Fußballschule
Trainer von RB Leipzig in Königsberg
Trainerin Cassandra Lange applaudiert zum geglückten Schuss in den Ring.
Trainerin Cassandra Lange applaudiert zum geglückten Schuss in den Ring.
Foto: Martin Schweiger
Königsberg in Bayern – Trainer des Profivereins RB Leipzig zeigen 40 Kindern der JFG Hofheimer Land die hohe Kunst des Fußballspiels.

Den Erstligaclub RB (Red Bull) Leipzig nennt der Fußballexperte eher in einer Reihe mit Bayern München, Borussia Dortmund oder Real Madrid – aber nicht mit dem TV Königsberg. Doch genau dort hat in dieser Woche die Fußballschule der „Roten Bullen“ ihre Zelte aufgeschlagen, um 40 Nachwuchskickerinnen und Nachwuchskicker der JFG Hofheimer Land zu trainieren. Doch was verschlägt die Fußballschule eines renommierten Bundesligaclubs in die fußballerische Provinz? Es ist das Ziel, das Kicker-Können der Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren zu verbessern – bei einem professionellen und abwechslungsreichen Training mit Trainerinnen und Trainern aus dem RBL-Nachwuchsbereich. Fünf Tage dauert dieses tolle Camp, um künftige Champions zu formen.

40 Kinder der JFG Hofheimer Land nehmen am RB-Leipzig-Trainingslager teil und sind sichtlich stolz darauf.
40 Kinder der JFG Hofheimer Land nehmen am RB-Leipzig-Trainingslager teil und sind sichtlich stolz darauf.
Foto: Martin Schweiger

„Jeder Fußballclub kann sich bei uns bewerben“, sagt Team-Mitglied Cassandra Lange. In Königsberg hätten die Voraussetzungen gepasst, so dass man gerne hierher gekommen sei. Kosten für den Verein entstehen nicht. Trainiert werden die Kinder von fünf professionellen Trainerinnen und Trainern aus dem RBL-Nachwuchsbereich sowie Trainerinnen und Trainern der RBL-Fußballschule.

Viel in Bewegung

Pro Kind wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 159 Euro fällig. Dafür erhalten die Kinder das Fußballschule-Trikot, Hosen und Stutzen sowie Mittagessen, Getränke und Snacks. Außerdem bekommen die Kinder eine Trinkflasche und zehn Prozent Rabatt auf Fanartikel des RB Leipzig. Inbegriffen ist auch das Ablegen des RBL-Fußballabzeichens inklusive Urkunde sowie eine Autogrammstunde mit einem Bundesliga-Profi (je nach Verfügbarkeit). Trainiert wird nach der RBL-Philosophie mit wenig Standzeiten für die Kinder.

Spaß, kein Drill

Sie sind viel in Bewegung bei den intensiven Trainingseinheiten. „Im Vordergrund steht aber, dass die Kinder Spaß haben“, sagt Lange. Vormittags stehen von 9 bis 11.45 Uhr verschiedene Trainingseinheiten auf dem Programm. Nach dem gemeinsamen Mittagessen geht es um 12.30 Uhr weiter mit Spiel- und Turnierformen und einem Nachmittagssnack. Ende ist jeweils um 15.15 Uhr.

Aufwendige Software

Zum Einsatz kommt auch eine Trackingsoftware, die das Spielgeschehen per Kamera aufzeichnet und mit Hilfe künstlicher Intelligenz das Können der Schülerinnen und Schüler misst. Gemessen werden die Schussgenauigkeit, die Passgenauigkeit, die Schusskraft, die Athletik, die Zweikampfstärke, das Dribbling, die Ballkontrolle und die Schnelligkeit.

Logisch, dass die Camps in den Schulferien stattfinden. Das Team der RBL-Fußballschule ist vor allem im Osten der Republik unterwegs. Doch der Radius werde immer größer mit Einsätzen von der Ostsee bis nach Bayern, erzählen die Verantwortlichen.

Allgemeiner Wunsch: Bitte auch im nächsten Jahr

Bei den Nachwuchskickern kommt das Training gut an. Jan Habenstein aus Hofheim gefallen die vielen verschiedenen Trainingseinheiten. Jason Röhner aus Goßmannsdorf ist vom Aufbauspiel mit Dribbeln und Flanken begeistert. Die Trainer aus Leipzig bezeichnet er als „cool“.

Dem 13-jährigen Jan Werner aus Hofheim gefällt vor allem die taktische Schulung. Auch seine Technik habe sich verbessert, berichtet er. Einig sind sich alle, dass das Camp auch im nächsten Jahr stattfinden soll.