.

Grundsätzlich ist eine Nutzung für den Wassersport erlaubt und erwünscht, so das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in einer Stellungnahme an die Stadt. Die hatte sich an die Behörde gewandt, weil sich die Beschwerden der Anwohner häufen. Die Slipstelle auf der städtischen Seite, gleich neben dem Wohnmobilstellplatz, ist öffentlich zugänglich. Die gegenüber liegende Slipstelle ist an die Interessengemeinschaft Wassersport verpachtet.

Einige Nachbarn der Slipstelle gaben auf Einladung von Bürgermeister Ziegler ihre Erfahrungen weiter: Bis zu 40 Fahrzeuge mit Bootstrailern haben sie an manchen Sonntagen gezählt, teils rücksichtslos geparkt vor Hauseingängen und Garageneinfahrten. Wenn dann die Boote und Jetskis zu Wasser gelassen sind, fahren die meist nur auf kurzer Strecke im Kreis mit entsprechender Geräuschentwicklung. Die einen genießen ihre Freizeit auf dem Main, die anderen werden von ihren Terrassen vertrieben, weil sie vor dem Motorenlärm die Segel streichen.

Der Fischer- und Anglerverein hat einen Antrag auf Sperrung der Slipanlage gestellt. Denn neben dem Lärm verhalten sich laut Vereinsangaben manche Wassersportler alles andere als rücksichtsvoll. Manche lassen einfach ihren Müll liegen. Der Verein würde die Slipstelle sogar pachten und dann nur noch für Organisationen wie Wasserwacht oder Feuerwehr zugänglich machen.

Aus der Sitzung am Mittwochabend ging der Auftrag an Bürgermeister und Verwaltung, sich mit Wasserschutzpolizei und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zusammenzusetzen, um eine Regelung zu finden, die möglichst allen Interessen gerecht wird, aber vor allem die Eltmanner Anwohner schützt.

Nachdem der Kalkulationszeitraum in diesem Jahr abläuft, mussten Wasser- und Abwassergebühr neu berechnet werden. Stadtkämmerer Ernst Rippstein legte die Zahlen der letzten vier Jahre vor. Diese ergaben beim Abwasser eine Überdeckung und beim Wasser eine Unterdeckung. Die neue Gebühr wurde so festgesetzt, dass 1000 Liter Trinkwasser und dessen Entsorgung über Kanal und Kläranlage ab 2022 fünf Cent mehr kosten.

Zum Thema Trinkwasser, das in Eltmann wegen coliformer Keime abgekocht werden musste und gechlort wird, erklärte der Bürgermeister, dass die Gründe vielfältig sein können (Starkregen oder eine Baustelle oder eine Beschädigung in einem Hochbehälter). Durch engmaschige Beprobung versuche die Stadt, die Ursache zu finden und zu beheben.

Erneut stand der Bauantrag der Vantage Towers AG auf der Tagesordnung, die den Mobilfunkmast bei Limbach von zehn auf 44,5 Meter erhöhen möchte. Die Stadt hatte in ihrer Stellungnahme an das Landratsamt im Juni um die Vorlage eines Gutachtens bezüglich der Strahlenbelastung für die nächstgelegenen Limbacher Wohnhäuser und vor allem den Kindergarten gebeten. Dazu wurde jetzt mitgeteilt, dass eine sogenannte Standortbescheinigung in Arbeit sei. Diese Bescheinigung der Bundesnetzagentur gilt als Nachweis, dass der Schutz von Personen gewährleistet ist. Diese Ankündigung genügte dem Stadtrat jedoch nicht; die Ratsmitglieder wollen prüfbare Zahlen und Werte sehen, bevor sie zustimmen.