Stellenausschreibung
Wer wird Professor für das TTZ?
Im Landkreis Haßberge sind Hersteller wie hier die Fränkischen Rohrwerke seit Jahrzehnten Weltmarktführer und prägend für die Wirtschaft. Daher ist ein Kunststoff-Kompetenzzentrum nur die logische Folge für eine bildungstechnische Entwicklung des Landkreises.
Im Landkreis Haßberge sind Hersteller wie hier die Fränkischen Rohrwerke seit Jahrzehnten Weltmarktführer und prägend für die Wirtschaft. Daher ist ein Kunststoff-Kompetenzzentrum nur die logische Folge für eine bildungstechnische Entwicklung des Landkreises.
Foto: Archivbild Michael Gründel
Haßfurt – Einen weiteren Schritt geht der Landkreis in Sachen Kunststoff-Kompetenzzentrum. Jetzt wurde die Professorenstelle dafür ausgeschrieben.

Die Geburt eines eigenen Fachhochschul-Angebots erlebt gegenwärtig der Landkreis Haßberge – keine Sache, die sich aus dem Boden stampfen lässt, aber eine Sache, die spannend ist, weil viele Seiten daran beteiligt sind. Und auch spannend, weil der Landkreis an der Gestaltung des Fachhochschulstandorts aktiv beteiligt ist.

Die Mehrzahl der kunststoffverarbeitenden Unternehmen im Landkreis und die Kreispolitik zieht an einem Strang, um möglichst bald standortnah eigene Fachkräfte für den Bedarf vor Ort ausbilden zu können. Im Landkreis gibt es nämlich verhältnismäßig viele kunststoffverarbeitende Betriebe. Und damit das klappt, braucht es hochqualifizierendes Personal, vor allem einen Professor. Diese Professorenstelle für das neue Technologietransferzentrum Smart Polymer Pipe Systems wurde nun ausgeschrieben, wie der Landkreis Haßberge mitteilt.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) hat die Professorenstelle für das neue Technologietransferzentrum (TTZ) deutschlandweit ausgeschrieben. Vorausgegangen war die Sicherstellung der Finanzierung durch regionale Unternehmen, Kreditinstitute, Sponsoren, Kammern und den beiden Standortkommunen Landkreis und Stadt Haßfurt.

Die Finanzierung der Professorenstelle ist für fünf Jahre gesichert. Nach den fünf Jahren wird geprüft, ob die Ziele des Technologietransferzentrums erreicht wurden. Falls ja – und davon gehen die beteiligten Akteure fest davon aus – übernimmt der Freistaat über die FHWS dann die Kosten für die Professur. Die Abwicklung der Finanzierung erfolgt über den Stifterverband der deutschen Wirtschaft in Essen, der den Professor anstellt und entlohnt.

Akribische Vorarbeiten

Es sind gewaltige Vorarbeiten gewesen, die seit den erste Überlegungen für ein solches Kompetenzzentrum erledigt worden sind. Viele bürokratische Hürden mussten genommen werden.

Nur als Beispiel: Das IT-Kompetenzzentrum in Haßfurt wurde seit 2003 aufgebaut. Heute zeigt sich im Bedarf an Systemadministratoren und IT-Fachleuten, wie sinnvoll diese Veränderung in der Berufsschullandschaft seinerzeit gewesen ist.

2019 wurde das Kunststoff-Kompetenzzentrum immerhin als Leitprojekt in der Region anerkannt. Dann ging es an das Ausfeilen des Vorhabens.

Inzwischen wurde neben der Vorbereitung der Ausschreibung der Professorenstelle die Finanzierung der Technik und Ausstattung des TTZ durch die Aufnahme im Doppelhaushalt des Freistaats Bayern sichergestellt. Dieser wurde im Landtag beschlossen und somit steht der Umsetzung nichts mehr im Wege, wie das Landratsamt weiter mitteilte. Parallel wurden die Planungen an der Haßfurter Berufsschule, wo das TTZ entstehen soll, vorangetrieben.

Im Haushalt des Wissenschaftsministeriums stehen ab 2022 für die nächsten fünf Jahre jährlich rund 1,2 Millionen Euro für die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt zur Verfügung – wo das TTZ angesiedelt ist. Aus diesem Budget muss die FHWS sowohl Investitionen in Maschinen, Einrichtung und Mitarbeiter finanzieren.

Nachdem nun seit Sommer die Finanzierung des Projekts gesichert ist, konnte die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt die Stelle kürzlich offiziell ausschreiben. Aufgabe des Professors wird es auch sein, mit den beteiligten Stakeholdern aus der Wellrohrextrusion die Produktionslinien (Extruder, Korrugatoren) zu konzipieren, um zeitnah in die Ausschreibung zu gehen. Denn am Ziel, im Herbst 2022 den Professor die Arbeit in Haßfurt aufnehmen zu lassen, halten alle Akteure fest.

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