Schlimmes verhindern
Waldbrände werden immer wahrscheinlicher
Im Mai 2018 brannten zwei Hektar Waldfläche bei Ebern. Die Feuerwehr im Landkreis Haßberge will auf solche Ereignisse gut vorbereitet sein.
Im Mai 2018 brannten zwei Hektar Waldfläche bei Ebern. Die Feuerwehr im Landkreis Haßberge will auf solche Ereignisse gut vorbereitet sein.
Foto: Christian Licha
Königsberg in Bayern – Aus einem Waldbrand kann eine Katastrophe werden. Die Feuerwehren im Landkreis Haßberge wollen gewappnet sein. Sie haben eine Strategie.

Der März war ein überaus sonniger Monat. Es fiel kaum Regen. Die Böden und die Wälder trockneten aus. Dürre kann Waldbrände verursachen, und ein großer Waldbrand fordert starke Manpower und ein Hand-in-Hand-Arbeiten vieler Feuerwehren. Um dieses Vorgehen für den Ernstfall zu üben, wird am 24. September eine großangelegte Waldbrandübung im Landkreis stattfinden. Die Planungen dazu erläuterte Kreisbrandmeister Jonas Ludewig bei der Frühjahrskommandantentagung des Inspektionsbezirks III (Großraum Maintal) in der Königsberger Stadthalle.

Jonas Ludewig war bereits im Mai 2018 Einsatzleiter bei einem großen Waldbrand in der Nähe von Ebern. Dort brannte damals eine Fläche von über zwei Hektar. 1300 Meter Schlauchleitungen mussten damals verlegt werden, um die Wasserversorgung zu gewährleisten, und zusätzlich war ein Löschhubschrauber im Einsatz, der die Flammen von oben bekämpfte. 150 Frauen und Männer aus zehn örtlichen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) Haßfurt sorgten schließlich dafür, dass nach fünf Stunden „Feuer aus“ gemeldet werden konnte.

Wie das Löschwasser zum Feuer kommen soll

Die Übung in diesem Jahr soll im Großraum Hofheim stattfinden, bei der insgesamt 340 Einsatzkräfte eingebunden werden sollen. Die Feuerwehrführung hat sich schon genau überlegt, wie alles ablaufen soll. Aus Hofheim sollen die ersten Einheiten der Feuerwehr alarmiert werden. Sie sollen mit 6000 Liter Löschwasser in ihren Fahrzeugen den Erstangriff übernehmen. Für den Wassernachschub sollen die Dispogruppen Wasser der Inspektionsbezirke I (Raum Ebern) und IV (Steigerwald) nachalarmiert werden.

Die Dispositionsgruppen wurden vor einigen Jahren im Landkreis Haßberge eingeführt, um die Feuerwehren vor Ort bei einer Wasserförderung über lange Strecken zu unterstützen. Im Jahr 2019 war der erste Einsatz für die Dispogruppe Wasser im Landkreis. Hier unterstützten die Kameraden aus Ebern die Feuerwehren bei dem Großbrand eines Entsorgungsfachbetriebes in Knetzgau mit einer 2400 Meter langen Schlauchleitung zum Main.

Es wird auf digital umgestellt

Ziel der Übung im Herbst soll es sein, die Führungsstruktur und Einsatztaktik zu schulen und die Zusammenarbeit zweier Wasser-Dispogruppen zu üben. Damit die Feuerwehren im Ernstfall auch schnell vor Ort sind, werden sie durch Funkmeldeempfänger, sogenannte Pager, und in vielen Orten auch mit Sirenen alarmiert. Zurzeit läuft die Umstellung von analogen auf digitalen Betrieb.

Die Frühjahrskommandantentagung des Inspektionsbezirks III fand in der Königsberger Stadthalle statt. Im Bild von links: Kreisbrandmeister David Amling, Kreisbrandinspektor Ralf-Peter Schenk, Kreisbrandmeister Maximilian Wüstenberg, Kreisbrandmeister Peter  Schüler, Kreisbrandmeister Dieter Murken, Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandmeister Jonas Ludewig.
Die Frühjahrskommandantentagung des Inspektionsbezirks III fand in der Königsberger Stadthalle statt. Im Bild von links: Kreisbrandmeister David Amling, Kreisbrandinspektor Ralf-Peter Schenk, Kreisbrandmeister Maximilian Wüstenberg, Kreisbrandmeister Peter Schüler, Kreisbrandmeister Dieter Murken, Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandmeister Jonas Ludewig.
Foto: Christian Licha

Kreisbrandmeister Dieter Murken informierte als Fachberater die Kommandanten über den Stand der Dinge. Demnach wird im Landkreis Haßberge sogar aufgerüstet. Statt bisher 1316 analoge Pager und 178 analoge Sirenen soll es in Zukunft 1720 Pager und 190 Sirenen im Digitalbetrieb geben. Gut die Hälfte der Geräte sei einzelnen Feuerwehren schon geliefert worden, der Rest werde demnächst erwartet. Wenn alles planmäßig vonstatten geht, sollen im Mai erste Schulungen stattfinden und dann ab Juni soll eine Alarmierung, vorerst im Probebetrieb, möglich sein.

Ein besonderer Pick-up

Kreisbrandrat Ralf Dressel informierte über die Förderrichtlinien des Freistaates Bayern für neue Feuerwehrfahrzeuge. Hier wurde ein neuer Fahrzeugtyp in die Förderung mit aufgenommen, für den ein Beispiel aus dem Landkreis Haßberge mit ausschlaggebend war. Die Feuerwehr Recheldorf bei Untermerzbach baute sich in Eigenregie einen Gerätewagen mit einer Tragkraftspritze (GW-TS) in Form eines Pick-up. Auf der Ladefläche ist die Pumpe fest verankert und ersetzt so den ehemaligen Anhänger, in dem das Gerät untergebracht war. Viele kleinere Feuerwehren verfügen noch über diesen Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA), der im Einsatz von einem Privat-Pkw oder Traktor gezogen werden muss. Um diese Problematik zu lösen, haben die Feuerwehren mit TSA eine staatliche Förderung bei der Anschaffung eines GW-TS zu bekommen.

Dressel sagte, er habe sich dafür erfolgreich beim Bayerischen Innenministerium eingesetzt. Einige alte Anhänger in den Dörfern stammten nämlich noch aus den 1960er Jahren oder davor.

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