Zukunft
Das Wasser ist das Wichtigste
Dieser alte Brunnen bei Bühl (hier mit dem ehemaligen Wasserwart Heinz Fausten) stammt aus dem Jahr 1891 und funktioniert durch die Mitsorge des Haßbergvereins Jesserndorf immer noch.
Dieser alte Brunnen bei Bühl (hier mit dem ehemaligen Wasserwart Heinz Fausten) stammt aus dem Jahr 1891 und funktioniert durch die Mitsorge des Haßbergvereins Jesserndorf immer noch.
Foto: Günther Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
LKR Haßberge – Bürger des Landkreises Haßberge sehen beim Schutz von Natur, Umwelt und Klima einiges im Argen, aber sie haben gute Vorschläge.

Rund 20 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich am virtuellen Meeting der „LAG Haßberge“. Diesmal standen die Themen „Natur, Umwelt und Klimaschutz“ im Mittelpunkt. Die Teilnehmer brachten ihre Argumente und Vorschläge zur Energiewende und zum Wasserhaushalt ein, sprachen aber auch neue Wohnformen an.

Was bisher besprochen wurde

Landrat Wilhelm Schneider freute sich über das Interesse und den Willen, die Region mit entwickeln zu wollen. Im ersten Workshop sei es um die Attraktivität des ländlichen Raumes gegangen und hierbei sei die schwindende Gastronomie ein Thema gewesen. Beim zweiten Treffen zum Thema „Demografie-Sicherheit“ hätten neue Entwicklungen auf dem Bau- und Wohnungssektor eine Rolle gespielt.

Im dritten Meeting ging es nun um „Natur, Umwelt und Klimaschutz“ und dabei stand der Beschluss des Kreistags zum „Zonierungskonzept von Windkraftanlagen“ im Fokus. Allgemein begrüßte man den neuerlichen Vorstoß für Windräder, „zumal in den letzten Jahren durch die 10-H-Regelung nicht viel ging“. Außerdem gebe es im Landkreis mit GUT, der BEG sowie dem Bürgerwindpark in Sailershausen schon Strukturen, auf denen man aufbauen könnte, waren einige Redebeiträge zu hören.

Eine Teilnehmerin ließ keinen Zweifel daran, dass man regenerative Energien brauche, „aber wie steht es mit Windkraftanlagen im Wald?“. Sie meinte: „Mir persönlich tut es weh, so viel Wald zu opfern. Ich sehe das kritisch und frage nach Alternativen.“

Die Photovoltaik auf Freiflächen steht derzeit im Focus, hier zwischen Heubach und Eichelberg. Mit ihr will man auch nicht alles zupflastern und deswegen forderte man einen guten Energiemix.
Die Photovoltaik auf Freiflächen steht derzeit im Focus, hier zwischen Heubach und Eichelberg. Mit ihr will man auch nicht alles zupflastern und deswegen forderte man einen guten Energiemix.
Foto: Günther Geiling

Bei der Photovoltaik in der Fläche sah man eine Konkurrenz zur Landwirtschaft. Und es fehle die Infrastruktur für die Übertragung, die lokalen Netze seien dafür nicht ausgelegt. Ein Teilnehmer war sich aber sicher: „Bei einem Preis von 2500 bis 3000 Euro pro Hektar wird der eine oder andere Landwirt bestimmt schwach.“ Um landwirtschaftliche Interessen und die Lebensmittelversorgung nicht aus den Augen zu verlieren, brachte die Gesprächsrunde Module auf Stelzen ins Gespräch, wo man darunter landwirtschaftlich tätig werden könnte. Ein Fazit war: Der Energiemix sei entscheidend.

Ein anderer Schwerpunkt war die Wasserversorgung. „Sie ist für mich der wichtigste Punkt. Zu essen habe ich immer,“ meinte ein Teilnehmer. Seine Forderung war es, zukünftig bei allen Neu- und Umbauten Zisternen vorzusehen. 30 Prozent des Trinkwasser würden für die Toilettenspülung genutzt. Deswegen müsse hier ein Umdenken einsetzen.

Vorschläge: Feuchtbiotope und Regenrückhaltebecken anlegen

Vorschläge zur Veränderung gab es hier viele. Man müsse nur versuchen, jeden Tropfen am Ort zu halten und nicht weglaufen zu lassen. Das beginne schon im Wald, wo man Feuchtbiotope entstehen lassen könnte, oder auch bei Gemeinden, wo man Regenrückhaltungen anlegen könnte. Hierfür gebe es in den Naturparken sogar Fördertöpfe.

Eine Teilnehmerin brachte hierzu noch die Bewässerungsmethoden ins Gespräch. „Ich kriege einen Graus, wenn ich sehe, wie bei uns noch bewässert wird. Wir sollten über wassersparende Methoden und den richtigen Zeitpunkt fürs Bewässern nachdenken“, verlangte sie.

Immer wieder neue Neubaugebiete!

Weil auf das Klima auch die Bautätigkeit einen Einfluss hat, beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshops auch mit dem Wohnen. Es müsse an den Flächenverbrauch gedacht werden. Es könne nicht sein, dass sich Kommunen immer nur über ihre Neubaugebiete und den Neuzuzug freuten. Siedlungen könnten zu Hitzezentren werden, auch hier müsse etwas gemacht werden, etwa mit grün gestalteten Straßenzügen, die so angelegt sind, dass ein ausreichender Luftzug vorhanden ist.

Es gab eine rege Diskussion mit vielen Vorschlägen, so dass der Wunsch aufkam, die Ergebnisse des Workshops transparent zu kommunizieren. Dabei wurde auch das Ehrenamt eines „Dorfkümmerers“ in den Gemeinden in Erwägung gezogen, der gute Beispiele benennen und auch das Know-how transportieren könnte.

Und so geht es weiter

LAG-Geschäftsleiterin Karin Gadamer sagte, wie es weitergeht: Die Anregungen aus den drei Workshops werden eingehen in die Auftaktveranstaltung am 2. Juni. Mit den Argumenten und verschiedenen Bausteinen soll die Lokale Entwicklungsstrategie für den Landkreis Haßberge für die Jahre 2023 bis 2027 fortgeschrieben und damit auch die Bevölkerung sensibilisiert werden.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: