Gemeindewald
Wird ein Friedwald in Maroldsweisach angelegt?
Der Marktgemeinderat Maroldsweisach überlegte, ob ein Friedwald auf Gemeindegebiet angelegt werden soll.
Der Marktgemeinderat Maroldsweisach überlegte, ob ein Friedwald auf Gemeindegebiet angelegt werden soll.
Foto: Symbolbild: Josef Hofbauer
Maroldsweisach – Maroldsweisach will keine Konkurrenz für die heimische Friedhofskultur. Was das für Urnen- und Friedwaldbestattung bedeutet.

Ein Tagesordnungspunkt, der im nichtöffentlichen Teil lag, aber auf Antrag in den öffentlichen Teil verlegt wurde, sorgte bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend für die längste Diskussion. Es ging um eine Anfrage wegen eines Friedwalds im Gebiet der Marktgemeinde Maroldsweisach.

Stefan Böhm: Warum nicht öffentlich?

Gemeinderat Stefan Böhm (JCU) hatte eingangs gefragt, warum der Tagesordnungspunkt nicht öffentlich behandelt werde. Seiner Meinung nach gebe es Gesichtspunkte, die den Gemeindebürgern nicht vorenthalten werden sollten.

Gemeinderat Harald Deringer (CSU) stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt in den öffentlichen Teil der Sitzung zu verlegen, was mehrheitlich angenommen wurde.

Bürgermeister Wolfram The in (SPD) teilte mit, dass eine Anfrage von Heinrich Graf zu Ortenburg auf Errichtung eines Friedwaldes vorliege. Yvonne Beck, zuständig für das Friedhofswesen in der Marktgemeinde, erläuterte die Bestattungen im Bereich des Gemeindegebiets Maroldsweisach. So gab es 2019 insgesamt elf Erd- und 32 Urnenbestattungen. „Davon wurden 27 in einem Erdgrab vorgenommen“, sagte Beck.

Tendenz zu Urnenbestattungen

Auch 2021 gab es viele Urnenbestattungen in Familiengräbern. „Die Tendenz geht eindeutig zu Urnenbestattungen, da diese billiger sind. Viele Leute müssen auf den Preis schauen“, sagte die Sachbearbeiterin.

Bürgermeister Wolfram The in stellte fest, dass es bei den Friedhofsgebühren eine Unterdeckung gibt. Könne ein Friedwald Konkurrenz zu den gemeindlichen Bestattungen sein? Könnte die Gemeinde so etwas nicht selber machen? Diese Fragen wurden in der Folge aufgeworfen. Yvonne Beck berichtete von einer Umfrage: Bestattungen würden zu 95 Prozent auf den Heimatfriedhöfen angestrebt. „So wie es halt schon immer war“, sagte Beck.

Keine geeignete Stelle vorhanden

Man müsse grundsätzlich überlegen. Gemeinderat Harald Deringer stellte Überlegungen an, ob die Gemeinde nicht selbst Friedwaldbestattung anbieten sollte. Dazu wussten Bürgermeister und Sachbearbeiterin, dass Aufwand und Bestimmungen dafür nicht „ganz ohne“ wären; es sei schon genau zu überlegen, ob sich der Aufwand lohne. Und: Unter den 270 Hektar Gemeindewald gebe es dafür keinen geeigneten Bestand. „Es würde in diesem Fall eine horrende Arbeit auf die Gemeinde zukommen“, beschrieb es Yvonne Beck.

Wolfgang Harnauer (SPD), Peter Hellmuth (JB), Martin Schramm (FWG), Stefan Böhm (JCU) und Ortssprecher Christian Vogel plädierten dafür, auf den bestehenden Friedhöfen die Urnenbestattungen attraktiver zu gestalten und sich als Gemeinde nicht auf das „Abenteuer Friedwald“ einzulassen. Schließlich einigte man sich, dass man sich bei Dienstleistern und Betreibern informieren sollte, um dann weiter zu überlegen.