Brände löschen
Ein neues Wasserreservoir für die Feuerwehr
Ein stillgelegter Hochbehälter in Eichelsdorf wird der Feuerwehr zur Verfügung gestellt
Wassermeister Hans-Peter Wagner (links) hatte die Idee, das Wasser des stillgelegten Hochbehälters in Eichelsdorf der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. Das stieß sofort auf offene Ohren bei Bürgermeister Wolfgang Borst (Mitte) und stellvertretenden Kommandanten Mathias Wilk (rechts).
Foto: Christian Licha
F-Signet von Christian Licha Fränkischer Tag
Eichelsdorf – Es brennt draußen in der Flur. Damit beim Einsatz kein Trinkwasser verwendet wird, hat Hofheim eine Alternative entwickelt.

Die vielen Flächenbrände in der letzten Zeit fordern die Feuerwehren im Landkreis Haßberge. Immer geht es bei den Einsätzen auch darum, genug Löschwasser zu haben. Und das sollte möglichst kein Trinkwasser sein. In der Stadt Hofheim wurde jetzt eine Lösung dieses Problems gefunden. Die Stadt stellt einen nicht mehr benutzten, aber intakten Hochbehälter im Stadtteil Eichelsdorf zur Verfügung. Die dort ständig vorgehaltene Wassermenge beträgt 35.000 Liter, die der Feuerwehr bei großen Bränden sehr nützlich sein kann.

Der 120 Jahre alte Hochbehälter im Hofheimer Stadtteil Eichelsdorf wird für die Löschwasserentnahme ertüchtigt

Nahe der Staatsstraße 2275, kurz nach dem nördlichen Ortsausgang von Eichelsdorf, befindet sich im Wald ein unterirdischer, rund 120 Jahre alter Hochbehälter. Bis vor etwa 20 Jahren wurde hieraus das Trinkwasser für Eichelsdorf entnommen. Coliforme Keime und eine daraus resultierende aufwendige Behandlung des Wassers machten die Trinkwasserversorgung unwirtschaftlich, so dass der Hochbehälter vom Netz genommen wurde. Eichelsdorf wird seit dem durch die Lendershäuser Gruppe versorgt.

Ein stillgelegter Hochbehälter in Eichelsdorf wird der Feuerwehr zur Verfügung gestellt
Mit einem Schlauch und einer Tragkraftspritze kann die Feuerwehr hier jederzeit Löschwasser entnehmen.
Foto: Christian Licha

Wassermeister Hans-Peter Wagner, in Hofheim besser bekannt als „Wasser-Peter“, hatte vor einigen Wochen die Idee, den Hochbehälter mit seinen 35 Kubikmetern Fassungsvermögen zukünftig sinnvoll zu nutzen. Das gefiel Bürgermeister Wolfgang Borst sehr. Also machte sich der Grüntrupp des städtischen Bauhofes an die Arbeit, einen Zugang zu schaffen, indem das Gelände des Hochbehälters vom hohem Wildwuchs befreit wurde.

Ein stillgelegter Hochbehälter in Eichelsdorf wird der Feuerwehr zur Verfügung gestellt
100 Liter in der Minute fließen durch die Quellen in der Umgebung in den Hochbehälter.
Foto: Christian Licha

Mathias Wilk, der stellvertretende Kommandant der Hofheimer Feuerwehr, sieht es als Glücksfall an, dass der Hochbehälter über einen recht hohen Zufluss verfügt. Die Quellen in der Umgebung sind nämlich seinerzeit zusammengefasst worden, so dass nun circa 100 Liter in der Minute ständig in das unterirdische Vorratsbecken plätschern. „Rein rechnerisch kann man unser Tanklöschfahrzeug (TLF16) mit seinem 2400-Liter-Tank zweieinhalb Mal in der Stunde füllen, ohne dass sich der Wasserstand im Hochbehälter verringert“, erklärt Wilk.

Ein stillgelegter Hochbehälter in Eichelsdorf wird der Feuerwehr zur Verfügung gestellt
Der Grüntrupp des städtischen Bauhofes Hofheim hat das Gelände nach 20 Jahren Wildwuchs durch Entholzung wieder zugänglich gemacht.
Foto: Christian Licha

Wie ist die Feuerwehr der Stadt Hofheim bisher an ihr Löschwasser gekommen? An der Kläranlage wurde vor dem Tor ein Tag und Nacht für die Feuerwehr zugänglicher Unterflurhydrant installiert. So kann das geklärte Wasser, das nicht zum Trinken geeignet ist, verwendet werden. Nach Einsätzen werden dort die Tanklöschfahrzeuge aufgefüllt. Weiterhin gibt es in Eichelsdorf eine Zisterne.

Auch im Hofheimer Stadtteil Sulzbach soll ein stillgelegter Hochbehälter für die Feuerwehr reaktiviert werden

Im Stadtteil Sulzbach ist ein stillgelegter Hochbehälter. „Dort sind wir gerade dabei, auch diesen für die Vorhaltung von Löschwasser zu ertüchtigen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Borst.

Ein stillgelegter Hochbehälter in Eichelsdorf wird der Feuerwehr zur Verfügung gestellt
Rein rechnerisch kann dieses Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Hofheim alleine durch den Zufluss der Quellen zweieinhalb Mal in der Stunde gefüllt werden, ohne dass der Hochbehälter an Wasservorrat verliert.
Foto: Christian Licha

Wie wichtig bei der momentanen Trockenheit ein großer Wasservorrat ist, zeigte sich erst vor gut einem Monat, als Mitte Juli die Feuerwehr Hofheim zusammen mit sieben anderen Wehren einen großen Flächenbrand in der Nähe des Königsbergers Stadtteils Junkersdorf löschen musste. Dort standen ein Acker und ein Wäldchen in Flammen. Insgesamt über 100 Einsatzkräfte bekämpften den Brand, der sich auf eine Fläche von rund 70.000 Quadratmetern ausgebreitet hatte.

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